22,6 Milliarden teurer Skandal

VW duckt sich weiter weg – VW-Boss beharrt auf Diesel – Aktionäre mucken auf

Die Aufarbeitung ihrer millionenfachen Abgasmanipulation habe die Volkswagen AG bisher an die 22,6 Milliarden Euro gekostet, schrieb Jan Schwartz in einem auf verschiedenen Finanz-Portalen (wie etwa finanzen.net am 10.05.2017) veröffentlichten Reuters-Bericht. Diese finanziellen Lasten hätten die Wolfsburger zwar weitgehend im Griff, aber bei Investoren, Aktionären und Kunden stehe der Autokonzern nach wie vor in schlechtem Licht.

Deka-Fondsmanager Andreas Thomae habe das am 10.05.2017 im Rahmen der VW-Hauptversammlung in Hannover in die Worte gefasst, VW habe seinen Aktionären bereits viele schlaflose Nächte bereitet, “und es sieht nicht so aus, dass wir bald zur Ruhe kommen.” Dabei habe er auf Durchsuchungen bei der VW-Tochter Audi (die Wolfsburger wehren sich gerichtlich gegen die Verwendung der Unterlagen) und die Beschlagnahme von Dokumenten der US-Anwaltskanzlei Jones Day im März verwiesen.

Die Konzernspitze habe jedoch Kritik an mangelnder Aufklärung des millionenfachen Abgasbetrugs zurückgewiesen und erneut klargemacht, dass die Ermittlungsergebnisse nicht veröffentlicht werden sollten. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch nannte dafür rechtliche Gründe. Thomae habe sich damit jedoch nicht zufrieden gegeben: “Dass die Ergebnisse immer noch unter Verschluss sind, lässt vermuten, dass sie VW nicht gefallen”.  In der Folge sei von “fragwürdige Unternehmenskultur” und “Wagenburgmentalität” die Rede gewesen.

[note Aus der VW-eigenen Medienmitteilung über die Hauptversammlung:

  • “Volkswagen Konzern kündigt Milliardeninvestitionen in umweltfreundliche Antriebe an
  • Volkswagen Konzern will bei Elektromobilität bis 2025 weltweit führend werden
  • Bis 2020 sollen konventionelle Motoren um weitere 10 bis 15 Prozent effizienter und sauberer werden
  • Konzernchef Müller: „Diesel bleibt auf absehbare Zeit unverzichtbar.”
  • Mit Zukunftsplan „TOGETHER – Strategie 2025″ bereits wichtige Meilensteine für Neuausrichtung des Konzerns gesetzt”

Der Volkswagen Konzern treibe “den Wandel der Mobilität mit voller Kraft voran”. VW-Chef Matthias Müller kündigte an: “‘Die Zukunft fährt elektrisch. Bis 2025 wollen wir bei Elektromobilität weltweit führend werden”. Konzernweit werde intensiv daran gearbeitet, dieser Technologie zum Durchbruch zu verhelfen. Gleichzeitig werde der Volkswagen Konzern die Diesel- und Ottomotoren weiter entwickeln, noch sparsamer und umweltfreundlicher machen: „Klassische Motoren bleiben auf absehbare Zeit unverzichtbar”. Müller berichtete auch die Bewältigung der Diesel-Krise und zeigte auf, wie sich der Volkswagen Konzern mit „TOGETHER – Strategie 2025″ für die Zukunft der Mobilität erfolgreich neu ausrichtet. VW habe “in den vergangenen fünf Jahren rund drei Milliarden Euro in alternative Antriebstechnologien investiert. Diese Summe wird in den  nächsten fünf Jahren verdreifacht”.

Moderne Verbrennungsmotoren bleiben nach Müllers Worten dennoch auf absehbare Zeit unverzichtbar: „Das gilt – allen lauten Diskussionen zum Trotz – auch und gerade für den Euro-6-Diesel.” Insgesamt werde der Volkswagen Konzern bis 2022 rund zehn Milliarden Euro in diese Technologien investieren, so Müller: „Weil der Verbrennungsmotor nicht in erster Linie Teil des Problems ist, sondern Teil der Lösung.” Und: „Der Diesel bietet auch 124 Jahre nach seiner Erfindung noch große Möglichkeiten. Wir werden sie ausschöpfen. Bis 2020 machen wir unsere Verbrennungsmotoren um weitere 10 bis 15 Prozent effizienter und damit sauberer. Damit schonen wir die Umwelt und sparen Ressourcen.”]

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