Chemiker recyclen Plastikmüll mit Sonnenlicht

Sauerstoff und Licht verwandeln Kunststoffabfälle in nützliche Benzoesäure

Chemiker der amerikanischen Cornell University haben einen Weg gefunden, Polystyrol – ein Kunststoff, der in vielen alltäglichen Gegenständen vorkommt – mit Hilfe von Licht und Sauerstoff in Benzoesäure umzuwandeln, ein Produkt, das in Schul-Chemielaboren vorkommt und auch in Duftstoffen, Lebensmittelkonservierungsmitteln und anderen allgegenwärtigen Produkten verwendet wird. So betehen Eierkartons aus Styropor, Compact-Disc-Hüllen aus Hartplastik, rote Trinkbecher und viele andere gängige Produkte bestehen aus Polystyrol – weltweit ein Drittel des Deponiemülls. Die Arbeit „Chemical Upcycling of Commercial Polystyrene via Catalyst-Controlled Photooxidation“ wurde im Journal of the American Chemical Society veröffentlicht. weiterlesen…

Effiziente Methode zerlegt Plastikflaschen in Bestandteile

US-Forscher demonstrieren erstmals Einsatz von metallorganischen Gerüsten zum Abbau von Kunststoffen

Ein Forschungsteam der Northwestern University (Evanston/Chikago) hat in einer kürzlich in Angewandte Chemie veröffentlichten Arbeit erstmals gezeigt, dass ein metallorganisches Gerüst (MOF) als stabiler und selektiver Katalysator für die Zerlegung von Kunststoffen auf Polyesterbasis in seine Bestandteile taugt. Es werden nur drei Dinge benötigt: Kunststoff, Wasserstoff und der Katalysator. Ein wichtiger Bonus ist, dass eine der Komponenten, in die der Kunststoff zerlegt wird, Terephthalsäure ist, eine Chemikalie, die zur Herstellung von Kunststoff verwendet wird. Mit der Northwestern-Methode ist es nicht notwendig, den ganzen Weg zurück zum Öl und zur teuren und energieintensiven Produktion und Abtrennung von Xylolen zu gehen. weiterlesen…

Charta des Netzwerks Klimajournalismus Deutschland

Kein (Einzel-)Thema, sondern Dimension eines jeden Themas

Am 26.04.2022 hat das Netzwerk Klimajournalismus eine Charta zum Umgang der Medien mit der menschengemachten Klimakrise, die „Demokratie und Grundrechte auf unserem Planeten gefährdet“, darüber veröffentlicht, was Klimajournalismus nach Ansicht der medienübergreifenden Initiative leisten muss. Umgehend seien „grundlegende Veränderungen unserer Art zu leben und zu wirtschaften“ nötig, um der weiteren Erwärmung der Atmosphäre Einhalt zu gebieten. „Der Globale Norden trägt durch den Kolonialismus und das Wachstumsparadigma seiner Ökonomien historisch die Verantwortung für die Klimakrise. Klimajournalismus erkennt diese Fakten an und konfrontiert die Verantwortlichen damit, dass sie die Welt in eine irreversible Katastrophe steuern, wenn sie in den nächsten Jahren nicht entschieden handeln.“ Solarify veröffentlicht die Charta. (Grafik: Weltweite ‚Warming Stripes‘ – 1850-2020 – © Ed Hawkins, climate-lab-book.ac.uk, CC BY-SA 4.0) weiterlesen…

Prozessierung großer Wafer in Hochgeschwindigkeit

Dank neuentwickelter On-the-fly-Laseranlage

Um effizientere Solarmodule herstellen zu können, stellt die Photovoltaikindustrie ihre Produktion zunehmend auf größere Waferformate um. Die Herstellung dieser Solarzellen mit einer Kantenlänge von bis zu 210 Millimetern mit gleichbleibender Qualität und Taktrate gewährleisten zu können, stellt die Anlagenhersteller vor neue Herausforderungen. Einem Forschungsteam am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesystem ISE gelang laut einer Medienmitteilung vom die Umsetzung eines neuartigen Anlagenkonzepts für die Laserbearbeitung: es prozessiert die die Wafer kontinuierlich, während sie sich auf einem Band mit hoher Geschwindigkeit unter dem Laserscanner hindurchbewegen. (Foto: Laserprozessierung – © fraunhofer.ise) weiterlesen…

BMDV veröffentlicht Förderaufruf zur Herstellung erneuerbarer CNG- und LNG-Kraftstoffe

Thema „biologische Methanisierung“

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) hat am 25.04.2022 den neuen Förderaufruf „Biologische Methanisierung unter Nutzung von CO2-Quellen aus der Bioenergieproduktion und Wasserstoff an einem zentralen Standort zur Produktion von regenerativem Kraftstoff“ veröffentlicht. Der Aufruf soll dazu beitragen, biologische Methanisierung als innovative Technologie zur Herstellung von CNG- und LNG-Kraftstoffen (CNG = Compressed Natural Gas, LNG = Liquefied Natural Gas) zur Marktreife zu führen. Vorhaben können sowohl die Errichtung und den Betrieb von Pilotanlagen, deren Bezug von grünem Wasserstoff als auch eine wissenschaftliche Begleitung zur Optimierung und zur Abschätzung des ökologischen und ökonomischen Potenzials beinhalten. (Bild: Synthetische Kraftstoffe: Zapfhähne für OME, H2 und Solarstrom – © PPP Schlögl, MPI CEC) weiterlesen…

BaWü: Flaute beim Windstrom

Nötig wären bis 2040 siebenmal mehr Genehmigungen

Nicht nur in Bayern: In Baden-Württemberg wurden im ersten Quartal 2022 nur drei neue Windgeneratoren errichtet. Der Windenergiezubau ist damit nach Angaben der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg „deutlich zu gering: Für die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz im Südwesten sind bis 2030 im Schnitt 100 neue Windenergieanlagen pro Jahr erforderlich.“ Franz Pöter von der Plattform EE BW: „Im Land geht es bei der Windenergie nicht voran. Hier brauchen wir schnell deutlich mehr Genehmigungen.“ Einen kleinen Lichtblick gebe es lediglich bei der Photovoltaik: Bis Ende März seien in diesem Jahr knapp 10.000 neue Solarstromanlagen errichtet worden. weiterlesen…

Führende Klimawissenschaftler erkennen Zusammenhang

Neu im IPCC-Bericht: Kolonialismus und Klimawandel

Der sechste und letzte Bericht des Weltklimarats (IPCC) über die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf unseren Planeten, der Anfang dieses Monats veröffentlicht wurde, wiederholt viele der Warnungen seiner Vorgänger: vor allem, dass der Klimawandel eine globale Katastrophe bedroht, wenn wir nicht handeln, um ihn abzuwenden. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied. Zum ersten Mal in der Geschichte der Institution hat der IPCC den Begriff „Kolonialismus“ in die Zusammenfassung seines Berichts aufgenommen – schreibt Harriet Mercer, Mitglied des Projekts Making Climate History der Cambridge University, am 22.04.2022 auf The Conversation. (Foto: Buschfeuer in Australien – © bertknot_ flickr, CC BY-SA 2.0) weiterlesen…

dena-Studie zeigt Vorteile einer sektorintegrierten Energieversorgung im Quartier

Quartiersansatz ermöglicht niedrigere Gesamtkosten und höheren Selbstversorgungsgrad

Ein optimierter Ansatz für die Energieversorgung von Quartieren bietet gegenüber dezentral optimierten Versorgungsstrukturen auf Gebäudeebene viele Vorteile. Das ist das Ergebnis der am 21.04.2022 veröffentlichten dena-Studie „Modellierung sektorintegrierter Energieversorgung im Quartier“. Die Studie wurde vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur (dena) erarbeitet. Modellrechnungen anhand mehrerer verschiedener Quartiers­typen – Bestand und Neubau mit unterschiedlichen Nutzungsarten in urbanen sowie ländlichen Gebieten – haben ergeben, dass die quartiersoptimierte Versorgung Kostenvorteile von circa 30 bis 45 Prozent gegenüber der Versorgung von Einzelgebäuden aufweist.(Titel: Studie – Modellierung sektorintegrierter Energieversorgung im Quartier – © dena) weiterlesen…

Defossilisierung der Banken?

Sieben Gründe, warum die Finanzierung der Fossilen an einem Wendepunkt angelangt sein könnte

Das Climate Safe Lending Network erkennt die wichtige Rolle an, die der Bericht „Banking on Climate Chaos“ spielt, indem er dem Finanzsektor den Spiegel vorhält und die enorme Lücke zwischen den derzeitigen Aktivitäten und dem, was wir erreichen müssen, aufzeigt. Es ist dem Engagement engagierter Nichtregierungsorganisationen zu verdanken, dass die Problematik nun besser verstanden und anerkannt wird. Illuminem-Autor James Vaccaro ist überzeugt, dass die Banken allmählich aufhören, weiter fossile Energien zu finanzieren – er nennt am 04.04.2022 sieben Gründe dafür. weiterlesen…

Auf dem Weg zur GW-Industrie

Fraunhofer ISE liefert detaillierte Kostenanalyse für Wasserelektrolyse-Systeme

Die Erzeugung von grünem Wasserstoff durch Wasserelektrolyse hat in den letzten Jahren enorm an Interesse gewonnen, und in der Elektrolysebranche werden erhebliche Anstrengungen unternommen, um Zellen und Stacks zu vergrößern und die Produktionskapazitäten deutlich zu erhöhen. Parallel dazu ist die aktuelle Diskussion über die Kosten von Elektrolyseanlagen von widersprüchlichen Aussagen mit einer großen Bandbreite an Preisprognosen geprägt, was eine verlässliche Bewertung von Elektrolyseuren erschwert. Um in dieser Diskussion um die Investitionskosten der Wasserelektrolyse die notwendige Transparenz zu schaffen, hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE im Auftrag der NGO Clean Air Task Force (CATF) ein Bottom-up-Kostenmodell erstellt und eine Kostenstudie durchgeführt. Damit kann ein breites Verständnis für die Kostenstrukturen von Niedertemperatur-Wasserelektrolysesystemen aufgebaut werden. weiterlesen…