Pilotprojekt Agrophotovoltaik startet

Projekte in  Frankreich, Italien und Japan

Im Bodenseekreis betrug der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch 2013 ca. 12 %, während er im Bundesdurchschnitt bei 25,5 % lag. Ein Grund hierfür sind unter anderem die Probleme, die bei anderen Formen Erneuerbarer Energiegewinnung entstehen: Beispielsweise sind Windkraftanlagen sehr umstritten, da sie den Alpenpanoramablick stören könnten, und das Biogaspotenzial ist aufgrund der Obst- und Hopfenanbaugebiete gering. APV könnte hier eine zukunftsträchtige und nachhaltige Lösung darstellen, mit hoher Übertragbarkeit auf andere Regionen. Das technisch erschließbare APV-Potenzial in Deutschland wird auf 25 bis 50 GWp geschätzt. Zum Verhältnis: Ende 2014 waren in Deutschland ca. 39 GWp PV-Nennleistung installiert, davon ca. 9 GWp auf Acker- und Konversionsflächen.Konzept einer Agrophotovoltaik-Anlage - Bild © Fraunhofer ISE

Manche Feldfrüchte wachsen unter APV schneller

Erste Studien des Fraunhofer ISE legen nahe, dass bestimmte Feldfrüchte, wie z.B. Kartoffeln oder Salat, mit verringerter Sonneneinstrahlung sogar besser wachsen. Grundsätzlich sind zeitlich gemittelt gleichmäßige Einstrahlungsverhältnisse unter APV-Anlagen möglich. Da entsprechende Projekte vornehmlich durch Landwirte, Gemeinden und kleine und mittlere Unternehmen ins Leben gerufen würden, könnte die APV damit das lokale Unternehmertum unterstützen und so die Wertschöpfung in der Region sowie die ländliche Entwicklung fördern.

Eignung von Pflanzen für Agro-PV - Grafik © Fraunhofer ISE

Ähnliche Projekte sind bereits in Frankreich (Universität Montpellier), Italien und Japan in Gang gesetzt worden. Aufgrund der rasanten Kostendegression für PV-Module – in Süddeutschland lässt sich schon heute für weniger als 10 Eurocent pro Kilowattstunde Solarstrom erzeugen – könnten ab 2020 neue Investoren auf den Plan treten, die ohne Inanspruchnahme staatlicher Förderung das PV-Geschäft weiter vorantreiben würden. Schindeles Prognose: „Dann werden die Gestehungskosten so niedrig sein wie für kaum eine andere Anlage zur Stromerzeugung.”

->Quellen: