dena-Leitstudie “Aufbruch Klimaneutralität”

Abschlussbericht veröffentlicht

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat am 07.102021 mit dem Abschlussbericht der dena-Leitstudie “Aufbruch Klimaneutralität” in der Bundespressekonferenz in Berlin ein Mammutwerk vorgestellt. „Die dena-Leitstudie liefert der zukünftigen Bundesregierung eine praxisorientierte Perspektive zur Erreichung von Klimaneutralität bis 2045. In Ergänzung zu einer umfassenden Analyse wurden insgesamt 84 Aufgaben in zehn zentralen Handlungsfeldern identifiziert, die eines gemeinsam haben: Jede einzelne Aufgabe ist machbar“, so dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann.

– Titel © dena

Klimaneutralität ist eine historische und fundamentale Herausforderung für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Ein grundlegendes Neudenken und eine vollständige Transformation des Energie- und Wirtschaftssystems sind gefordert. Die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität identifiziert die entscheidenden Handlungsfelder und Lösungsansätze. Sie bietet eine Basis für fundierte strategische Entscheidungen der politischen und wirtschaftlichen Akteure zur Erreichung von Klimaneutralität 2045.

Ambitioniert und realistisch

Deutschland hat sich dazu verpflichtet, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen und bis zum Jahr 2045 weitgehend treibhausgasneutral zu sein. Dafür sind die 2020er Jahre entscheidend – wir befinden uns in einer Dekade der Weichenstellungen. Doch welche Weichen genau gilt es zu stellen?

Diese Frage beantwortet die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität. Mit einem breiten Stakeholder-Kreis aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft wurden konkrete Lösungssätze und CO2-Reduktionspfade erarbeitet. Über 70 Projektpartner, ein 45-köpfiger Projektbeirat und mehr als 10 renommierte Institute als Gutachter tragen mit Markt- und Fachkenntnis dazu bei, dass die Transformationspfade der dena-Leitstudie ambitioniert und gleichzeitig realistisch sind. Denn die wissenschaftliche Szenario-Bildung und Modellierung wurde mit den Akteuren abgeglichen, die daraus folgende Pfade beschreiten und die Lösungsansätze in der Realität umsetzen müssen. Das macht die Ergebnisse praktikabel und besonders belastbar.

Wichtige Impulse nach der Bundestagswahl

Die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität ist eine Basis für fundierte strategische Entscheidungen der politischen und wirtschaftlichen Akteure zur Erreichung von Klimaneutralität 2045. Die Ergebnisse sollen Wirtschaftsakteuren strategische Orientierung zur Ausrichtung ihrer Geschäftsaktivitäten auf dem Weg in eine klimaneutrale Gesellschaft geben. Der Politik werden konkrete Empfehlungen für die Weichenstellungen in der kommenden Legislaturperiode angeboten. In Ergänzung zu einer umfassenden Analyse nennt die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität insgesamt 84 Aufgaben in zehn zentralen Handlungsfeldern.

Aufbruch Klimaneutralität: die gesamtgesellschaftliche Aufgabe – zentrale Fragestellungen der dena-Leitstudie und Aufgabenstellung

1. Welche Anforderungen muss eine integrierte Gesamtstrategie für Klimaneutralität erfüllen?

Die Transformation zur Klimaneutralität betrifft jeden Lebensbereich und jedes politische Ressort. Diese Querschnittsaufgabe ist jedoch nicht allein mit einer Verteilung auf verschiedene Bundesministerien mit ihrer eigenen Sicht und eigenen politischen Agenda anzugehen. Stattdessen braucht Klimaneutralität eine ganzheitliche politische Betrachtung, in der verschiedene Politikfelder – insbesondere Energie-, Umwelt-/Klima- und Wirtschaftspolitik – integriert und koordiniert werden.

Zentrale Handlungsempfehlungen (Verlinkte Erläuterungen zu den 84 Aufgaben hier):
AUFGABE 1: Das Ziel „Klimaneutralität“ erfordert robuste Planung mit erhöhten Sicherheitspuffern
AUFGABE 2: Eine integrierte Technologie- und Industriestrategie entwickeln, um Technologieführer für Klimaneutralitätstechnologien zu werden
AUFGABE 3: Die Governance für Energiewende und Klimaschutz schärfen
AUFGABE 4: Klimakonsens schaffen

2. Wie wird das Energiemarktdesign zur Basis für ein klimaneutrales integriertes Energiesystem?

Es bedarf einer kohärenten Ausgestaltung des Gesamtrahmens für das Energiesystem – während und nach der Transformation. Darunter sind die Marktregeln und Regulierungsvorschriften zu verstehen, die die Energieversorgung langfristig in effizienter und sicherer Weise gewährleisten. Dazu gehören aber auch Maßnahmen, die kurz- und mittelfristig die Transformation und Marktveränderung im Energie- und in den Verbrauchssektoren einleiten und sich politisch in ausreichendem Maß steuern lassen.

Zentrale Handlungsempfehlungen:

AUFGABE 5: EU-weite Vereinheitlichung der CO2-Bepreisung vorantreiben und Abgleich mit den nationalen Regelungen vornehmen
AUFGABE 6: Abgaben auf Energie auf CO2-Bepreisung und Infrastrukturabgaben fokussieren
AUFGABE 7: Eine Integrierte Finanzierungsplanung für die Energiewende entwickeln
AUFGABE 8: Einen Systementwicklungsplan für eine integrierte Infrastrukturplanung gesetzlich einführen
AUFGABE 9: Einführung einer integrierten kommunalen Energieleitplanung voranbringen
AUFGABE 10: Regulierung von Energieinfrastrukturen mit dem Ziel einer sektorübergreifenden Optimierung weiterentwickeln

3. Welchen Beitrag leisten Innovationen auf dem Pfad zur Klimaneutralität?

Die Innovationsgeschwindigkeit in den Bereichen Energie, Mobilität, Materialforschung, Digitalisierung und selbst Lebensmittel ist immens. Die Diskussion um den Beitrag von Innovationen zur Erreichung der Klimaneutralität verläuft schwerfällig. Es bedarf sofortigen Handelns und eines klaren Blicks für das zu hebende Innovationspotenzial. Ein Ignorieren dieser teils disruptiven Entwicklungen schränkt die Optionen für die Pfade zur Zielerreichung unnötigerweise ein und schadet damit am Ende dem Klimaschutz.

Zentrale Handlungsempfehlungen:

AUFGABE 11: Chancen durch aktives Changemanagement erkennen und nutzen
AUFGABE 12: Skalierung durch Nachfrageförderung sicherstellen
AUFGABE 13: Innovationen auch auf Landes- und Kommunalebene ermöglichen
AUFGABE 14: Vernetzung auf EU-Ebene
AUFGABE 15: Auch Unternehmen müssen auf Erneuerung setzen

4. Wie wird die Transformation zu Klimaneutralität in der Gesellschaft verankert?

Der Weg zur Klimaneutralität ist in der Gesamtheit der dafür erforderlichen sozioökonomischen Veränderungen einer der größten Transformationsprozesse in der Geschichte der Menschheit. Auch für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland werden die notwendigen Veränderungen in jedem Lebensbereich spürbar. Neben den technischen Herausforderungen müssen daher auch ökonomische, kulturelle und strukturelle Faktoren dieses gesamtgesellschaftlichen Wandels sowie soziale Herausforderungen berücksichtigt werden.

Zentrale Handlungsempfehlungen:

AUFGABE 16: Soziale Gerechtigkeit sicherstellen, Akzeptanz für die CO2-Bepreisung als Kernelement ausbauen
AUFGABE 17: Klimaschädliche Subventionen und Anreizsysteme abschaffen
AUFGABE 18: Rahmenbedingungen für Partizipation verbessern
AUFGABE 19: Bürgerenergie, Mieterstrom und Prosumer stärken
AUFGABE 20: Eine positive gesamtgesellschaftliche Zukunftsvision
AUFGABE 21: Ehrlich machen, Kommunikation verbessern und Informationsangebote gestalten
AUFGABE 22: Institutionalisierung der Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse für eine Versachlichung des politischen und gesellschaftlichen Diskurses
AUFGABE 23: Ausbildungs- und Qualifizierungsinitiative für Fachkräfte der Energiewende
AUFGABE 24: Rolle der Kommunen stärken

5. Wie erfolgt die Einbettung der deutschen in die europäische und die internationale Energiewende?

Deutschland ist eng in die internationalen Märkte eingebunden und kann besonders von einer europäischen und einer globalen Energiewende profitieren. Innerhalb Europas nehmen der Aufbau und das marktliche Zusammenwachsen sowie die physische Vernetzung von europäischen Märkten für Energie und Güter weiter zu. So ist die Energiewende in Deutschland durch den europäischen Binnenmarkt für Energie eng verknüpft mit Vorgängen auf EU-Ebene und in anderen Mitgliedsstaaten. Hier ist Koordination notwendig.

Zentrale Handlungsempfehlungen:

AUFGABE 25: Ziele des EU Green Deals proaktiv unterstützen und die Rechtsakte des „Fit for 55“-Pakets zeitnah umsetzen
AUFGABE 26: Einheitliche Mindeststandards erarbeiten, um globale Klimaziele zu erreichen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu bewahren
AUFGABE 27: Abstimmung auf EU-Ebene zur Weiterentwicklung integrierter Energieinfrastrukturen und Erzeugungskapazitäten verstärken
AUFGABE 28: Internationale Kooperationen für den Import von Wasserstoff und seinen Derivaten aufbauen

6. Wie kann die Transformation zu einem klimaneutralen Gebäudebestand gelingen?

Der Gebäudesektor bleibt aktuell hinter der Zielmarke zurück. Zur Erreichung der Klimaziele sind tiefgreifende Veränderungen mit hoher Geschwindigkeit notwendig. Mit Blick auf Energieverbräuche und den Anteil am CO2-Ausstoß ist die Dekarbonisierung des Gebäudesektors von entscheidender Bedeutung für die Erreichung der Klimaziele. Der Gebäudesektor rückte daher im Laufe der letzten Jahre als zentraler Bestandteil im Rahmen des Gesamtsystems immer stärker in den Fokus der Debatten.

Zentrale Handlungsempfehlungen:

AUFGABE 29: Fördersystematik weiterentwickeln und richtungsweisende Impulse setzen
AUFGABE 30: Gebäude als Akteure (und nicht nur Objekte) der Energiewende verstehen
AUFGABE 31: Serielles Sanieren in den Markthochlauf bringen
AUFGABE 32: Wirksame Ausgestaltung der CO2-Bepreisung/Aufteilung zwi-schen Mieterschaft und Vermietenden/Reform der Steuern, Abgaben und Entgelte zugunsten von Klimaschutzlösungen
AUFGABE 33: Unterstützung der Wärmenetze in der schrittweisen Dekarbonisierung
AUFGABE 34: Unterstützung von Markteinführung und Markthochlauf klimaneutraler synthetischer Brennstoffe
AUFGABE 35: Stärkung von Digitalisierung und Gebäudeautomatisation
AUFGABE 36: „Worst first“: Schlechteste Gebäude zuerst sanieren
AUFGABE 37: Verbesserung der Umsetzung des Ordnungsrechts im Bestand
AUFGABE 38: Anpassung ordnungsrechtlicher Vorgaben für den Neubau in Verbindung mit Förderung
AUFGABE 39: Quartiere als Klimaschutz-Vorranggebiete etablieren
AUFGABE 40: Ausweitung der Energieberatung, Datenbasis verbessern, Energiebedarfsausweise stärken
AUFGABE 41: Stärkung des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) und Weiterentwicklung für Gebäudeportfolios
AUFGABE 42: Vorbereitung und Durchführung einer breiten Beratungs-, Informations- und Kommunikationsoffensive

7. Wie kann die Industrie die Umstellung auf klimaneutrale Prozesse und eine effiziente Kreislaufwirtschaft schaffen?

Die deutsche Industrie trägt mit über 6 Millionen direkt Beschäftigten in mehr als 45.000 Betrieben erheblich zum Wohlstand des Landes bei. Insgesamt verursachte der Industriesektor im Jahr 2018 rund 190 Millionen Tonnen direkte CO2-Emissionen, fast ein Viertel des deutschen THG-Ausstoßes. Damit die Industrie klimaneutral produziert, müssen die bestehenden, auf fossilen Ressourcen basierenden Produktionsprozesse weiterentwickelt oder komplett durch neue Produktions- und Prozesstechnologien ersetzt werden.

Zentrale Handlungsempfehlungen:

AUFGABE 43: Die Energieeffizienz weiter verbessern und alle Förderprogramme auf THG-Minderung ausrichten
AUFGABE 44: Rohstoffeffizienz erhöhen und Kreislaufwirtschaft für sämtliche nicht erneuerbaren Rohstoffe einführen
AUFGABE 45: Lenkungswirkung von THG-Emissionen auf den Konsum erhöhen und die Kostengerechtigkeit verbessern
AUFGABE 46: Durch­„grüne ­Leitmärkte“­ konkrete Nachfrage nach THG-armen Produkten schaffen und die Investitionssicherheit erhöhen
AUFGABE 47: Besondere Unterstützung für den Mittelstand und KMU durch einen „individuellen Transformationsfahrplan“ zu Klimaneutralität
AUFGABE 48: Wärmenetze stärken und die vermehrte Nutzung von Abwärme ermöglichen
AUFGABE 49: Wärmenetze stärken und die vermehrte Nutzung von Abwärme ermöglichen

8. Wie kann im Verkehr effiziente motorisierte Mobilität mit neuen, innovativen Mobilitätskonzepten verbunden werden?

Die Emissionen im Verkehrssektor stagnieren. Klimapolitisches Ziel ist, bis 2030 mindestens 48 Prozent weniger CO2 im Verkehr gegenüber 1990 zu emittieren. Auch danach steigt das Ambitionsniveau kontinuierlich. Passende Technologien, Energieträger sowie IT- und Mobilitätskonzepte sind verfügbar – durch fehlende Rahmenbedingungen kommen diese jedoch nicht zum Tragen. Bisweilen gibt es aktuell sogar noch Marktentwicklungen und Trends, die gegenläufig zum Ziel der Klimaneutralität sind.

Zentrale Handlungsempfehlungen:

AUFGABE 50: Rahmenbedingungen für die sich selbst tragende Marktentwicklung von alternativen Antrieben schaffen
AUFGABE 51: Zahlungsbereitschaft im Verkehr für Kostendegression von erneuerbaren Kraftstoffen nutzen
AUFGABE 52: Öffentlichen Verkehr als Rückgrat der bezahlbaren Mobilität stärken und besser verzahnen
AUFGABE 53: Kommunen mehr Freiraum durch Anpassung des Straßenverkehrsrechts geben
AUFGABE 54: Planungen und Umsetzungen von Infrastrukturmaßnahmen und Genehmigungen beschleunigen und verfügbare Alternativen mitdenken
AUFGABE 55: Anpassung von Steuern und Abgaben mit Fokus auf Zielerreichung
AUFGABE 57: Kostenwahrheit als Grundlage eines verursachergerechten und so-zial ausgewogenen Klimaschutzes implementieren
AUFGABE 58: Veränderte berufliche Anforderungsprofile durch Ausbildung und Umschulungen unterstützen

9. Wie kann eine klimaneutrale und sichere Energieversorgung gestaltet werden?

Die bestehenden Entwicklungspfade für einen klimaneutralen Stromsektor sind grundsätzlich richtig angelegt. Die zukünftige Energieversorgung funktioniert mit erneuerbarem Strom, Bioenergie sowie klimaneutralem Wasserstoff und Powerfuels in einem integrierten Energiesystem. Die Bedeutung von Strom als Endenergieträger wird stark zunehmen. Erneuerbare Energien sind im Stromsektor zwar auf dem Vormarsch, doch im Wärme- und Verkehrssektor dominieren noch immer fossile Energieträger.

Zentrale Handlungsempfehlungen:

AUFGABE 59: Rechtsrahmen für erneuerbare Energien im Stromsektor weiterentwickeln
AUFGABE 60: Private Investitionen in erneuerbare Energien stärken
AUFGABE 61: Mehr Flächen für erneuerbare Energien bereitstellen<
AUFGABE 62: Genehmigungsverfahren für EE-Anlagen vereinfachen
AUFGABE 63: Steuerung der Nachfrage nach Wasserstoff und klimaneutralen Energieträgern
AUFGABE 64: Investitionsförderung für die ersten Elektrolyseurprojekte
AUFGABE 65: Forschung und Entwicklung für Wasserstoff und Powerfuels
AUFGABE 65: Gesetzliche Grundlagen für das Startnetz und den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur schaffen
AUFGABE 67: Das Startnetz für die Wasserstoffinfrastruktur planen und festlegen
AUFGABE 68: Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturen prüfen.
AUFGABE 69: Die Stromnetze höher auslasten
AUFGABE 70: Auswirkungen des verzögerten Ausbaus der Stromübertragungsnetze berücksichtigen
AUFGABE 71: Lastseitige Flexibilität im Stromsektor aktivieren
AUFGABE 72: Umfassendes Konzept für ausreichend gesicherte Leistung im Stromsektor
AUFGABE 73: Gesamtstrategie Systemsicherheit und Netzstabilität umsetzen<
AUFGABE 74: Ein Konzept für die Transformations- und Versorgungssicherheit der neuen Energiemärkte erstellen

10. Welche Bedeutung haben natürliche Ökosysteme und technische Senken zur Erreichung der Netto-Null?

Neben Treibhausgas-Minderungen der Verbrauchssektoren sind für Klimaneutralität Maßnahmen in Landwirtschaft, Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft sowie der Aufbau technischer Senken notwendig. Das Klimaschutzgesetz 2021 sieht für Deutschland die Erreichung der Treibhausgasneutralität 2045 sowie eine netto-negative Bilanz nach 2045 vor. Dafür müssen sich 2045 die THG-Senken mit den verbleibenden Emissionen die Waage halten, und diese nach 2045 sogar übertreffen.

Zentrale Handlungsempfehlungen:

AUFGABE 75: Integrierte Senkenstrategie für Deutschland entwickeln
AUFGABE 76: Rahmenbedingungen für den Hochlauf von Negativemissionstechnologien schaffen
AUFGABE 77: CO2-Infrastrukturbedarf prüfen und integrierte Planung vorsehen
AUFGABE 78: Akzeptanz für CCU/S schaffen
AUFGABE 79: Klimaneutralen Kohlenstoffkreislauf als Zielbild etablieren
AUFGABE 80: Klimawandelresistente natürliche Senken fördern
AUFGABE 81: Biomassenutzungsstrategie entwickeln
AUFGABE 82: Potenziale von BECCS in der Industrie nutzen
AUFGABE 83: Transformation der Landwirtschaft beschleunigen
AUFGABE 84: Forschung und Entwicklung ausweiten

Vom Blick in die Werkstatt zu konkreten Handlungsempfehlungen

Die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität umfasste zwei Phasen. In Phase 1 wurden ein ambitioniertes Referenzszenario sowie ein Zielszenario zur Treibhausgasneutralität aufgestellt (August 2020 bis Februar 2021). Der im März veröffentlichte Zwischenbericht gewährte einen Blick in die Werkstatt der Leitstudie. Er bildete erste Erkenntnisse und Ableitungen aus den zentralen Handlungsfeldern ab. Im Anschluss an den Zwischenbericht folgten in Phase zwei die Modellierung der Szenarien, die von weiteren Diskussionen in den Arbeitsgruppen begleitet wurden. Im Verlauf der Studie entwickelten die beteiligten Expertinnen und Experten konkrete Umsetzungspfade und Handlungsempfehlungen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Sieben Impulse für die Transformation

Übergeordnet zu den jeweiligen Erkenntnissen in den Sektoren und Querschnittsthemen haben die Projektbeteiligten sieben Impulse identifiziert, die essenziell für eine beschleunigte Transformation sind.  Es wird deutlich: Der Weg zur Klimaneutralität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürgern gelingen kann.

Integrierte Analyse: Sektoren und Querschnitte

Ein wesentlicher Teil der Analysen findet in vier Sektormodulen statt: Energiewirtschaft, Gebäude, Industrie und Verkehr. Diskutiert werden jeweils Lösungsansätze zur Erreichung von Klimaneutralität im Jahr 2045 sowie die passenden Parameter zur Quantifizierung der sektorspezifischen Transformationspfade im Rahmen der energiesystemischen Modellierung.
Um integrierte Lösungen zu erarbeiten, diskutieren die projektbeteiligten Expertinnen und Experten in drei Querschnittsmodulen die sektorübergreifenden Inhalte: Energiemarktdesign, Transformation sowie Wirtschaft & Europa.

->Quellen: