Verkehrssektor verfehlt Ziel – und nicht nur der

Gesamtabschätzung des Klimaschutzprogramms 2030 zeigt Handlungsbedarf

Die geplanten Maßnahmen des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung reichen nach neuen Abschätzungen nicht aus, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Insgesamt entstehe gegenüber den Zielen des Bundes-Klimaschutzgesetzes eine Lücke von mehr als 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (CO2e), die zu viel ausgestoßen würden, heißt es in einer Pressemeldung des Freiburger Öko-Instituts e.V. vom 05.03.2020.

Dessen aktuelle Studie im Auftrag von Bundesumweltministerium  und Umweltbundesamt schätzt, dass im Jahr 2030 statt der angestrebten 543 noch 614 Mio. t CO2e in die Atmosphäre abgegeben werden. Das entspricht einer Minderung von 51 Prozent der Emissionen gegenüber dem Jahr 1990. Die Bundesregierung hatte sich gemäß des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 verpflichtet, im Jahr 2030 mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zum Jahr 1990 zu emittieren.

Im Detail: Klimaschutz in Verkehr und Gebäuden

Das Öko-Institut hat mit seinen Partnern am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) und am Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES GmbH) berechnet, wie viel Treibhausgase durch die Maßnahmen des im Oktober 2019 beschlossenen Klimaschutzprogramms 2030 gemindert werden.

Das Fazit: Besonders in den Sektoren Verkehr und Gebäude werden die Ziele zum Schutz des Klimas nicht erfüllt. Der Verkehr ist dabei der Sektor mit der größten Lücke zur Zielerreichung: Statt der angestrebten Zielmarke von 95 Mio. t CO2e werden im Verkehrssektor in Deutschland im Jahr 2030 noch 128 Mio. t CO2e ausgestoßen. Das bedeutet, dass der Verkehrssektor sein Ziel um 33 Mio. t CO2e verfehlt. Bei den Gebäuden beträgt die Lücke knapp 17 Mio. t CO2e (rund 87 statt wie angestrebt 70 Mio. t CO2e)).

„Unsere Abschätzungen zeigen, dass die beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen, damit Deutschland seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann“, fasst Julia Repenning, Projektleiterin am Öko-Institut zusammen. „Vor allem in den Sektoren Verkehr und Gebäude sind weitere Maßnahmen zur Zielerreichung nötig, die schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden müssen.“

->Quelle und weitere Informationen: