EE auf Kosten-Tiefststand

IRENA: Photovoltaik 2018 um 13, CSP um 26 Prozent gesunken

„Die Kosten für Erneuerbare Energien erreichten im vergangenen Jahr wieder neue Tiefststände. Solar- und Windkraft haben sich für viele Standorte und Märkte zur günstigsten Energiequelle entwickelt, wobei die Kostensenkungen bis in das nächste Jahrzehnt hinein anhalten werden,“ schreibt IRENA-Generaldirektor Francesco La Camera im Vorwort seines aktualisierten Berichts „Renewable Power Generation Costs in 2018“.

La Camera weiter: „Die Kosteneinsparungen 2018 haben den Status der Erneuerbaren Energien als äußerst kostengünstige Energiequelle erneut bestätigt. Photovoltaik und Onshore-Windenergie stehen kurz davor, weniger zu kosten als die Grenzbetriebskosten bestehender Kohlekraftwerke. Die kontinuierliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit hat die Erneuerbaren Energien zum Rückgrat der weltweiten Energiewende gemacht. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) verfolgt und analysiert seit 2012 die Kostenentwicklung von Erneuerbarem Strom. Die Kombination der neuesten Daten mit globaler Abdeckung und einer transparenten Methodik hat dazu beigetragen, die zunehmende Dynamik der Erneuerbaren Energien zu beleuchten, nicht nur als wichtige Klimalösung, sondern auch als starkes Geschäftsmodell.“

„So sollten beispielsweise in der IRENA-Datenbank über drei Viertel der Onshore-Windkraft und vier Fünftel der im Jahr 2020 in Betrieb gehenden PV-Projektkapazität kostengünstiger Strom produzieren als jede andere Option auf Kohle, Öl oder Erdgas“, so der IRENA-Chef weiter. „Entscheidend ist, dass sie dies ohne finanzielle Unterstützung tun werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren Energieerzeugungsoptionen wurde nicht immer allgemein anerkannt. In den vergangenen zehn Jahren haben jedoch Regierungen, Industrie, Finanzinstitute, Investoren und Projektentwickler zusammengearbeitet, um die Kosten zu senken und die Leistung zu verbessern. Solar- und Windkraft – einst als teurer Weg zur Erreichung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Entwicklungsziele angesehen – sind heute ein kosteneffizienter Weg, um den Energiebedarf zu decken.“

Um die wirtschaftlichen Chancen der Erneuerbaren Energien voll auszuschöpfen, werde die IRENA eng mit den Mitglieds-Ländern zusammenarbeiten, um konzertierte Maßnahmen vor Ort zu entwickeln. Die Elektrifizierung mit Erneuerbaren Energien biete eine kostengünstige Dekarbonisierungslösung zur Erreichung der im Pariser Abkommen festgelegten Klimaziele. Jede Entwicklung, die auf Nachhaltigkeit abzielt, müsse Erneuerbare Energien nutzen.

In vielen Ländern sind Erneuerbare Energien bereits die günstigsten Quellen zur Stromerzeugung. Die im vergangenen Jahr weiter gesunkenen Preise eröffneten neue Türen für weitergehende Klimaziele. Nach dem aktualisierten IRENA-Bericht sanken die Kosten für Photovoltaik um durchschnittlich 13 Prozent und damit genauso stark wie für Windkraft an Land. Noch größere Reduktionen seien im vergangenen Jahr mit 26 Prozent bei CSP (s.u.) und mit 14 Prozent bei der Bioenergie erreicht worden. Für die Wasserkraft wird der Kostenrückgang von IRENA mit zwölf Prozent beziffert sowie für Geothermie und Offshore-Windkraft mit einem Prozent.

Kostensenkungen, vor allem bei PV und Wind werden sich bis in das nächste Jahrzehnt hinein fortsetzen, sagt der IRENA-Bericht, der auch die Kostensenkungen in den verschiedenen Ländern angibt. So seien in Deutschland die Preise zwischen 2013 und 2018 um 34 Prozent gesunken. Die größte Reduktion in diesem Zeitraum gibt IRENA für Frankreich an mit 64 Prozent, gefolgt von Saudi-Arabien mit 62 Prozent, Frankreich mit 61 Prozent und Australien mit 60 Prozent. Heruntergebrochen auf die Installationskosten für große PV-Anlagen in den G20-Staaten waren die Preise mit 712 €/kW im vergangenen Jahr in Indien am günstigsten. Dahinter folgen Italien und China mit 781 und 790 €/kW. Platz vier geht an Frankreich mit 965 €/kW vor Deutschland mit 1.000 €/kW.

Die Erneuerbaren seien damit das Rückgrat für die Energiewende und eine wichtige kostengünstige Dekarbonisierungslösung, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Mit ihrem Bericht will IRENA die nationale Diskussion über die weltweite Förderung von Klimaschutzmaßnahmen unterstützen. Dazu wird es im September in Abu Dhabi auch einen UN-Klimagipfel geben. Angesichts der sinkenden Preise werde sich der Kostenvorteil von Photovoltaik, Windkraft und Co. noch weiter erhöhen.

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