Weltklimabericht: “Die Zeit ist nicht auf unserer Seite”

Zwei-Grad-Grenze noch einzuhalten, wenn…

Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) hat am 02.11.2014 in Kopenhagen den abschließenden Synthese-Band seines (fünften) Sachstandsberichts vorgelegt. Unmissverständliches Fazit: Ab 2020 müssen die Treibhausgas-Emissionen abzunehmen beginnen, bis zum Jahr 2100 muss die fossile Energieproduktion “nahezu vollständig” verschwunden sein. Und die Zeit drängt: “Wenn wir nicht schnell handeln, wird es immer teurer.”

Schwere Zeiten für Klimaleugner: Die Zweifel daran, dass die Klimaveränderung menschengemacht ist, gehen nach der IPCC-Veröffentlichung gegen Null. So der eindeutige Schluss aus dem am 02.11.2014 in Kopenhagen vorgelegten vierten und letzen Teil-Report. Die  Treibhausgas-Emissionenen sind demnach auf einem historischen Höschsstand angekommen. Ohne entschiedene und wirkungsvolle Gegenmaßnahmen “wächst die Wahrscheinlichkeit für ernste, umfassende und dauerhafte Auswirkungen auf die Menschheit und das Ökosystem”. Die Folgen des Klimawandels sind bereits heute zu beobachten; vor allem in natürlichen Systemen der Kontinente und Ozeane, aber auch in sozio-ökonomischen Systemen.

Mehr als 3.000 Mitarbeiter – 100 aus Deutschland

Seit 2010 arbeiteten mehr als dreitausend Experten aus mehr als 70 Ländern am Gesamtbericht, davon mehr als 100 aus Deutschland.

[note Präsentation des Synthese-Berichts am Mittag des 02.11.2014 in Kopenhagen. Mitte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, rechts daneben der IPCC-Vorsitzende Pachauri. Der Synthesebericht ist der vierte und letzte Teil des 5. Sachstandberichts, den der IPCC seit Herbst 2013 vorgelegt hat. Die ersten drei Teilberichte hatten sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, seinen Folgen und Anpassungsmöglichkeiten sowie den Klimaschutz-Optionen befasst. Der vierte Teil führt nun die ersten drei Teile zusammen und bietet eine integrierte Aufarbeitung der wesentlichen Aussagen. (Bild © Screenshot, IPCC)]

Pachauri: Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze erfodert schnelles Handeln

Gerade weil es einen “unbestreitbaren Zusammenhang” zwischen menschlichen Aktivitäten und dem Klimawandel gibt, so der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri, gebe es auch “Möglichkeiten, über die nächsten Jahrzehnte eine so substantielle Reduktion der Emissionen zu erreichen, wie sie notwendig ist, um die Erhöhung der globalen Temperatur auf zwei Grad zu begrenzen”. Aber: “Was wir brauchen, ist der Wille zur Veränderung, die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Wenn wir nicht schnell handeln, wird es immer teurer.”

Noch kann also entschlossener und rascher Klimaschutz in den kommenden Jahrzehnten die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzen und so die Risiken des Klimawandels langfristig mindern. Dazu ist ein umfassender Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft notwendig. Jedoch können nicht alle Schäden vermieden werden, und Anpassung an den Klimawandel ist in jedem Fall notwendig. Verzögertes Handeln würde die Risiken und Kosten des Klimawandels und der Gegenmaßnahmen erhöhen. Das sieht auch die deutsche Politik so.
Folgt: Hendrix und Wanka: Zwei-Grad-Grenze noch einzualten