Keine Kohle mehr für Kohle, Öl und Gas

Report „Measuring the Growth of the Global Fossil Fuel Divestment and Clean Energy Investment Movement“ („Messung der Zunahme des globalen Divestments in fossile Brennstoffe und die Clean Energy Investment Bewegung“) – Executive Summary (Ausschnitte)

Bis heute haben sich 436 Institutionen und 2.040 Personen in 43 Ländern, die 2,32 Billionen Euro Investivvermögen vertreten verpflichtet, nicht mehr in fossile Brennstoffe zu investieren („divest“). Die Divestment-Bewegung ist seit der Klimawoche im September 2014 exponentiell  gewachsen. Damals haben Arabella Advisors zuletzt berichtet, dass 181 Institutionen und 656 Personen mit Vermögenswerten von mehr als 44,6 Mrd. Euro sich zum Divestment verpflichtet hätten. Damals versprachen die Divestment-Befürworter, diese Zahlen bis zum Pariser UN-Klimagipfel zu verdreifachen. Drei Monate vor den Verhandlungen haben wir bereits eine fünffache Zunahme in den gesamten kombinierten Vermögenswerten derer erreicht, die sich verpflichtet haben, von Investitionen in fossile Brennstoffe Abstand zu nehmen.
Diese Zusagen haben Sektoren erreicht, die nicht traditionell mit dem Divestment verbunden sind, einschließlich Pensionsfonds und private Unternehmen. 2014 führten Stiftungen, Universitäten, religiöse Organisationen, NGOs, und andere Überzeugungs-getriebene Organisationen die Bewegung an. Jetzt halten große Pensionsfonds und private Akteure wie Versicherungen mehr als 95 Prozent der Vermögenswerte derer, die sich zum Divestment verpflichtet haben.

Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft

Das Klimarisiko für die Anlageportfolios treibt das exponentielle Wachstum des Divestments an. Berichte von Analysten der Citigroup, HSBC, Mercer, der Internationalen Energieagentur, der Bank of England, der Carbon-Tracker-Initiative und andere haben Hinweise auf signifikante und quantifizierbare Risiken für Anlage-Vermögen in fossile Brennstoffe in einer carbon-getriebenen Welt gegeben. Die Chefs mehrerer der größten Institutionen, die im vergangenen Jahr zum fossilen  Divestment  übergegangen sind, haben Klimarisiken für ihre Anlageportfolios als Schlüsselfaktor ihrer ihren Entscheidungen genannt.

Ausgehend von den Vereinigten Staaten umspannt die Divestment-Bewegung heute die ganze Welt. 2014 waren 78 Prozent der Divestment-Institutionen US-amerikanisch. Heute sind es 57 Prozent US-stämmiger Institutionen, die sich zum Divestment entschieden haben, sie vertreten mehr als 646 Millionen Menschen auf der ganzen Welt.

Folglich fließe mehr Kapital in Richtung Klima-Lösungen. 2014 erreichten die Investitionen in saubere Energien weltweit mehr als 275 Milliarden Euro pro Jahr. Unter den Divestment-Willigen verpflichten sich gleichzeitig viele, in Klimalösungen zu investieren: zusammen 700 Mrd. Euro.

Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft

Das staatliche und kommunale Divestment nimmt ebenfalls zu: Das kalifornische Parlament stimmte in diesem Monat dafür, 425 Milliarden Euro öffentlicher Pensionsfonds von Unternehmen abzuziehen, die mindestens die Hälfte ihrer Einnahmen aus dem Kohlenbergbau generieren. Providence im Staat Rhode Island sagte als eine der größten Städte zu, alle ihre Pensionsgelder von Kohleunternehmen abzuziehen. In Australien hat die Stadt Newcastle – Heimat des größten Kohlehafens der Welt – das Divestment beschlossen, ebenso wie der Rat der Bundeshauptstadt.

Gegen Divestment sprach sich Ende September allerdings die Dachorganisation der britischen kommunalen Pensionsfonds LAPFF (Local Authority Pension Fund Forum) – sie plädiert in neuen Leitlinien lieber für aktive Unternehmensdialoge.

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