Arktis teils 20 Grad über „normal“

Beunruhigend hohe Temperaturwerte und tropischer Regen – Hitzeanomalie in der Ostantarktis

An beiden Polen sind im März 2022 beunruhigende Phänomene beobachtet worden: Über dem arktischen Meereis fiel starker Regen aus Wolken, fast so hoch wie in den Tropen; die Oberflächentemperaturen waren teils mehr als 20 Grad höher als normal. Und in der Ostantarktis wurden Temperaturrekorde gebrochen: Eine Wetteranomalie hatte den Jetstream besonders stark abweichen lassen. Zunächst hat das laut Forschern noch nicht unbedingt mit dem Klimawandel zu tun, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz sowie mehrerer Forschungsinstitute, darunter die Universitäten Leipzig, Hamburg und Köln sowie das Alfred-Wegener-Institut (AWI), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (Tropos). (Foto: HALO (High Al­titu­de and Long Ran­ge Re­se­arch Air­craft) – Forschungsflugzeug – © DLRCC BY-NC-ND 3.0) weiterlesen…

Ozeanwirbel könnten antarktisches Meereis-Paradoxon erklären

AWI-Studie liefert Basis für verlässlichere Prognosen über Klimawandelfolgen

Trotz der globalen Erwärmung und des Meereisverlustes in der Arktis ist die antarktische Meereisausdehnung seit 1979 im Durchschnitt konstant geblieben. Derzeitige Klimamodell-Simulationen zeigen im Gegensatz zu den tatsächlichen Beobachtungen jedoch für denselben Zeitraum eine starke Meereisabnahme. Wie Forschende des Alfred-Wegener-Instituts nun zeigen, könnte der Ozean die Erwärmung rund um die Antarktis dämpfen und den Rückgang der Eisbedeckung verzögern. Weil dieser Faktor und die Rolle der Ozeanwirbel in vielen Modellen noch nicht ausreichend wiedergegeben werden können, liefert die jetzt open access in Nature Communications erschienene Studie „Delayed Antarctic sea-ice decline in high-resolution climate change simulations“*) eine Basis für bessere Simulationen und Prognosen der künftigen Entwicklung in der Antarktis. (Foto : Impressionen vom Eis der Antarktis, aufgenommen während der Polarstern-Expedition ANT-XXIX_2 – © Lars Grübner, AWI, CC-BY 4.0) weiterlesen…

Experten schlagen Alarm wegen des abbrechenden antarktischen Schelfeises

Thwaites-Gletscher schmilzt schneller als erwartet

Die Nachricht über den schnell schmelzenden Thwaites-Gletscher in der Westantarktis hat sich in den vergangenen Wochen schnell verbreitet. Der Gletscher ist einer der wichtigsten der Westantarktis, etwa halb so groß wie Deutschland. Ein Drittel seiner Oberfläche besteht aus einer Eisplatte, dem so genannten Schelfeis. Es schwimmt auf dem Meer und dient als natürliche Barriere für den Gletscher. Doch hier macht sich die globale Erwärmung bemerkbar: Das wärmere Meerwasser unter dem schwimmenden Schelfeis lässt es schmelzen – viel schneller als erwartet. (Foto: Zunge des Thwaites-Gletschers – © NASA – jpl.nasa.gov, news.phprelease, 2014, Gemeinfrei, © NASA – jpl.nasa.gov, news.phprelease, 2014, Gemeinfrei, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

Mikroplastik in Antarktis auf der Spur

Weltweit verteilt

Mikroplastik findet sich überall, selbst in Gebieten, in denen sich kaum Menschen aufhalten. Woher kommen die winzigen Kunststoffpartikel? Forschende der Universität Basel und des Alfred-Wegener Institutes zeigen, dass nur präzise Analysen diese Frage beantworten können. Mikroplastik ist ein Problem für die Umwelt, weil die kleinen Partikel von Organismen aufgenommen werden und sie schädigen können. Nicht nur das eigene Spülbecken, auch entlegene Regionen sind davon betroffen, beispielsweise die Antarktis. weiterlesen…

Gefahr am Meeresboden der Antarktis

Marines Ökosystem durch Klimawandel und menschliche Einflüsse bedroht

Die Senckenberg-Wissenschaftlerinnen Angelika Brandt und Hanieh Saeedi haben gemeinsam mit internationalen Kollegen die wahrscheinlichen Reaktionen des antarktischen Meeresbodens auf Klimawandel, Fischereidruck und andere anthropogene Einflüsse beschrieben. Die Ergebnisse der am 13.05.2021 in Frontiers in Marine Science und am 12.08.2021 auf der Internetseite des Senckenberg Naturmuseums veröffentlichten Untersuchung decken sich mit denen von Davide di Franco zu den Auswirkungen variierender Meereseisbedeckung und -konzentration auf Krebsgemeinschaften im Südpolarmeer. Die Autoren erörtern Strategien, um das Ökosystem am Meeresboden langfristig zu schützen. (Foto: Flohkrebs Eusirus perdentatus – einer der benthischen Bewohner des Südpolarmeeres – Foto © Senckenberg, Di Franco) weiterlesen…

Solarer Wasserstoff für die Antarktis

Studie zeigt Vorteile des thermisch gekoppelten Ansatzes

Wie sich am Südpol mit Sonnenlicht Wasserstoff erzeugen lässt und welche Methode dafür am meisten verspricht, hat nun ein Team vom HZB-Institut für Solare Brennstoffe, der Universität Ulm und der Universität Heidelberg untersucht. Ihr Fazit: In extrem kalten Regionen kann es deutlich effizienter sein, die PV-Module direkt am Elektrolyseur anzubringen, also thermisch zu koppeln. Denn die Abwärme aus den PV-Modulen steigert die Effizienz der Elektrolyse. Die Ergebnisse dieser Studie, die nun in Energy & Environmental Science publiziert wurde, sind auch für andere kalte Regionen der Erde interessant, zum Beispiel Alaska, Kanada, oder Hochgebirgsregionen. Dort könnte grüner Wasserstoff fossile Brennstoffe wie Erdöl und Benzin ersetzen. weiterlesen…

Antarktis-Schnee schmilzt noch schneller

Rote und grüne Schneealgen beschleunigen antarktische Schneeschmelze

Rote und grüne Algen, die auf dem Schnee der Antarktischen Halbinsel (AP) wachsen, verursachen eine bedeutende zusätzliche Schneeschmelze. Das ist das Ergebnis einer erstmals durchgeführten wissenschaftlichen Studie unter der Leitung von Alia Khan, Affiliate Research Scientist am National Snow and Ice Data Center (NSIDC) und Assistenzprofessor an der Western Washington University. Bereits im Mai 2020 erschien ein erster Artikel (in Nature) zum Thema. (Neue Forschungen untersuchen die Auswirkungen von Rot- und Grünalgen auf Albedo und Strahlungsabsorbierung in der Antarktis – Foto © National Snow and Ice Data Center (NSIDC), Bob Gilmore, University of Colorado, Boulder) weiterlesen…

Das neue Gesicht der Antarktis

Wie viel CO2 kann die Antarktis schlucken?

Die Antarktis könnte künftig ergrünen und von neuen Arten besiedelt werden. Andererseits dürften Spezies verschwinden. Diese und viele andere Ergebnisse haben 25 Forscher in einem internationalen Großprojekt zusammengetragen, in dem sie Hunderte von Fachartikeln über die Antarktis aus dem letzten Jahrzehnt ausgewertet haben. Wie das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung am 06.01.2021 mitteilte, liefert damit das Team eine ungewöhnlich umfassende Einschätzung des aktuellen und künftigen Zustands des Kontinents und des ihn umgebenden Südlichen Ozeans. weiterlesen…

Wie stabil ist der Antarktische Eisschild?

Heidelberger Wissenschaftler untersuchen, welche Faktoren die Stabilität von Eismassen in der Ostantarktis bestimmen

Steigen die Temperaturen im Zuge des Klimawandels, zieht dies ein immer stärkeres Abschmelzen der polaren Eisschilde nach sich. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Geowissenschaftlerin Kim Jakob von der Universität Heidelberg hat nun die Dynamik des Ostantarktischen Eisschildes – die bei weitem größte Eismasse auf der Erde – genauer untersucht. (Foto: Gletscher Perito Moreno am Lago Argentino – © Franziska Vogt für Solarify) weiterlesen…

Globale Erwärmung unbedingt unter zwei Grad halten

Meeresspiegelanstieg: Stabilitäts-Check der Antarktis offenbart enorme Risiken

Je wärmer es wird, desto rascher verliert die Antarktis an Eis – und viel davon wohl für immer. Die Folgen für die weltweit an Küsten gelegenen Städte und das Kulturerbe könnten langfristig verheerend sein, von London bis Mumbai, von New York bis Shanghai. Dies hat ein Team des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der Columbia University und der Universität Potsdam in einer jetzt in Nature als Titelgeschichte veröffentlichten Studie herausgefunden.
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