96 Millionen für E-Auto-Ladesäulen

Auftaktveranstaltung “Ladeinfrastruktur als Beitrag zur Energiewende“

Die Bundesregierung will die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge weiter ausbauen. Für das entsprechende Förderprogramm, das der Einbindung des Verkehrs in die Energiewende dient, stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie laut einer Medienmitteilung 96 Millionen Euro zur Verfügung. Darauf hat der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Oliver Wittke, am 14.01.2018 bei der Auftaktveranstaltung „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge“ im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017 – 2020“ hingewiesen.

„Mit dem Sofortprogramm Saubere Luft bieten wir Unterstützung bei der gleichzeitigen Nutzung von vielen einzelnen Ladepunkten für Elektrofahrzeuge. Dazu wird die Anknüpfung von Ladeeinrichtungen in die Stromnetze wissenschaftlich untersucht. Darüber hinaus soll das Förderprogramm Lademöglichkeiten für private Fahrzeugbesitzer schaffen, die über keinen eigenen Parkplatz verfügen und Unternehmen motivieren, Lademöglichkeiten für Firmen- und Mitarbeiterfahrzeuge aufzubauen.“

Im Rahmen der Veranstaltung gaben führende Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus der Elektromobilitätsbranche sowie ausgewählte Städte und Kommunen Gelegenheit, sich über die Aktivitäten in anderen Städten und Projekten zu informieren, Umsetzungsstrategien auszutauschen und sich miteinander zu vernetzen. Wesentliche Ergebnisse zu Netzintegration und Lastmanagement der Ladeinfrastruktur, zur Bestimmung der Luftschadstoff-Emissionen und –Immissionen wurden festgehalten. Sie werden die Basis für einen beschleunigten Ladeinfrastruktur-Aufbau bilden und damit zu einem schnelleren Markthochlauf der Elektromobilität und einer Verringerung der NO2-Emmissionen führen.

Reiner-Lemoine-Institut Partner im Projekt “Aufbau von Mobile Metering Ladepunkten im öffentlichen Raum”

Das Berliner Reiner-Lemoine-Institut (RLI) ist Partner im Projekt Aufbau von Mobile Metering Ladepunkten im öffentlichen Raum, das im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017 bis 2020“ durchgeführt wird. Die Genehmigung für das Projekt gab am 10.01.2019 das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bekannt, das Verbundkoordinator für das BMWi ist. Ziel des Projekts ist es, den Ausbau der E-Mobilität in Berlin voranzutreiben. Ab 2019 werden in der Hauptstadt dafür bis zu 1.000 neue Ladepunkte für E-Fahrzeuge im öffentlichen Raum installiert sowie über weitere 600 im privaten Bereich. So sollen Anreize geschaffen werden, von konventionellen Fahrzeugen mit hohem Schadstoffausstoß auf E-Fahrzeuge umzusteigen.

Das vom Bund im November 2017 verabschiedete „Sofortprogramm Saubere Luft“ soll Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in Städten zu entwickeln. Es umfasst eine Milliarde Euro und beinhaltet Maßnahmen zur Elektrifizierung des urbanen Verkehrs und zur Errichtung von Ladeinfrastruktur, für die Digitalisierung von Verkehrssystemen sowie zur Nachrüstung von Diesel-Bussen im ÖPNV mit Abgasnachbehandlungssystemen. Gefragt waren Konzepte für die 90 Kommunen mit den schlechtesten NOx-Werten, darunter auch Berlin. Das jetzt genehmigte Projekt zielt darauf ab, in Berlin zeitnah kosteneffiziente Ladeinfrastruktur aufzubauen, um damit den Ausbau der Elektromobilität zu fördern. Im Fokus steht hierbei Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum für die allgemeine Nutzung, die Ladepunkte werden an umgerüsteten Straßenlaternen installiert. Zusätzlich werden für die Immobilienwirtschaft Ladepunkte für die private und gewerbliche Nutzung geschaffen, zum Beispiel in Tiefgaragen. Alle Maßnahmen sollen bis 2020 Wirkung entfalten.

Das RLI wird in diesem Projekt Luftmessungen durchführen um festzustellen, ob die Verbesserung der Ladeinfrastruktur messbare Auswirkungen auf die Luftqualität hat. „Wir freuen uns das Projekt zu begleiten und sind gespannt, wie sich der massive Aufbau von Ladeinfrastruktur in den Stadtvierteln auf die Luftqualität auswirken wird“, sagt Oliver Arnhold, RLI-Bereichsleiter Mobilität mit Erneuerbaren Energien. „Uns interessiert besonders die Zusammenführung der verschiedenen Erkenntnisse der Projektpartner. In vorherigen Forschungsprojekten haben wir festgestellt, dass es wichtig ist, die sehr komplexen Aspekte von Ladeinfrastrukturaufbau, wie etwa Genehmigungsprozesse, Emissionen und Netzauswirkungen anschaulich zu bündeln. So kann man kompakte Entscheidungsgrundlagen für den weiteren Ausbau schaffen. Mit Hinblick darauf, werden wir uns auch das Potenzial für die lokale Kopplung von E-Mobilität und Erneuerbarer Energie im Stadtgebiet anschauen.“

Partner im Projekt sind neben dem RLI die ubitricity Gesellschaft für verteilte Energiesysteme mbH (Konsortialführung), das Distributed Artificial Intelligence Laboratory (DAI-Labor) an der TU Berlin, die GASAG Solution Plus GmbH, die Hubject GmbH sowie die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Weitere Informationen finden Sie in der Projektpressemitteilung von ubitricity.

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