Ammoniak treibt Wolkenbildung an

Großexperiment CLOUD am CERN

Ob und wie viele Wolken am Himmel sind, hat großen Einfluss darauf, wie sich die Erde weiter erwärmt. Diesen Effekt in Klimamodellen zu quantifizieren, ist bis heute mit großen Unsicherheiten verbunden. Das liegt vor allem daran, dass die Entstehung von Kondensationskeimen in der Atmosphäre nur ungenügend verstanden wird. Seit 2009 erforscht ein internationales Team beim Großexperiment CLOUD am europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf die molekularen Mechanismen der Neubildung von Partikeln aus atmosphärischen Gasen, aus denen sich Kondensationskeime für Wolken bilden. In Nature zeigen die Wissenschaftler am 18.05.2022 open access, dass die Anwesenheit von Ammoniak in der oberen Troposphäre zur verstärkten Bildung solcher Partikel führen kann. weiterlesen…

Jodsäuren beeinflussen Bildung atmosphärischer Aerosole massiv

Jod aus den Meeren verstärkt Wolkenbildung in der Arktis und Eisschmelze

Im Großexperiment CLOUD (Cosmics Leaving Outdoor Droplets) am Kernforschungszentrum CERN in Genf untersuchen 104 Wissenschaftler aus 13 Ländern, wie sich unter kontrollierten Bedingungen aus reaktiven Gasen Aerosolpartikel bilden. In einer am 05.02.2021 in Science veröffentlichten Arbeit zeigen Xu-ChEng He et. al., dass sich Aerosolpartikel aus Jodsäure extrem schnell in der marinen Grenzschicht bilden – dem Teil der Atmosphäre, der in direktem Kontakt mit dem Ozean steht. Aerosolpartikel in der Atmosphäre beeinflussen Klima und Wolkenbildung und tragen zu städtischem Smog bei, wie sich aber neue Aerosolpartikel bilden, ist noch relativ gering untersucht. Die Ergebnisse deuten auf einen neuen Mechanismus hin, der den Verlust des arktischen Meereises beschleunigen könnte.
weiterlesen…

Rußpartikel beeinflussen Erderwärmung

Auswirkung auf Wolkenbildung

Wolken über Avinyonet de Puigventós, Katalonien - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyEin Forscherteam der ETH Zürich hat mit Simulationen auf dem CSCS – Centro Svizzero di Calcolo Scientifico) untersucht, wie sich Alterungsmechanismen von Rußpartikeln in der Atmosphäre auf die Wolkenbildung auswirken. Die Wolkenbildung wird durch alternde Rußpartikel in der Atmosphäre stärker beeinflusst als erwartet. Die am 03.11.2020 publizierten Ergebnisse (auch in Nature Geoscience) zeigen, dass Rußalterung die Wolkenbildung und somit das Klima verändert. weiterlesen…

EUREC4A soll Rätsel des Klimawandels entwirren

Wolken aus allen Perspektiven

Wolken sind mit die größten Unsicherheitsfaktoren, wenn das Ausmaß der Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts vorhergesagt werden soll. Kumuluswolken in niedrigen Schichten der Atmosphäre reflektieren Sonnenlicht und kühlen so die Erdoberfläche. Um besser zu verstehen, wie sich die Wolkenbedeckung mit dem Klimawandel verändert, startete ein internationales Team unter Führung des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteologie am 20.01.2020 die knapp sechswöchige Feldstudie EUREC4A (Elucidating the role of clouds-circulation coupling in climate). weiterlesen…

Ein Molekül kann das Klima verändern

Bisher völlig unbekannter Prozess: Pyridinium-Ionen befördern Wolkenbildung

Pyridinium-Ionen fördern Keimbildungsprozesse in den frühen Phasen der atmosphärischen Aerosol- und Wolkenbildung und damit die Entstehung von Wolken. Wolken entstehen aus Wassertröpfchen, die sich um Aerosolpartikel in der Atmosphäre bilden. Luftschadstoffe tragen zur Entstehung dieser Aerosole wesentlich bei. Nun haben laut einer Veröffentlichung der Universität Innsbruck (s.a. PNAS 116/45) Wissenschaftler aus Frankreich, Japan und Österreich im Labor einen bisher völlig unbekannten Prozess entdeckt: Die Aerosol-Bildung wird durch Pyridinium-Ionen, die auch im Tabakrauch enthalten sind, verstärkt. weiterlesen…

Einfluss von Wolken auf PV messen

Die Kraft der Sonne besser nutzen

Die Erzeugung von Photovoltaikstrom unterliegt wetterbedingten Schwankungen, deren genaue Vorhersage eine große Herausforderung für den Betrieb der Stromnetze darstellt. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE erforscht daher gemeinsam mit Partnern (etwa der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg) im Verbundprojekt MetPVNet die Auswirkungen von Wolken auf die Sonneneinstrahlung und die Stromproduktion von PV-Anlagen, um neue energie-meteorologische Methoden und Computermodelle zu erforschen, die eine bessere Vorhersage der Einspeisung aus Photovoltaikanlagen ins Stromnetz erlauben. Das BMWi fördert das Projekt mit rund zwei Millionen Euro. weiterlesen…