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Archiv: Mieterstrom


Falsches Spiel“

Die Mieter von 3,8 Millionen Wohnungen sollen nun auch von der Ökostromförderung profitieren, verheißt die Bundesregierung. Doch die meisten gehen leer aus – für viele wird es sogar teurer, schreibt Dieter Dürand in Wirtschaftswoche Green Economy und fragt: „Profitieren Mieterhaushalte wirklich? Wird mit dem neuen Fördertopf tatsächlich die Ungerechtigkeit aus der Welt geschafft, dass Mieter über die Umlage für Erneuerbare Energien (EEG), die sie mit ihrer Stromrechnung überweisen, Immobilienbesitzer subventionieren, die sich eine Solarstromanlage anschaffen?“


Korrekturbedarf am Entwurf

Kritik, Unzufriedenheit und Nachbesserungsverlangen in Bezug auf den Entwurf des Mieterstromgesetzes aus dem Bundeswirtschaftsministerium überwiegen in den Stellungnahmen von Verbänden und Vereinigungen, auch wenn sie das Vorhaben generell begrüßen – schreibt Sandra Enkhardt auf pv magazine.


Fell: „Entwurf zum Mieterstromgesetz verschlechtert Ökostromzugang für Mieter, statt ihn zu verbessern“

Die von CDU/CSU/SPD getragene Bundesregierung missachte den erklärten Willen der eigenen Bundestagsmehrheit immer mehr, schreibt der EE-Experte Hans-Josef Fell: Die vom Bundestag in der EEG-Novelle geforderte Stärkung der Regionalstromvermarktung durch eine Verordnung der Bundesregierung sei so hintergangen worden, dass daraus lediglich ein Kennzeichnungsinstrument gworden sei; nicht aber eine Stütze für die geforderte Stärkung der regionalen Vermarktung von Ökostrom. „Genauso werden nun die Bundestagsforderungen nach einem Mieterstromgesetz von der Bundesregierung hintergangen.“


Urbane Energiewende: Intersolar Europe beleuchtet das Potenzial von Mieterstrommodellen

Von der Errichtung einer PV-Anlage auf dem Dach profitieren derzeit hauptsächlich Hauseigentümer. Neue Modelle sehen jedoch vor, dass auch Mieter großflächig am Direktstromkonzept und somit an der urbanen Energiewende beteiligt werden. Deshalb will die Intersolar Europe, die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft und ihre Partner vom 31.05. bis 02.06.2017 in München das Thema gezielt ansprechen.


BSW-Solar hat Verbesserungsvorschläge

Das BMWi hat 20.03.2016 einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die gegenwärtige Benachteiligung von Mietern bei der Nutzung von Solarstrom noch in dieser Legislaturperiode beseitigen soll. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) ziele der Gesetzesentwurf in die richtige Richtung. Um möglichst viele Mieter in den Genuss preiswerten Solarstroms kommen zu lassen, müsse der Referentenentwurf allerdings an mehreren Stellen nachgebessert werden, wie der BSW-Solar am 21.03.2016 mitteilte.


Breites Bündnis fordert: Gesetz für Mieterstrom muss bis zur Sommerpause umgesetzt werden

Am 16.02.2017 haben sich SPD- und Unionsfraktion darauf verständigt, die Vor-Ort- und Quartiersversorgung von Mietern mit Solarstrom künftig gezielt zu fördern. Noch in dieser Legislaturperiode soll ein gemeinsames Gesetz zum sogenannten Mieterstrom auf den Weg gebracht werden. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat beim Neujahrsempfang des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) ein solches Gesetz bis zur Sommerpause angekündigt. Rund 3,8 Millionen Mieterhaushalte könnten kostengünstigen Solarstrom vom Dach beziehen, so eine aktuelle BMWi-Studie (siehe: solarify.eu/bmwi-studie-zum-mieterstrom). Dieses Potenzial muss endlich erschlossen werden, fordert ein breites Bündnis aus Verbänden und Unternehmen.