Die Moai wackeln

Osterinsel-Statuen durch steigenden Meeresspiegel in Gefahr

Die zu Chile gehörende Osterinsel mitten im Pazifik gilt als einsamstes Stückchen Land der Welt – das nächstgelegene Festland ist gut 3800 Kilometer entfernt. Mit ihren jahrhundertealten Steinfiguren, den Moai, ist sie spätestens seit Kevin Kostners Spielfim Rapa Nui als Reiseziel ein Geheimtip. Doch viele dieser Moai stehen an der Küste und sind deshalb gefährdet, denn mit steigendem Meeresspiegel nähert sich Wasser dem Unesco-Welterbe. Für Schutzmaßnahmen aber fehlt Geld.

Auf der Isla de Pascua (in der Sprache der Einheimischen “Rapa Nui”) heißt es, das nächste Festland, das man von dort sehen könne, sei der Mond. In der Tat: Der Hauptort Hanga Roa ist 3833 km in genauer Ostrichtung von der chilenischen Küste und 4251 km von Tahiti entfernt. Das nächstgelegene bewohnte Stückchen Land im Westen ist die 2078 Kilometer entfernte Insel Pitcairn, bekannt durch die Meuterei auf der Bounty.

“Alle archäologischen Stätten, die nahe am Küstenrand liegen, sind in Gefahr”, zitierte die Deutsche Presse-Agentur Ende Juni 2018 den Präsidenten der indigenen Gemeinschaft Ma’u Henua, Camilo Rapu. “Wenn schlechtes Wetter herrscht, reicht das Meerwasser direkt an die Ahus heran. Das führt zu Auswaschung und Einsturz.” Ahus sind die altarähnlichen Plattformen, auf denen die Statuen stehen.

Genaue Angaben, wie viele Zentimeter der Meeresspiegel gestiegen ist, hat die Inselregierung nicht. Der Anstieg sei aber eine Tatsache. Zu den gefährdeten Stätten gehört zum Beispiel die bei Touristen besonders beliebte Ahu Tahai-Anlage nahe Hanga Roa an der Südwestküste. Dort befindet sich der einzige Moai mit (später eingesetzten) Augen, der zudem die klassische Kopfbedeckung (Pukao) trägt und deshalb als besonders beeindruckend gilt.

Die Unesco zeigte sich bereits 2016 alarmiert darüber, dass der globale Klimawandel auch wichtige Stätten des Welterbes bedrohe, darunter die Moai. “Einige der Statuen auf der Osterinsel laufen wegen der Erosion der Küste Gefahr, im Meer verloren zu gehen”, habe es schon damals geheißen.

->Quellen: