Europas größter PV-Park fertig – Kritik

Europas größtes Photovoltaik-Projekt abgeschlossen
Solarpark Brandenburg-Briest (91 MWp) – Kritik an Q.Cells

Q.Cells hat Europas größtes Solarprojekt Brandenburg-Briest fertiggestellt. Mit der Zahlung der letzten Finanzierungstranche ist nun auch der kaufmännische Teil des Megaprojekts vollständig abgeschlossen. Ende 2011 hatte das internationale Solarunternehmen den Solarpark in einer Rekordzeit von nur acht Wochen fertiggestellt. Das insolvente Unternehmen hat solche Erfolgs- und Rekord-Meldungen derzeit bitter nötig.

Foto © Q.CELLS

Seit Dezember 2011 gehört der ehemalige Militärflughafen Briest mit 91 MWp zu den weltweit größten Kraftwerken für solaren Strom. Der Solarpark unterteilt sich in drei Teilabschnitte und ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Q.Cells und den Investoren der Luxcara GmbH und der MCG Group.  Auf einer Fläche von 280 Fußballfeldern erzeugt das Solarkraftwerk Strom für über 22.000 Haushalte. Insgesamt wurden über 383.000 kristalline Module von Q.Cells verbaut. Alle drei Teilabschnitte wurden in einer Rekordzeit von nur acht Wochen fertiggestellt.

„Wir freuen uns, mit diesem Leuchtturmprojekt unsere hohe Kompetenz und Erfahrung im Systemgeschäft unter Beweis gestellt zu haben“, sagte Clemens Jargon, Leiter von Marketing & Vertrieb und Produktmanagement bei Q.CELLS. „Das Vertrauen unserer Kunden und ihrer Banken in die Qualität unserer Produkte setzt sich auch in der aktuellen Situation weiter fort.“ Insgesamt sind auf der ca. 200 Hektar großen Fläche des ehemaligen Militärflughafens Brandenburg-Briest heute rund 383.000 kristalline Solarmodule der Marke Q.Cells verbaut. Mit einer Kapazität von insgesamt 91 MWp ist dort das größte Solarkraftwerk Europas entstanden, das den Jahresbedarf von mehr als 11.500 Haushalten (bei einem durchschnittlichen Haushaltsjahresverbrauch von 4.000 kWh) deckt. Der jährliche Ausstoß von CO2 reduziert sich damit um rund 50.000 Tonnen.

Das Megaprojekt ist in drei Teilflächen untergliedert: Die Abschnitte Brandenburg-Briest West und Brandenburg-Briest Ost mit einem Umfang von insgesamt 60 MWp, liegen auf dem Gemeindegebiet der Stadt Brandenburg und wurden im November 2011 an den Hamburger Asset Manager LUXCARA verkauft. Die Teilfläche des Kraftwerks Briest-Havelsee von rund 31 MWp auf der Gemarkung Briest-Havelsee wurde von der Berliner MCG Management Capital Group für den Eigenbestand erworben. Q.Cells hatte das Projekt gemeinsam mit der Firma Module 24 entwickelt.  „Q.Cells setzt Benchmarks bei der Errichtung von Systemanlagen mit seinen eigens entwickelten Megawatt-Block“, sagte Frank Danielzik, Director Systems and Operations Germany. „Damit beschleunigen wir nicht nur den Bauprozess von großen Systemanlagen, sondern minimieren gleichzeitig die laufenden Betriebskosten und sichern damit für unsere Kunden hohe Stromerträge.“ Auch der Solarpark Brandenburg-Briest folgt diesem Designprinzip.

Kritik kam bereits kurz nach der Insolvenzmeldung von der Märkischen Allgemeinen. Q.Cells International GmbH hatte den stillgelegten Flugplatz in Brandenburg-Briest im Juli 2009 vom Bund gekauft. Nach einigem Zögern hätten sich Rathaus und Stadtverwaltung gut ein Jahr später bereit gefunden, die Pläne von Q.Cells baurechtlich zu unterstützen. Seine eigenen Interessen hat das Unternehmen auf der rund 400 Hektar großen Fläche verwirklicht. Der größte Solarpark Europas steht seit Ende des vergangenen Jahres, wenngleich Q.Cells die dafür benötigten Grundstücke inzwischen verkauft hat.

Die Stadtverordneten hätten  jedoch am 28. Oktober 2010 nicht nur dafür gestimmt, das auf dem Hoheitsgebiet der Stadt gelegene Flugplatzareal zu einem Solarpark zu entwickeln, sondern es sei zudem beschlossen worden, dass im südlichen Bereich des Areals Flächen für weitere gewerblich-industrielle Nutzungen und Vorhaben bereit gehalten würden. Das Brandenburger Rathaus glaube allerdings inzwischen nicht mehr daran, dass Q.Cells den Hangar und die anderen Gebäude auf städtischem Hoheitsgebiet gewerblich weiter voranbringen wird.

->Quelle: Q.CellsMärkische Allgemeine