„Alice, der Klimawandel und die Katze Zeta“

Ein Märchen über die Wahrheit – von Margret Boysen

PIK-Potsdam Foto © pik-potsdam.de_instituteBeim Schulausflug auf den Potsdamer Telegrafenberg läuft Alice einem weißen Kaninchen hinterher – und rutscht in den Lüftungsschacht des Supercomputers eines Klimaforschungs-Instituts. Es folgt eine Reise durch die virtuelle Welt der Rechenmodelle, vom tropischen Regenwald bis ins stille Eis der Antarktis. So ungewöhnlich beginnt eine neue Veröffentlichung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, frei nach Lewis Carrolls philosophischem Kinderbuchklassiker „Alice im Wunderland“. Mehr als 50 Wissenschaftler des Hauses lieferten Hintergründe und Expertisen für das jetzt auf der Buchmesse Leipzig vorgestellte und im Buchhandel erhältliche Werk von Margret Boysen.

„Dieses Buch erzählt das Abenteuer der Klimaforschung als ‚Märchen über die Wahrheit‘“, so Lord Martin Rees, vormaliger Präsident der Royal Society Großbritanniens und Master des Trinity College in Cambridge. „Ich wünsche der unterhaltsamen und unverwechselbaren Erzählung eine große Leserschaft“.

Die Geschichte beginnt mit kleinen Rechenschritten im Schnee, gipfelt in einem chaotischen Klimakongress, der zu einem Gerichtsprozess mutiert, und führt sogar ins Gefängnis, wo zum Glück die Graviationsphysik zur richtigen Zeit eine befreiende Formel zur Verfügung stellt. Nie zuvor ist die Wissenschaft von der menschgemachten Erwärmung der Erde und deren Folgen, von neuartigen Wetterextremen bis zum Meeresspiegelanstieg, in einer solchen literarischen Form dargestellt worden. „‚Alice, der Klimawandel und die Katze Zeta‘ ist eine gelungene, höchst kreative und sprachlich großartige allegorische Bereicherung der Wissenschaftskommunikation“, bestätigt Joachim Müller-Jung von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.Alice, der Klimawandel und die Katze Zeta, Margret Boysen - Edition-rugerup.de Cover illustration Iassen Ghiuselev - Titel © PIK

Logik und Lyrik alleine reichen nicht aus – es braucht Mitgefühl

Die Autorin ist gelernte Geologin und leitet am PIK ein Programm, das regelmäßig Schriftsteller oder bildende Künstler für einige Monate zum Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft ans Institut holt. „Es war ein Vergnügen, die absurde Geschichte ‚Alice im Wunderland’ abermals auf den Kopf zu stellen, und dabei auch noch die Brücke zu einigen der spannendsten wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit zu schlagen“, kommentiert Boysen ihr Buch. „Carrolls Katze erklärte Alice nur, dass rechts und links egal sind: Wohin das Mädchen auch geht, wird sie auf Verrückte treffen. Die mathematisch-metaphorische Katze Zeta hingegen verrät Alice auch Wege, die aus der Katastrophe herausführen“, erläutert Boysen weiter und spielt auf die Gabe der Katze an, jeden wissenschaftlichen Sachverhalt mit einer bildhaften Geschichte verständlich zu machen.

„Weil Logik und Lyrik allein jedoch nicht ausreichen, eine gefährliche Erderwärmung zu verhindern, sondern sie nur beschreiben, geht es in meinem Buch auch um Mitgefühl bzw. Gleichgültigkeit. Wir Menschen werden uns nur dann für das Richtige entscheiden, wenn wir uns auf das Schicksal anderer einlassen – so wie meine Protagonistin.“ Ob es um den in einer Datenflut ertrunkenen Professor Glazival, ein entführtes Walross oder die „Terrarismus-verdächtige“ Albatros-Dame Molly Mauk geht – Alice entscheidet sich, Farbe zu bekennen.

Boysen, M. (2016): Alice, der Klimawandel und die Katze Zeta. Edition Rugerup (ISBN 978-3-942955-52-2, 21,90 Euro)

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