Weltklimakonferenz in Paris mit ermutigendem Ergebnis
Gemeinsam bewerteten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltminister Franz Untersteller die Weltklimakonferenz in Paris, auf der es erstmalig gelungen ist, einen internationalen Klimavertrag abzuschließen, der alle Staaten zum Klimaschutz verpflichtet. Kretschmann und Untersteller hoben die wertvolle Signalwirkung dieser Einigung hervor: „Der Vertrag kommt spät, aber hoffentlich nicht zu spät.“ Jetzt gehe es darum, dass alle die in Paris definierte Verantwortung auch wahrnähmen und Klimaschutzmaßnahmen in ihrem jeweiligen Land ergriffen. „In den kommenden 30 Jahren muss uns der vollständige Umstieg in eine klimafreundliche Wirtschaft und Gesellschaft gelingen“, betonte der Ministerpräsident.
Kretschmann lobte die Entschlossenheit der Staatengemeinschaft, jetzt endlich weitgehend geschlossen gegen den Klimawandel vorzugehen und damit aktiv der Erderwärmung, Naturkatastrophen und Flüchtlingsbewegungen vorzubeugen: „Es scheint, dass sich endlich die Erkenntnis durchsetzt, dass Klimaschutz nichts anderes bedeutet als die Zukunft der Erde und nachfolgender Generationen zu sichern. Das betrifft nicht nur Deutschland, die USA oder die westliche Welt. Das betrifft alle, ob in Europa, Amerika, Asien, Afrika oder in Australien. Klimaschutz bedarf großer Investitionen, aber wir können es uns nicht leisten darauf zu verzichten.“ Klimaschutz biete zugleich enorme Chancen, beispielsweise durch die Weiterentwicklung neuer Wirtschaftszweige wie die Erneuerbaren Energien oder die Effizienztechnologien. Klimaschutz und wirtschaftliche Prosperität könnten so Hand in Hand gehen.
Umweltminister Franz Untersteller sieht in dem nach zweiwöchigen Verhandlungen zu Stande gekommenen Weltklimavertrag ebenfalls ermutigende Zeichen: „Es ist gelungen, die sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen und Interessen der internationalen Staatengemeinschaft – von Entwicklungs- und Schwellenländern genauso wie von hoch industrialisierten Staaten – unter einen Hut zu bekommen. Auch wenn ich mir mehr Verbindlichkeit und mehr Konkretes gewünscht hätte und für nötig halte, bin ich nach Paris ermutigt, dass es doch noch gelingen kann, die Erderwärmung bis 2050 auf höchstens zwei Grad Celsius zu beschränken. Der Wille ist da.“
Dass auf Betreiben vom Klimawandel besonders betroffener Inselstaaten sogar die 1,5-Grad-Grenze im Vertrag stehe, wertete der Umweltminister als Beleg, dass der Ernst der Lage endlich von allen erkannt worden sei. Dafür spreche auch, dass künftig regelmäßig überprüft werden soll, ob der weltweite Klimaschutz noch auf dem richtigen Weg ist, oder ob Ziele und Maßnahmen angepasst werden müssen. Wesentlicher Bestandteil der Gipfelergebnisse sei die Bereitschaft, die Anpassung an die Klimaveränderungen in ärmeren Ländern mit insgesamt jährlich 100 Milliarden US-Dollar ab 2020 zu unterstützen: „Das ist ein wichtiges Eingeständnis, dass es neben dem Klimaschutz auch Hilfen für die Anpassung an die Klimaveränderungen braucht, die längst weltweit spürbar sind“, betonte der Umweltminister. Zwar blieben Klimaschutz und die notwendige Anpassung an die klimatischen Veränderungen weiterhin Herkulesaufgaben, aber die Richtung stimme und es sei eine neue Dynamik in den Prozess gekommen, bilanzierten Kretschmann und Untersteller.
Ergänzende Informationen Das regionale Klimaschutzbündnis „Under2MoU“ wurde im Mai 2015 von Baden-Württemberg und Kalifornien ins Leben gerufen. Zu den Erstunterzeichnern des sogenannten Memorandum of Understanding gehörten unter anderen die Bundesländer Baja California (Mexiko), Britisch-Columbia (Kanada), Katalonien (Spanien), Wales (Großbritannien) und Washington (USA). Alle Unterzeichner bekennen sich zur Zwei-Grad-Grenze der Erderwärmung und wollen den Treibhausgasausstoß ihrer Bevölkerung auf zwei Tonnen pro Kopf und Jahr begrenzen. Konkret sieht die Vereinbarung vor, dass die Beitrittsländer in den Bereichen Energieeffizienz, Verkehr und Transport, Ressourceneffizienz sowie Wissenschaft und Technologie ihre Aktivitäten vernetzen und optimieren. Neben Maßnahmen des praktischen Klimaschutzes mit dem Ziel, einen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung zu leisten, enthält das Memorandum of Understanding auch Aussagen zur notwendigen Anpassung an den Klimawandel.
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