Marktkräfte beim EE-Ausbau stärken

BDEW stellt Drei-Säulen-Modell für Erneuerbaren-Ausbau vor – Weiterentwicklung der Direktvermarktung stärkt Kosteneffizienz

Der BDEW hat ein Modell für die Weiterentwicklung des Investitionsrahmens für den Erneuerbare-Energien-Ausbau vorgestellt. Das BDEW-Modell steht auf drei Säulen: Im Fokus steht die Stärkung der Marktkräfte: Es sollen Anreize gesetzt werden, damit der Erneuerbaren-Ausbau zunehmend ohne Förderung – also außerhalb des EEG – erfolgt (Säule 1). Sowohl Chancen als auch Risiken der langfristigen Strompreisentwicklung sollen dabei auf die Unternehmen übergehen. Der steigende Wettbewerb würde Innovationen anreizen, so die Einschätzung des BDEW laut Pressemitteilung vom 22.01.2018.

“Das Modell zeigt einen für Verbraucher und Investoren tragbaren Weg um die Ausbauziele der Bundesregierung auf volkswirtschaftlich kosteneffiziente Weise zu erreichen. Wir müssen den Markt stärken und die Innovationskraft der Energieversorger und Prosumer nutzen”, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

[note Wind und PV im deutschen Solar Valley – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify]

Um sicherzustellen, dass die Ausbauziele erreicht werden, sollten die ermittelten “Restmengen” zur Schließung der Lücke in Ausschreibungen vergeben werden (Säule 2). In diesem Zusammenhang sollten die Regeln für die Direktvermarktung des Stroms weiterentwickelt werden: Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen sollten nur noch dann gegen niedrige Strompreisphasen abgesichert sein, wenn sie – anders als bisher – dazu verpflichtet werden, im Gegenzug die Mehrerlöse aus Phasen hoher Strompreise auf das EEG-Konto einzuzahlen. Das würde, so Kapferer, zu einer Entlastung des EEG-Kontos und damit der Verbraucher führen.

Schließlich werde der wachsenden Bedeutung der Prosumer für die Umsetzung der Energiewende Rechnung getragen (Säule 3): Die Innovationskraft der Prosumer solle stärker genutzt und ihre Rechte und Pflichten klar definiert werden.

Das Modell sei unter Beteiligung aller Wertschöpfungsstufen – von der Erzeugung über die Netze bis hin zu den Lieferanten – entwickelt worden. Es sei somit ein tragfähiger Vorschlag für die Ausgestaltung der nächsten Phase des Erneuerbare-Energien-Ausbaus, resümiert Kapferer.

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