VDE|FNN stärkt Einsatz von Speichern

Grundlage für Messung und Abrechnung von gespeichertem Strom

VDE|FNN schafft mit dem technischen Hinweis „Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz“ auch die Grundlage, um Strom aus Speichern einheitlich messen und abrechnen zu können – Bild © VDE|FNN

Speicher bringen mehr Flexibilität ins Energiesystem und verringern den Netzausbaubedarf. In einer Pressemitteilung publizierte das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) am 17.09.2019 seinen Hinweis „Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz“. Er schaffe eine Grundlage für einheitliche Erfassung und Abrechnung von Strom aus Speichern. Deren Betrieb nach FNN-Vorgaben ermögliche Förderungsmaßnahmen.

Die wachsende Integration erneuerbarer Energien erfordert hohe Flexibilität im Energiesystem. Speicher können die schwankende Einspeisung von Strom aus Wind und Sonne ausgleichen. VDE|FNN schafft mit dem neuen technischen Hinweis nun auch die Grundlage dafür, Strom aus Speichern erstmals bundesweit einheitlich messen und abrechnen zu können. Dafür hat der technische Regelsetzer Anschluss-, Betriebs- und Messkonzepte standardisiert.

Auf die Energieflussrichtung kommt es an

Speicher nehmen Strom auf und geben ihn zeitversetzt ab. Sie wirken also als Verbraucher und Einspeiser: Eine Zwischenspeicherung kann aus der eigenen Photovoltaikanlage oder dem öffentlichen Netz erfolgen. Zudem kann der gespeicherte Strom vom Speicher ins öffentliche Netz fließen oder für den eigenen Bedarf, etwa zum Laden von Elektroautos, genutzt werden. Die Energieflussrichtung entscheidet, wie gemessen und abgerechnet wird: Bei Einspeisung elektrischer Energie ins öffentliche Netz erhält der Speicherbetreiber meist eine Vergütung, beim Bezug aus dem Netz entstehen Kosten. Damit die Richtung korrekt ermittelt werden kann, sind in Speichern sogenannte Energieflussrichtungssensoren eingebaut. Heike Kerber, Geschäftsführerin von VDE|FNN, erklärt: „Die in unserem technischen Hinweis erstmals definierten Anforderungen an diese Sensoren sind die Voraussetzung, um bundesweit einheitlich, korrekt Strom aus Speichern erfassen und abrechnen zu können. Speicher sind eine tragende Säule des Energiesystems, indem sie es flexibel machen. Sie tragen dazu bei, die hohe Versorgungszuverlässigkeit in Deutschland zu erhalten und können den Netzausbaubedarf verringern oder verzögern.“

Förderprogramme verweisen auf FNN-Hinweis

Der FNN-Hinweis beschreibt Anschluss-, Betriebs- und Messkonzepte für verschiedene Kombinationen mit Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen. Zu jedem Konzept erhalten Netzbetreiber, Anlagenerrichter und -betreiber sowie Hersteller detaillierte Handlungsempfehlungen. Dabei stellt VDE|FNN sicher, dass Speicher der Netzdienlichkeit und anderen komplexen Anforderungen für die Integration ins Niederspannungsnetz gerecht werden. Für Speicherbetreiber, die an besonderen Förderprogrammen teilnehmen möchten, ist der Hinweis eine entscheidende Voraussetzung. Der FNN-Hinweis spezifiziert die Anforderungen an den Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz in Ergänzung zu den VDE-Anwendungsregeln Technische Anschlussregel Niederspannung (VDE-AR-N 4100) und Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz (VDE-AR-N 4105). Der Hinweis ist im VDE-Shop erhältlich.

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