Wind-Onshore weiter mit dramatischer Ausbauflaute

Tiefster Stand seit 20 Jahren

Der Ausbau der Windenergie ist im vergangenen Jahr fast zum Erliegen gekommen. Selbst in Niedersachsen, dem Windland Nummer eins, wurden lediglich 54 neue Anlagen in Betrieb genommen. 2019 gingen insgesamt nur 276 neue Windanlagen mit einer Gesamtleistung von lediglich 940 Megawatt ans Netz. Damit ist der Bau neuer Windgeneratoren an Land  in Deutschland auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren eingebrochen. Nach vorläufigen Zahlen wurden nur 276 neue Windenergieanlagen in Betrieb genommen – ein Rückgang von mehr als 60 Prozent Im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus einer Auswertung der Fachagentur Windenergie an Land hervor. Hauptgründe sind lange Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen und viele Klagen.

Die Situation der neu erteilten Genehmigungen ist weiterhin deutlich zu niedrig, um die jährlichen Ausschreibungsvolumina bedienen zu können. Während im ersten Quartal 474 MW Windturbinenleistung genehmigt wurden, fiel der Leistungsumfang im zweiten Quartal auf 306 MW. Im dritten Quartal legte der Wert wieder leicht zu auf 445 MW. Die Genehmigungslage verharrt seit nunmehr fast drei Jahren auf niedrigem Niveau, ohne dass ein Aufwärtstrend absehbar würde.

Im flächenmäßig größten deutschen Bundesland Bayern gingen gerade einmal sechs neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 18 Megawatt ans Netz. In Bayern gilt bundesweit die härteste Regelung für den Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung (10H). Im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg kamen gerade einmal 5 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 17 Megawatt dazu, im schwarz-grün regierten Hessen vier mit einer Gesamtleistung von rund 14 Megawatt.

Unter 1.000 Megawatt lagt der jährlich Zubau zuletzt 1998. Bis 2030 will die Bundesregierung den Anteil des Ökostroms auf 65 Prozent steigern. Um das erreichen zu können, müssten nach Berechnungen des Energieverbands BDEW jährlich jedoch zwischen 2,9 und 4,3 Gigawatt aus Windkraftanlagen an Land zugebaut werden. Der Einbruch hatte sich im Jahresverlauf bereits angedeutet. Hauptgründe sind lange Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen und viele Klagen. Vor Ort haben sich viele Bürgerinitiativen gegen den Bau von Windrädern gebildet.

Die Krise der Windkraft hat erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, so der NDR. Nach Angaben von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sind in den vergangenen drei Jahren bereits mehr als 40.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Zuletzt hatte der Windkraftanlagenbauer Enercon aus Aurich angekündigt, rund 3.000 Stellen abzubauen. 91 der bundesweit 276 neuen Windräder, die im vergangenen Jahr ans Netz gegangen sind, kommen von Enercon.

Als Gründe für den Einbruch beim Ausbau der Windkraft gelten langwierige Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen sowie viele Klagen von Bürgerinitiativen. Zudem kritisiert die Branche den vom Bund geplanten 1.000-Meter-Mindestabstand von neuen Windrädern zu Wohnhäusern. In Niedersachsen zum Beispiel hält nur ein Bruchteil der bestehenden rund 6.400 Anlagen diese Distanz ein. Die niedersächsische Landesregierung hat deshalb bereits angekündigt, diese Regelung nicht übernehmen zu wollen.

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