GW Erneuerbare vom Braunkohletagebau

Hybridkraftwerke verringern Dunkelflauten-Problem

Solar-Wind-Hybridkraftwerke auf den Flächen aufgelassener Braunkohletagebaue im Gigawatt-Maßstab werden gegenwärtig diskutiert, wie Michael Fuhs in pv magazine schreibt: „Damit würden auch nach dem Strukturwandel Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region bleiben – auf jeden Fall mehr, als wenn man nach der Stilllegung wie oft üblich den x-ten Baggersee als Tourismusmagnet zu etablieren versucht.“

Wind und PV bei Bitterfeld - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft_20150418Bisher glauben noch die meisten, das gehe in Deutschland wegen fehlender Flächen nicht. „Falsch“, sagt Karl-Heinz Remmers – er hält beispielsweise den Tagebau Nochten bei Boxberg mit 2.400 Hektar tauglich „für 2,5 Gigawatt Photovoltaik“. Ähnliche Flächen gebe mindestens sieben  – sie böten Platz für 17,8 GW. In einem Szenario für die deutsche Energiewende kommt das Freiburger ISE auf 200 bis 250 GW PV-Leistung, die hierzulande installiert werden müssen, Volker Quaschning (HTW Berlin) in einer kürzlich veröffentlichten Studie gar auf 400 GW PV und 200 GW Windkraft. Die Flächen auf den Abraumgebieten böten folglich nur einen Bruchteil. „Wir brauchen also alles, dezentrale und eben solche zentralen Kraftwerke“, sagt Remmers.

Um Kosten zu senken und die Energieausbeute zu erhöhen, schlägt Remmers vor, die Photovoltaik mit Windkraftanlagen gleicher Leistung zu kombinieren. Es gibt zwar auch mit Solar-Wind-Hybriden noch rund 1.000 Stunden im Jahr „Dunkelflaute“, in denen also weder der Wind weht noch die Sonne scheint. Doch das ist viel weniger als für eine der beiden Technologien allein. Mit eigenerSpeichertechnik überbrücken. Dann funktioniert das Solar-Wind-Hybridkraftwerk tatsächlich so wie heute ein Braunkohlekraftwerk – nur viel umweltfreundlicher.

[note Das erinnert an die Pläne des Fraunhofer ISE für eine europäische PV-Produktion mit einer Jahreskapazität von mindestens einem Gigawatt – die neue Fabrik unter dem Namen „xGWp“ hätte ungefähr ein Viertel der in Deutschland derzeit installierten Solaranlagen herstellen. Die sogeannte „Gigafab“, die als Gemeinschaftsprojekt der europäischen Solarbranche gedacht war, sollte ab 2017 Solarzellen günstiger zu Modulen verarbeiten als chinesische Großproduktionen – und somit den krisengeschüttelten Solarfirmen eine neue Perspektive bieten.]

->Quelle und kompletter Artikel: pv-magazine.de/photovoltaik-gigawattanlagen-fr-deutschland