Frühstadium eines irreversiblen Vorgangs

„Die Eisdecke der Antarktis könnte sich allmählich einem unaufhaltsamen Zusammenbruch nähern“, schrieb die New York Times in einem ihrer News Alerts am 18.05.2017. „Wir sind dorthin geflogen, um zu sehen, wie sich ihre Veränderungen auf den Rest der Welt auswirken: Vier Journalisten der New York Times schlossen sich Wissenschaftlern in der Antarktis an, um zu verstehen, wie das Eis sich über den Kontinent bewegt und ins Meer gleitet. Das Ergebnis ist eine dreiteilige Serie, die interaktive Karten und immersive Videos verwendet, um zu erforschen, was mit der Antarktis geschieht, während sich der Rest des Planeten erwärmt.“

Sie seien in die Antarktis geflogen, „um zu verstehen, wie sich Änderungen an ihrem riesigen Eisschild auf die Welt auswirken könnten“. Und sie erlebten mehrere grandiose „Naturschauspiele“: „Eisschichten fließen bergab, scheinbar in Zeitlupe. Berge verdichten das Eis in Gletscher. Und Eis, das vom Land ins Meer fließt, kann ein schwimmendes Eisschelf bilden. Gletscher in bestimmten Gebieten wurden von wärmeren Ozeanwässern unterflossen, und der Eisfluss wird immer schneller.“

Kippschalter?

Der aktuelle Zustand der Antarktis könnte am Beginn eines Kippschalter-Effekts (Tipping Point) angelangt sein: Einmal umgekippt, ist die Veränderung nicht mehr rückholbar, irreversibel: „Die Beschleunigung lässt einige Wissenschaftler befürchten, dass die Eisdecke der Antarktis in das Anfangs-Stadium eines unaufhaltsamen Zerfalls eingetreten sein könnte. Weil der Zusammenbruch der anfälligen Teile des Eisschildes den Meeresspiegel drastisch erhöhen könnte, ist die fortdauernde Existenz der großen Küstenstädte der Welt – Miami, New York, Shanghai und vieles mehr – an das Schicksal der Antarktis gebunden.“

Vier Journalisten der New York Times schlossen sich einem Team der Columbia University an, die Ende letzten Jahres in die Antarktis flog – in einem amerikanischen militärischen Fracht Flugzeug mit der neuesten wissenschaftlichen Ausrüstung beladen über das weltweit größte Stück von schwimmenden Eis. Im Inneren des Laderaums wies ein weißhaariger Ingenieur jüngere Wissenschaftler an, welche Schalter sie zu bedienen hätten. Schwerkraftmesser erwachten zum Leben. Radar-Impulse und Laserstrahlen richteten sich auf das Eis unten. In gespenstischen Daten-Spuren auf Computerbildschirmen im Flugzeug begann die breite weiße Oberfläche des Ross-Schelfeises die Geheimnisse zu enthüllen, die sich darunter verbargen…

Solarify fragt sich: Ob Trump das liest – oder lesen lässt? Hoffentlich gibt es in seinem Gehirn einen Kippschalter weg vom Klimaleugnen…

->Quellen und Folgen der dreiteiligen Serie: