EEG-Novelle: Neue Solardächer verlieren die Förderung

Wer ab 2027 eine Solaranlage auf sein Haus baut, soll keine Förderung mehr bekommen. Damit bringt das Geld aus dem EEG keine neue Solaranlage mehr aufs Hausdach.

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Solarmodule auf einem Flachdach: Das meiste Fördergeld fließt an Anlagen, die schon seit Jahren Strom liefern. Neue Anlagen unter 25 kW sollen ab 2027 keine Förderung mehr bekommen. Foto: Solarimo

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert Betreibern von Wind-, Solar- und Biogasanlagen 20 Jahre lang einen festen Betrag für jede eingespeiste Kilowattstunde. Liegt der Erlös an der Börse darunter, zahlt der Bund die Differenz aus dem Haushalt.
Die Bundesregierung will dieses System umbauen. Laut ihrem Gesetzentwurf sollen neue Solaranlagen mit einer Leistung von weniger als 25 Kilowatt nach einer Übergangszeit grundsätzlich keine Förderung mehr erhalten. Das betrifft die typischen Anlagen auf Einfamilienhäusern. Wer mit einer solchen Anlage Strom ins Netz einspeist, muss ihn dann entweder selbst über einen Stromhändler verkaufen oder er gibt ihn ohne Bezahlung ab. Die Regierung begründet diesen Schritt damit, dass sich kleine Anlagen inzwischen auch ohne Förderung lohnen, wenn die Besitzer einen großen Teil des Stroms selbst verbrauchen. Der Bundestag stimmt voraussichtlich Anfang November über die Reform ab.

Der größte Teil des Fördergelds ist ohnehin durch frühere Zusagen gebunden. Die Übertragungsnetzbetreiber haben am Montag ihre Prognose für das kommende Jahr veröffentlicht: Sie planen 17,5 Milliarden Euro für die Förderung ein. Gut die Hälfte dieser Zahlungen geht an Solaranlagen auf Dächern, vor allem an solche aus dem Solarboom um das Jahr 2010, die bis heute die Vergütung erhalten, die bei ihrem Bau galt. Damals waren die Sätze deutlich höher als heute. Laut dem Gutachten, auf dem die Prognose beruht, bekommen die alten Anlagen für dieselbe Menge Strom im Schnitt fast dreimal so viel Geld wie neu gebaute.

Die Regierung kann nur die Regeln für neue Anlagen gestalten. Bei den Dächern nutzt sie diesen Spielraum zum Sparen und nicht für mehr Ausbau: Der Entwurf streicht die Förderung für kleine Anlagen und schreibt für große Dachanlagen weniger Förderung aus. Den Solarausbau will die Regierung stärker auf Solarparks verlagern, die laut Entwurf kostengünstiger sind.

Agora Energiewende rechnet durch die Reform sogar mit Mehrkosten. Laut „Spiegel“ erwartet die Denkfabrik nach 2030 zusätzliche Kosten von etwa drei Milliarden Euro pro Jahr. Als Gründe nennt Agora höhere Risiken für Investoren in neue Wind- und Solaranlagen sowie das Ende der Einspeisevergütung für Dachanlagen. Das Wirtschaftsministerium hingegen erwartet keine Mehrkosten. Wer ab 2027 eine kleine Solaranlage baut, muss sie vor allem über den eigenen Stromverbrauch finanzieren.

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