Klimawandel: Das Pliozän als warnendes Beispiel

Vor drei Millionen Jahren ähnlich viel CO2 in der Atmosphäre wie heute

Vor drei Millionen Jahren habe  es zuletzt ähnlich viel CO2 in der Atmosphäre wie heute gegeben. Die damaligen Folgen wären heute dramatisch, schreibt Klaus Taschwer für die österreichische Zeitung Der Standard. In der arktischen Tundra hätten im Pliozän wegen der höheren Temperaturen noch riesige Wälder gestanden. Deshalb setze der heute auftauende Permafrostboden besonders viel CO2 frei. Dieses Erdzeitalter scheint ein gutes Beispiel zu sein, was passiert, wenn der Klimawandel ungehindert fortschreitet.

In geologischen Maßstäben ist das Pliozän nämlich noch nicht allzu lange her. Dieser Zeitabschnitt sei nicht nur für Frühmenschenexperten von Interesse, sondern auch für Klimaforscher. Der Grund dafür ist ganz einfach, wie Martin Siegert vom Imperial College London erklärt: “Das Pliozän ist ein gutes Beispiel, welche Auswirkungen unsere Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten haben werden.”

Aus einer BBC-Sendung zum Thema: “Die Temperaturen mögen derzeit niedriger sein als im Pliozän, aber das liegt nur daran, dass es eine Verzögerung im System gibt, mahnt Siegert: “Wenn Sie Ihren Ofen zu Hause einschalten und auf 200° C einstellen, kommt die Temperatur nicht sofort auf dieses Niveau; es dauert ein wenig länger”, erklärte der Wissenschaftler den BBC-Reportern. “Und so ist es auch mit dem Klima der Erde. Wenn man den CO2-Gehalt auf 400 ppm anhebt, gerät er nicht plötzlich über Nacht in ein Gleichgewicht. Es wird vielleicht 300 Jahre dauern oder so. Also, die Frage an uns ist: Wie ist der Gleichgewichtszustand; wie wird das Erdklima mit 400 ppm aussehen?” Prof. Siegert gehörte zu einer Gruppe von Wissenschaftlern, die sich am 03.04.2019 in London trafen, um die Klimalehren aus dem Pliozän zu diskutieren.

Der Guardian schrieb zum selben Thema: “Vor etwa 100 Millionen Jahren kam es zu einem noch extremeren Klima. In der Kreidezeit lag der CO2-Gehalt bei 1.000 ppm. Die Antarktis saß immer noch über dem Südpol, aber die Region war warm und von großen Wäldern bedeckt, deren Stümpfe und Boden an Orten wie der Alexanderinsel als Fossilien erhalten sind. “Wenn wir die CO2-Emissionen auf dem aktuellen Niveau halten, werden wir bis zum Ende des Jahrhunderts 1.000 ppm haben”, warnte Siegert. Der niedrige CO2-Gehalt von 280 ppm im Vorfeld der industriellen Revolution sei darauf zurückzuführen gewesen, dass Kohlenstoff von Pflanzen und Tieren aus der Luft entfernt und dann vergraben wurde. “Es bildete Kohleflöze, Gas- und Ölfelder. Und was wir die letzten 150 Jahre gemacht haben, ist, alles auszugraben und wieder in die Atmosphäre zu bringen, das ist verrückt.”

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