In einem Auto stecken 26 verschiedene Sorten Aluminium. Fürs Recycling ist das ein Problem. In Aalen werden sie jetzt Teil für Teil per Laser getrennt.

Altautos auf dem Schrottplatz: Ihr Aluminium endet bisher meist im Motorblock. Per Laser nach Sorten getrennt, kann es wieder zu Karosserieblech werden. Foto: Daniel Miksha
Der Metallrecycler OSR aus Aalen hat inzwischen mehr als 20.000 Tonnen Aluminiumschrott aus Altfahrzeugen per Laser sortiert. Das Verfahren bestimmt Teil für Teil die Legierung und trennt den Schrott so sauber, dass dieser Primäraluminium ersetzen kann. Laut einer unabhängigen Ökobilanz der Eura AG verursacht eine Tonne des sortierten Metalls lediglich 229 Kilogramm CO2-Äquivalent, was 97 bis 98 Prozent weniger ist als bei neu erzeugtem Aluminium.
Bei Getränkedosen funktioniert der Kreislauf bereits seit Längerem. Anfang Oktober hat Speira im Rheinwerk Neuss einen Ofen für rund 60.000 Tonnen Dosenschrott im Jahr in Betrieb genommen. Der Ofen steht in den Hallen der früheren Aluminiumhütte, die das Unternehmen 2023 wegen der Strompreise stillgelegt hat. Dosenschrott ist einheitlich genug, um wieder zu Dosen und Autoteilen zu werden. Ein Auto enthielt dagegen im Jahr 2019 im EU-Durchschnitt 26 verschiedene Aluminiumlegierungen, wie aus einer Untersuchung der Montanuniversität Leoben hervorgeht.
Schmilzt man diese Legierungen einfach zusammen, entsteht eine Mischung, die keiner genormten Legierung mehr entspricht. Deshalb führt der übliche Weg in den Schredder: Der Schrott wird mit neuem Primäraluminium verdünnt oder zu Gusslegierungen verarbeitet, die vor allem für Motorblöcke verwendet werden. Forschende aus Leoben erwarten, dass dieser Abnehmer mit der Elektromobilität an Bedeutung verliert. Modellrechnungen aus Norwegen warnten bereits 2014 vor einem möglichen Überschuss an Mischschrott, den die Gießereien nicht mehr aufnehmen können.
Die Anlage hat Cleansort gebaut, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat Entwicklung und Erprobung über mehrere Jahre gefördert. Herzstück ist ein Laser: Ein erster Puls trägt Schmutz und Beschichtung von der Oberfläche ab, ein zweiter verdampft eine winzige Menge Metall zu Plasma. Dessen Licht verrät binnen Millisekunden, welche Elemente in welchen Anteilen im Teil stecken, etwa Magnesium, Silizium oder Kupfer. Danach wird jedes Stück automatisch einsortiert. So bleibt das Aluminium sauber genug, um zum Beispiel wieder zu Karosserieblech zu werden.
Quellen:
- EUWID: Metallrecycler OSR und Cleansort ziehen positive Bilanz zu LIBS-Sortierung
- Recycling-Portal: Neuer Recyclingofen für Getränkedosen eingeweiht
- Resources, Conservation and Recycling: Recycling aluminum alloys for the automotive industry: Breaking the source-sink paradigm
- Montanuniversität Leoben: Development of sustainable aluminum alloys from mixed automotive scrap