Wasserstoff auf dem Vormarsch

Weg zur Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Wasserstoff: Eine Kostenperspektive

Der jüngste Bericht des Hydrogen Council vom 20.01.2020 zeigt, dass die Kosten für Wasserstofflösungen innerhalb des nächsten Jahrzehnts stark sinken werden – und zwar früher als bisher erwartet. Mit dem weiteren Ausbau von Wasserstoffproduktion, -verteilung, -ausrüstung und -komponenten werden die Kosten bis 2030 für zahlreiche Anwendungen voraussichtlich bis 50 % sinken – so der Branchenzusammenschluss -, wodurch Wasserstoff gegenüber anderen kohlenstoffarmen Alternativen und in einigen Fällen sogar gegenüber konventionellen Optionen wettbewerbsfähig werden wird.

Die Untersuchung “Path to hydrogen competitiveness – A cost perspective” (PDF, englisch) basiert auf aktuellen Branchendaten – nach einer strengen Methodik wurden 25.000 Datenpunkte von 30 Unternehmen gesammelt und analysiert. Die Daten wurden von McKinsey & Company ausgewertet, sie repräsentieren die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette in vier Schlüsselregionen (USA, Europa, Japan / Korea und China). Das Ergebnis wurde dann von einer unabhängigen Beratergruppe geprüft, die sich aus anerkannten Experten für Wasserstoff und Energiewende zusammensetzte.

Demnach werden erhebliche Kostensenkungen bei den verschiedenen Wasserstoffanwendungen erwartet. Für mehr als 20 von ihnen, wie z.B. Fern- und Schwerlasttransporte, Industrieheizungen und Rohstoffe für die Schwerindustrie, die zusammen etwa 15% des weltweiten Energieverbrauchs ausmachen, scheint der Wasserstoffweg die Entkarbonisierungsoption der Wahl zu sein – eine wichtige Chance.

Der Bericht führt diesen Weg auf eine Ausweitung zurück, die sich positiv auf die drei Hauptkostentreiber auswirkt:

  • Starker Rückgang der Kosten für die Herstellung von kohlenstoffarmem und erneuerbarem Wasserstoff;
  • Geringere Verteilungs- und Betankungskosten dank höherer Auslastung und Skaleneffekt bei der Nutzung der Infrastruktur;
  • und dramatischer Rückgang der Kosten von Komponenten für Endgeräte bei der Ausweitung der Fertigung.

Um diese Chance zu nutzen, sind unterstützende Maßnahmen in den wichtigsten Regionen sowie eine Investitionsförderung von rund 70 Milliarden Dollar (etwa 63 Mrd. Euro) bis 2030 erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit von Wasserstoff zu erhöhen und zu erreichen. Diese Zahl ist zwar beträchtlich, macht aber weniger als 5% der jährlichen weltweiten Energieausgaben aus. Zum Vergleich: Die Förderung der Erneuerbaren Energien in Deutschland betrug im Jahr 2019 rund 30 Milliarden Dollar (27 Mrd. Euro).

Zum Hintergrund: Der Hydrogen Council ist eine globale Vereinigung aus 60 führenden Energie-, Transport- und Industriekonzernen. Unter anderem sind darin Airbus, Audi, BMW, Daimler, Bosch, Thyssenkrupp und zahlreiche Wasserstoffkonzerne vertreten. Sollten die Preise im Bereich des Wasserstoffs tatsächlich so deutlich sinken, könnte sich beim Wettrennen um den Autoantrieb der Zukunft die Ausgangspositionen ändern.

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