Europäischer Luftqualitätsindex

EUA: 2014 400.000 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub

Europäische Umweltagentur (EUA) und Europäische Kommission haben am 16.11.2017 den neuen europäischen Luftqualitätsindex veröffentlicht, mit dem die Nutzer die aktuelle Luftqualität in Städten und Regionen in ganz Europa prüfen können. Begleitend wurden neue Profile für die Mitgliedsländern der EUA mit aktualisierten Informationen zur Luftqualität herausgegeben. Der neue Onlineservice der EUA und der Europäischen Kommission, der European Air Quality Index (europäischer Luftqualitätsindex), bietet Informationen zur aktuellen Luftqualität. Grundlage sind Luftqualitätsmessungen von mehr als 2.000 Überwachungsstationen in ganz Europa.

Der Index umfasst eine interaktive Landkarte, auf der die lokale Luftqualität an der Station basierend auf den fünf gefährlichsten Schadstoffen für Mensch und Umwelt angezeigt wird: Feinstaub (PM2,5 und PM10), bodennahes Ozon (O3), Stickstoffdioxid (NO2) und Schwefeldioxid (SO2).

Europäische Luftqualität – Grafik © EEA

Die Nutzer können auf der Landkarte zoomen oder nach beliebigen Städten und Regionen in Europa suchen, um die allgemeine Luftqualität sowie die Messwerte für die einzelnen Schadstoffe zu überprüfen. Der Index zeigt für jede Messstation eine Gesamtbewertung an, die durch einen farbigen Punkt auf der Landkarte gekennzeichnet wird. Die Farbe richtet sich nach der schlechtesten Einstufung für einen der fünf Schadstoffe.

„Mit dem neuen European Air Quality Index können sich die Bürger ganz einfach über ihre lokale Luftqualität informieren, die sich direkt auf ihre Gesundheit auswirken kann. Diese Informationen sind für jeden zugänglich und bilden eine wichtige Grundlage für den Dialog und die Entscheidungen, die notwendig sind, um die Gesundheit der Menschen zu gewährleisten, besonders in Städten“, erklärte Hans Bruyninckx, geschäftsführender Direktor der EUA, am 16.11.2017 bei der Vorstellung des Indexes im Clean Air Forum in Paris.

Karmenu Vella, EU-Kommissar für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei, begrüßte den Index ebenfalls: „Luftverschmutzung ist ein unsichtbarer Killer. Deshalb brauchen wir einen solchen Luftqualitätsindex, um die Bürger Europas über den Zustand der Luft in ihrer unmittelbaren Umgebung zu informieren. Wir arbeiten mit Städten, Regionen, Ländern und der Industrie zusammen, um die Ursachen dieser Verschmutzung anzugehen. Es handelt sich um einen Cocktail von Schadstoffen, ausgestoßen von Fabriken, Privathaushalten und Feldern, nicht nur vom Verkehr. Wir müssen alle zusammenarbeiten, um die Qualität der Luft xu verbessern.“

Darüber hinaus hat die EUA aktualisierte Länderprofile veröffentlicht, in denen die jährlichen Daten zur Luftverschmutzung und deren Folgen in den Mitgliedsländern der EUA zusammengefasst sind. Die Länderprofile enthalten detailliertere, länderspezifische Daten zum Austoß von Luftschadstoffen und zur Luftqualität. Sie ergänzen damit den EUA-Jahresbericht Air Quality in Europe – 2017 report, der im Oktober veröffentlicht wurde..

[note Aus diesem neuesten EUA-Jahresbericht zur Luftqualität geht hervor, dass die meisten in den Städten Europas lebenden Menschen nach wie vor einer Luftverschmutzung  ausgesetzt sind, die von der Weltgesundheitsorganisation als schädlich eingestuft wird. Der gefährlichste Schadstoff – Feinstaub (PM2,5) – soll im Jahr 2014 europaweit für den vorzeitigen Tod von geschätzt 400 000 Menschen verantwortlich gewesen sein. Dazu kommt an zweiter Stelle Stickstoffdioxid (NO2) mit jährlich 12.860 vorzeitigen Todesfällen allein in Deutschland. Laut dem Bericht wirkt sich die Luftverschmutzung auch deutlich auf die Wirtschaft aus, indem sie die Kosten für die medizinische Versorgung in die Höhe treibt, die Produktivität der Arbeitnehmer mindert und Boden, Pflanzen, Wäldern, Seen und Flüssen schadet. Straßenverkehr, Landwirtschaft, Kraftwerke, Industrie und Haushalte sind in Europa die größten Emittenten von Luftschadstoffen.]

Hintergrund

Der European Air Quality Index gibt Aufschluss über den aktuell ermittelten Stand der Luftqualität an jeder der mehr als 2.000 Messstationen in ganz Europa. Rechtsvorschriften der Europäischen Union legen sowohl Luftqualitätsstandards für kurzfristige (stündliche/tägliche) als auch für langfristige (jährliche) Belastungen durch Luftschadstoffe fest.. Der Index spiegelt daher nicht die langfristige (jährliche) Belastungssituation wider, die erheblich abweichen kann.

>Quelle und weitere Informationen: