Norwegens neue Regierung will weiter in Arktis bohren

Trotz EU-Konzept zum Schutz

Ihrem am 13.10.2021 verabschiedeten “Konzept für ein stärkeres Engagement der EU für eine friedliche, nachhaltige und prosperierende Arktis” zufolge wird die EU ein Verbot der Erschließung neuer Öl-, Kohle- und Gasvorkommen in der Arktis anstreben, um eine vom Klimawandel stark betroffene Region zu schützen. Norwegens neue Mitte-Links-Regierung unter Jonas Gahr Støre von der Arbeiderpartiet hat laut Alexandra Brzozowski auf EURACTIV jedoch erklärt, sie werde versuchen, die lukrative Öl- und Gasindustrie des Landes auszubauen und gleichzeitig CO2-Emissionen zu senken. (Foto: Eisbär auf dem Trockenen – © Andy Brunner, unsplash) weiterlesen…

Jodsäuren beeinflussen Bildung atmosphärischer Aerosole massiv

Jod aus den Meeren verstärkt Wolkenbildung in der Arktis und Eisschmelze

Im Großexperiment CLOUD (Cosmics Leaving Outdoor Droplets) am Kernforschungszentrum CERN in Genf untersuchen 104 Wissenschaftler aus 13 Ländern, wie sich unter kontrollierten Bedingungen aus reaktiven Gasen Aerosolpartikel bilden. In einer am 05.02.2021 in Science veröffentlichten Arbeit zeigen Xu-ChEng He et. al., dass sich Aerosolpartikel aus Jodsäure extrem schnell in der marinen Grenzschicht bilden – dem Teil der Atmosphäre, der in direktem Kontakt mit dem Ozean steht. Aerosolpartikel in der Atmosphäre beeinflussen Klima und Wolkenbildung und tragen zu städtischem Smog bei, wie sich aber neue Aerosolpartikel bilden, ist noch relativ gering untersucht. Die Ergebnisse deuten auf einen neuen Mechanismus hin, der den Verlust des arktischen Meereises beschleunigen könnte.
weiterlesen…

Schmelzende Arktis im Schnellvorlauf

Permafrostböden tauen immer stärker auf

Der tiefgefrorene Permafrostboden in der Arktis taut in erschreckendem Ausmaß. Das haben Forschende des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) jetzt durch die Auswertung von Satellitenbildern eindrücklich bestätigt: Schmelzwasserseen in Alaska laufen reihenweise aus, weil der Boden immer weicher wird. Das Ausmaß des Seen-Kollapses war in der Saison 2017/2018 so extrem, wie die Wissenschaftler es eigentlich erst für das Ende dieses Jahrhunderts erwartet hatten. weiterlesen…

Größte Arktis-Forschungsexpedition aller Zeiten zurück

Nach 389 Tagen endet die Jahrhundertexpedition der “Polarstern” erfolgreich in Bremerhaven

Nach über einem Jahr in der zentralen Arktis ist das Forschungsschiff “Polarstern” des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) am 12.10.2020 in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt. “Begleitet von einer Begrüßungsflotte entgegenkommender Schiffe lief die Polarstern mit dem Morgenhochwasser gegen 9:00 Uhr über die Nordschleuse ein. Expeditionsleiter Markus Rex, Kapitän Thomas Wunderlich und das Team des finalen Expeditionsabschnitts wurden unter anderem von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Antje Boetius, in Empfang genommen”, so die Internetseite des AWI. (Foto © Free-Photos auf Pixabay) weiterlesen…

Wenig Eis: Polarstern überraschend schnell am Nordpol

MOSAiC-Expedition erreicht Nordpol: Forschungseisbrecher überquert auf finalem Expeditionsabschnitt nördlichsten Punkt der Erde

Am 19.08.2020 um 12:45 Uhr erreichte der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern den Nordpol. Dabei hat das Schiff eine Route nördlich Grönlands genommen – durch ein Seegebiet, das in der Vergangenheit von dichter Bedeckung mit teilweise mehrjährigem Eis geprägt war. Die Reise von der nördlichen Framstraße bis zum Pol hat lediglich sechs Tage gedauert. “Es war ein unglaublich schneller Ritt”, sagte Expeditionsleiter Markus Rex. Die Freude der Forscher über diesen Höhepunkt ihrer einjährigen Expedition ist allerdings getrübt, zeigt ihre Reise doch, wie stark das Meereis in der Arktis zurückgeht. Berichte vom Alfred Wegener-Institut und dem Wiener Standard. weiterlesen…

Ozonloch erstmals in der Arktis

Außergewöhnliche Wettersituation und hohe Chlorkonzentrationen in der Atmosphäre begünstigten den Ozonabbau

Wie ein Schutzmantel breitet sich die Ozonschicht über uns aus und absorbiert einen Großteil der schädlichen UV-Strahlung der Sonne. Wenn die Schutzschicht jedoch so dünn wird, dass sie den Normalwert um etwa ein Drittel unterschreitet, dann spricht man von einem “Ozonloch”. Erstmals zeigt sich nun ein Ozonloch in voller Ausprägung über der Arktis, wie Atmosphärenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) beobachtet haben. Unterschritten worden sei der kritische Ozonwert von 220 Dobson Einheiten – normalerweise komme das in der Polregion nur im Frühling in der Antarktis vor, nicht aber in der Arktis auf der Nordhalbkugel, so die Forscher. weiterlesen…

MOSAiC – eingefroren im “ewigen” Eis

Größte Arktis-Expedition aller Zeiten gestartet

Eingefroren im arktischen Meereis erforschen 300 Wissenschaftler aus 17 Nationen mit dem Forschungseisbrecher Polarstern ein Jahr lang das Epizentrum des Klimawandels. Nach einem Jahrzehnt der Vorbereitungen verließ die Polarstern am 20.09.2019 den Hafen des norwegischen Tromsø. Begleitet vom russischen Eisbrecher Akademik Fedorov nimmt er Kurs auf die zentrale Arktis zur größten Arktis-Expedition aller Zeiten: MOSAiC. (Foto: Die Polarstern kehrt von der MOSAiC-Expedition in den Hafen von Bremerhaven zurück – Foto © Nico Harms, AWI) weiterlesen…

200 Rentiere auf Spitzbergen verhungert

Ursache: Klimakrise

Ein Team von drei Wissenschaftlern verbrachte 10 Wochen damit, die Population des Svalbard Rentiers zu Beginn dieses Jahres zu erforschen. Ashild Onvik Pedersen, die Leiterin der Zählung, sagte, dass der hohe Sterblichkeitsgrad eine Folge der Klimakrise sei, die laut Klimawissenschaftlern in der Arktis doppelt so schnell voranschreite wie im Rest der Welt. weiterlesen…

Rekordbrände in der Arktis

„Rußpartikel beschleunigen Abschmelzen der Eismassen“

“Die größten Brände, die unser Planet je gesehen hat – in einer der kältesten Regionen, die unserer Planet kennt. In der Arktis toben Feuer gewaltigen Ausmaßes. Doch die größte Gefahr schlummert unter der Erde”, textete Dass Brände in der Arktis etwas Normales sind, ist noch kaum bekannt. Doch das wird sich ändern; denn in diesem Jahr stehen in Alaska und Sibirien viel größere Flächen in Flammen, als bisher üblich. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk wies der Geowissenschaftler Stefan Kruse vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Potsdam auf eine gefährlich Konsquenz dieses Rekords hin: Die Permafrostböden tauten auf und regenerierten sich nur langsam – aber die entstehenden Kohlepartikel senken die Albedo, die normale Reflexion des Sonnenlichts von weißen Schneeflächen, ab, was wiederum zum Auftauen tieferer Schichten führe. weiterlesen…

Permafrost der kanadischen Hocharktis taut stark

Klimawandel treibt weit verbreitete Thermokarst-Entwicklung schnell voran

“Wie im Sommer 2090 – In der Arktis weicht der Permafrostboden derzeit mit ungeheurer Geschwindigkeit auf”, schrieb Hanno Charisius am 17.06.2019 in der Süddeutschen Zeitung. Messungen zufolge sei in einigen kanadischen Regionen der Boden bereits so stark aufgetaut, wie es Experten erst für 2090 erwartet hätten. An einzelnen Stellen sei der Boden zwischen 2003 und 2016 gar um 90 Zentimeter abgesackt. Ursache für das große Schmelzen sei eine Reihe ungewöhnlich heißer Sommer, schreibt eine Gruppe um die britische Geologin Louise Farquharson im Fachblatt Geophysical Research Letters. weiterlesen…