Wälder in der Wüste pflanzen

Weitere Wasserquellen

Anstatt der Nutzung des fossilen Grundwassers schlägt Leonard Ornstein die Entsalzung von Meerwasser vor. In seinem legendären Artikel „Irrigated afforestation of the Sahara and Australian Outback to end global warming“, der 2009 im renommierten Fachjournal Climatic Change erschien, hat er die Machbarkeit nachgewiesen und die Kosten vorgerechnet. Bei der technischen Umsetzung der Umkehrosmose liegen die Kosten für die Meerwasserentsalzung derzeit bei rund 0,50 Euro pro Kubikmeter, wobei 1,58 kWh Strom verbraucht werden. Zudem müsste das Bewässerungswasser vom Meer auf die durchschnittliche Saharahöhe von 450 m über Meeresspiegel gepumpt werden, was einen zusätzlichen Energieaufwand von 2.46 kWh/m3 bedeutet. Insgesamt würden pro Kubikmeter also rund 4 kWh Strom vom Meer über die Entsalzungsanlage bis zum bewässerten Baum im Wald verbraucht werden.

CO2-Bilanz der Bewässerung

Würde der Strom, der für die Entsalzung und das Heraufpumpen des Wassers eingesetzt werden muss, in Meeresnähe mittels Solar- und Windanlagen produziert (20 Milliarden MWh pro Jahr für den ganzen Wald !), entspräche dies 100 g CO2 pro Kubikmeter Wasser. Bei einem Erdgaskraftwerk, dessen Abwärme für Meerwasserverdunstung eingesetzt wird, würden pro Kubikmeter rund 600 g CO2 verbraucht.

Rechnet man dies bezogen auf den gesamten Wald von 1 Milliarde Hektar und jährlich 5 Billionen Kubikmeter Wasser hoch, so ergibt sich für die Bewässerung ein CO2-Verbrauch von 0,5 Gt bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne bzw. 3 Gt aus Erdgas. Geht man davon aus, dass der Wald 20 – 35 Gt CO2 aus der Atmosphäre entziehen würde, so würde der [[CO2]]-Aufwand für die Bewässerung je nach verwendeter Energieart zwischen 2 % und 15% liegen. Die CO2-Bilanz des Waldes wäre also trotz der energieaufwändigen Meerwasserentsalzung und des langen Transportweges höchst positiv.

Kosten

Würde man die Kosten für die der Atmosphäre entzogene Tonne CO2 nur aus den Kosten für die Meerwasserentsalzung und den Transport des Bewässerungswassers berechnen, so würde der Preis für die Tonne CO2 zwischen 70 und 125 Euro liegen ( 20 – 35 Gt CO2 stehen Kosten von 5 Billionen m3 Wasser * 0,5 Euro /m3 Wasser = 2,5 Billionen Euro gegenüber). Selbstverständlich kostet die Anlage und Pflege eines solchen Waldes viel mehr als die bloßen Bewässerungskosten, doch scheint es durchaus legitim, die weiteren Kosten gegen die sonstige Wertschöpfung des Waldes zu rechnen. Den Kosten für Pflanzgut, Pflanzung, Anlage und Steuerung der Bewässerung, Überwachung, Brandschutz usw. steht der vielfältige Nutzen des Holzertrages, Wildaufkommens, zusätzlichen Regens sowie sonstige Ökosystemdienstleistungen, Fruchtertrag und nicht zuletzt die Wertzunahme des Landes gegenüber.

Es wäre naheliegend, die Waldflächen zumindest teilweise auch als Ackerforst zu nutzen, um zugleich die Lebensmittelversorgung der wachsenden Bevölkerung Nordafrikas sicherzustellen. Die Bewirtschaftungsform ließe sich dann auch mit Terra Preta Techniken ergänzen, womit nicht nur in der Biomasse, sondern insbesondere auch im Boden Kohlenstoff gespeichert würde. Allein durch die Erhöhung des Humusgehaltes auf 5 % könnten auf der einen Milliarde Hektar großen Fläche in 50 Jahren zusätzliche 500 Gt CO2 aus der Atmosphäre entzogen und in Form von organischem Kohlenstoff im Boden gespeichert werden. Das wären pro Jahr 10 Gt CO2, ein Drittel der von Menschen verursachten CO2-Emissionen.
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