In zwei Jahren 50.000 Ladepunkte

Altmaier und Scheuer: “Gemeinsam bauen wir ein verlässliches und nutzerfreundliches Ladesäulennetz auf”

Am 13.12.2019 hat auf Einladung der Bundesminister Peter Altmaier und Andreas Scheuer ein Spitzengespräch mit der Energiewirtschaft zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge stattgefunden. Das BMWi, das BMVI und die Vertreter der Energiewirtschaft bekräftigten einer BMWi-Medienmitteilung zufolge, dass sie bei dem Aufbau einer bedarfsgerechten und wettbewerbsorientierten, verbraucherfreundlichen und verlässlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland eng zusammenarbeiten werden.

Bundesminister Peter Altmaier: „Ohne ausreichende Ladestationen und Erneuerbaren Strom kann es keine nachhaltige Elektro-Mobilität geben. Deshalb ist die Energiewirtschaft ein wichtiger Partner für den Erfolg der E-Mobilität in Deutschland. Wir brauchen mehr Ladeinfrastruktur und müssen sie ins Netz integrieren. Außerdem muss das Laden nutzerfreundlich sein. Hierfür haben heute alle Seiten Vorschläge und konkrete Pläne präsentiert. Unser Ziel ist, dass bald niemand in Deutschland noch sagt: Ich kaufe mir kein E-Auto, weil ich nicht weiß, wie und wo ich es laden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Bundesregierung, Automobilhersteller und Energiewirtschaft jetzt weiter an einem Strang ziehen.“

Bundesminister Andreas Scheuer: „Die drängendste Frage aller Elektroautofahrer: Wo ist die nächste freie Säule? Ich brauch‘ Strom. Denn Laden ist das neue Tanken. Wichtig: Es muss einfach, jederzeit und überall möglich sein. Gemeinsam mit der Energiewirtschaft wollen wir den Menschen die Angst vorm Liegenbleiben nehmen und Vertrauen in die Technologie aufbauen. Gemeinsam wollen wir ein verlässliches und nutzerfreundliches Ladesäulennetz aufbauen. Das BMVI fördert, finanziert und koordiniert – mit einer Nationalen Leitstelle und Ansprechpartnern für die Kommunen. Damit die Elektromobilität bei den Menschen ankommt und jeder weiß, wo er künftig laden kann.“

Die BMWi-Mitteilung wörtlich: “Die Bundesregierung setzt bei der Elektromobilität auf eine intelligente Ladesteuerung, um Engpässe bei den Stromnetzen zu vermeiden. Netzbetreiber sollen möglichst frühzeitig alle Informationen erhalten können, die sie brauchen, um ihr Netz tatsächlich vorausschauend auszubauen. Netzbetreiber sollen zudem die Möglichkeit erhalten, Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge intelligent zu steuern. Wichtig ist auch ein europaweites Laden von Elektrofahrzeugen. Dabei wollen wir Wege finden, um die Authentifizierung und die Bezahlsysteme besser im Sinne von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu regeln.

Die Energiewirtschaft wird im Jahr 2020 einen Leitfaden für die Betreiber von Ladeinfrastruktur erstellen. Um den Aufbau der Ladeinfrastruktur zu beschleunigen, wird die Energiewirtschaft insbesondere dafür sorgen, dass Genehmigungsverfahren und Netzanschlussprozesse beschleunigt werden. Die Netzbetreiber werden gemeinsam mit dem BMWi und der Bundesnetzagentur (BNetzA) bis zum März 2020 einen Vorschlag erarbeiten, wie die Netzbetreiber die Netze vorausschauend ausbauen können.

Die Energiewirtschaft wird Anwendungshilfen für Verteilernetzbetreiber zur Netzintegration der Elektromobilität erarbeiten. Sie sollen Empfehlungen zur Beschleunigung der Melde und Zustimmungsprozesse enthalten und Umsetzungsfragen wie beispielsweise einen zweiten Netzanschluss oder Baukostenzuschüsse beantworten. Außerdem soll es eine Beratung von Ladeinfrastruktur-Investoren hinsichtlich der Netzanschlusskosten geben.

Nach derzeitiger Schätzung planen die Ladeinfrastrukturbetreiber der Energiewirtschaft bis 2020 bundesweit ca. 4.000 Schnellladepunkte zu errichten. Dies entspräche einer Verdoppelung gegenüber dem heutigen Stand. Im Bereich der öffentlich zugänglichen Normalladeinfrastruktur bestehen bereits rund 18.000 Ladepunkte. Über eine bereits bewilligte Bundesförderung für Ladeinfrastruktur werden in den nächsten Monaten noch einmal so viele hinzukommen. In den nächsten zwei Jahren sollen insgesamt 50.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet werden.”

VKU: Bundesregierung muss jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schaffen

Der stellvertretende VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels hebt die Verdienste der kommunalen Unternehmen beim Ladesäulenausbau hervor: “Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur ist 2019 deutlich vorangekommen. Dazu haben vor allem kommunale Unternehmen einen erheblichen Beitrag geleistet. Gegenwärtig befinden sich in Deutschland über 11.500 Ladepunkte in kommunaler Hand. Das sind mehr als die Hälfte der Ladepunkte im Land. Diesen Weg werden und wollen die Stadtwerke fortsetzen und dürfen dabei nicht ausgebremst werden.

Vom Ladegipfel muss vor allem das Signal ausgehen, dass auch die Bundesregierung am Ball bleibt. Sie muss jetzt die richtigen Rahmenbedingungen für einen Ausbau und wirtschaftlichen Betrieb der öffentlichen, halböffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur umsetzen. Die Empfehlungen der Branche liegen auf dem Tisch, der Masterplan Ladeinfrastruktur ist eine gute Grundlage. Klar ist aber auch:  Wir brauchen mehr Tempo! Das bedeutet konkret, das Miet- und Wohneigentumsrecht und das Eichrecht zügig anzupassen, die Förderung von Ladeinfrastruktur im öffentlichen Bereich auszubauen und in den halböffentlichen Bereich zu erweitern.

Jeder Plan ist nur so gut wie seine Umsetzung. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur müssen die Akteure in den Kommunen gestärkt werden. Mobilitätsmanager vor Ort sind ein guter Ansatz. Dafür müssen zügig die notwendigen Mittel bereitgestellt werden. Bei der Elektromobilität müssen alle an einem Strang ziehen: Bundesregierung, Energiewirtschaft und Automobilwirtschaft. Es ist daher richtig, eine ‘Leitstelle Ladeinfrastruktur’ zu schaffen, in die der VKU seine Expertise gern einbringt. Insgesamt sollte die Bundesregierung den gemeinsamen Dialog mit Energiewirtschaft und Automobilbranche intensivieren.“

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