Zucker erfolgreich in Biodiesel umgewandelt

ExxonMobil und REG melden Fortschritte bei alternativen Treibstoffen

ExxonMobil  und die Renewable Energy Group (REG) gaben am 01.11.2017 in Texas eine gemeinsame Medienmitteilung heraus, dass sich das gemeinsame Forschungsprogramm der Unternehmen mittels Nutzung der patentierten REG-Fermentationstechnologie als tauglich erwiesen habe, Zucker aus vielen nicht essbaren Biomassequellen in Biodiesel umzuwandeln.

“Unsere erste Herausforderung zu Beginn der Forschungen bestand darin, die technische Machbarkeit und die potenziellen Umweltvorteile zu bestimmen”, sagte Vijay Swarup, Vice President für Forschung und Entwicklung der ExxonMobil Research and Engineering Company. “Wir sind optimistisch, da die Ergebnisse ein gutes Potenzial für die Weiterentwicklung der Technologie aufweisen, und wir freuen uns darauf, unsere Arbeit mit REG Life Sciences fortzusetzen.”

Treibhausgasemissionen im Vergleich zu herkömmlichem Diesel erheblich senken

Im Rahmen ihrer Initial-Forschungsarbeiten hätten die Unternehmen erfolgreich die Durchführbarkeit der Fermentationstechnologie von REG Life Sciences für verschiedene Zellulosezucker-Zusammensetzungen erfolgreich erprobt, die mit verschiedenen Verfahren aus mehreren nicht essbaren Biomassequellen hergestellt worden seien. Die Forschungen hätten auch bestätigt, dass die Technologie von REG Life Sciences in der Lage sei, die Treibhausgasemissionen im gesamten Lebenszyklus im Vergleich zu herkömmlichem Dieselkraftstoff erheblich zu reduzieren.

ExxonMobil hatte im Januar 2016 eine Vereinbarung mit REG unterzeichnet, um die Produktion von Biodiesel durch Gärung von nachwachsenden Zellulosezuckern aus Quellen wie landwirtschaftlichen Abfällen zu untersuchen. Die Unternehmen hatten sich darauf geeinigt, das Forschungsprogramm auf der Grundlage ihrer positiven Erkenntnisse zu erweitern, und wollen weiter gemeinsam untersuchen, ob die Technologie Potenzial für Skalierbarkeit hat.

“Biokraftstoffe werden heute größtenteils aus Nahrungsquellen wie Mais und Zuckerrohr hergestellt”, sagte Swarup. “ExxonMobil stellt dieses Paradigma in Frage, indem es ein Portfolio groß angelegter Biokraftstoff-Lösungen untersucht, die nicht mit Nahrungsmitteln und Wasser konkurrieren. Unsere Arbeit mit REG Life Sciences war von entscheidender Bedeutung für ein besseres Verständnis des Potenzials für die Umwandlung von Zellulosemasse aus landwirtschaftlichen Abfällen in einen kommerziell nutzbaren Dieselkraftstoff sowie für die Lebenszyklus-Treibhausgas-Implikationen dieses Prozesses. ”

Mikroben wandeln Zellulosezucker in Biodiesel um

REG Life Sciences hat eine firmeneigene Technologie entwickelt, die auf Mikroben beruht, um Zellulosezucker in einem einstufigen Gärungsprozess in Biodiesel umzuwandeln. Zellulosehaltige Rohstoffe, die aus landwirtschaftlichen Abfällen gewonnen werden, enthalten verschiedene Arten von Zuckern, einschließlich Glucose und Xylose, sowie Verunreinigungen, die den Gärungsprozess hemmen können.

“ExxonMobil war ein großartiger Partner und wir sind stolz auf das, was wir bisher erreicht haben”, sagte Eric Bowen, Vice President von REG Life Sciences. “Das Life-Sciences-Team hat entscheidende Entdeckungen gemacht, um die Kommerzialisierung der Gärung von diversen Zellulosezuckern in erneuerbare, sauber verbrennende Dieselkraftstoffe voranzutreiben. Wir freuen uns, diese Entdeckungen auf die nächste Stufe zu heben. Wir glauben, dass unsere REG Life Sciences-Technologie ein großes Potenzial als Innovationsplattform in verschiedenen Branchen birgt und dass kein Partner besser als ExxonMobil in Betracht gezogen werden kann, um uns zu helfen, dieses Potenzial in Kraftstoffen zu verwirklichen. ”

Ein Durchbruch bei der Produktion von Zellulose-Biodiesel könnte weitreichende Auswirkungen auf den Verkehrssektor haben. Die globale Nachfrage nach transportbezogener Energie soll bis 2040 um etwa 25 Prozent steigen, und die beschleunigte Reduzierung der Emissionen aus dem Verkehrssektor durch Technologien wie Biodiesel wird eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung globaler Treibhausgasemissionen spielen.

[note Aus der durchaus nicht Selbstlob-freien Medienmitteilung von ExxonMobil: “ExxonMobil erforscht auch aktiv andere emissionsreduzierende Technologien, wie Algen-Biokraftstoffe und CCS. Im Juni 2017 gaben ExxonMobil und der Partner Synthetic Genomics einen Durchbruch in der gemeinsamen Forschung an fortschrittlichen Biokraftstoffen bekannt, bei denen ein Algenstamm modifiziert wurde, der seinen Ölgehalt mehr als verdoppelte, ohne das Wachstum des Stamms signifikant zu hemmen. 2016 gab ExxonMobil seine Partnerschaft mit FuelCell Energy, Inc. mit Sitz in Connecticut bekannt: Der Einsatz von Karbonat enthaltenden Brennstoffzellen sollte vorangetrieben werden, um die Kohlendioxidemissionen von Erdgas-Kraftwerken wirtschaftlich zu binden und gleichzeitig Wasserstoff und zusätzlichen Strom zu erzeugen. Seit 2000 hat ExxonMobil rund 8 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung und den Einsatz emissionsärmerer Energielösungen in allen Geschäftsbereichen ausgegeben.”]

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