CO2-Capture anders

Treibstoff aus der Luft

Das kanadische Unternehmen „Carbon Engineering“ (CE) hat eine Pilot-Forschungsanlage in Betrieb genommen, mit der täglich rund eine Tonne CO2 aus der Luft gefiltert und in Pellets verwandelt werden soll – CE will die Funktionsfähigkeit der Technik unter Beweis stellen. Einem Artikel in nature zufolge hatte der an Klimafragen interessierte Professor David Keith von der University of Calgary in Alberta/Canada schon 2008 Geld in der Hoffnung gesammelt, noch im gleichen Jahr eine Firma unter dem Namen Carbon Engineering zu eröffnen.

In der Tat schaffte er es im Jahr darauf mit drei Millionen Euro von Bill Gates und anderen. 2011 und 2012 konstruierte das Unternehmen erste Prototypen für Teile seines Reinigungssystems und baute nach dem Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde von 2,6 Mio. Euro eine komplette Pilotanlage für die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre.

Die von „Carbon Engineering“ und anderen Unternehmen entwickelten Kohlenstoff-Erfassung-Vorrichtungen haben in den vergangenen zwei Jahren große Fortschritte gemacht, sagte Timothy A. Fox, Leiter Energie und Umwelt bei der Institution of Mechanical Engineers in London (ähnlich dem deutschen VDI).

[note Aus der „Carbon Engineering“-Webseite: “Hauptzweck des Pellet-Reaktorsystems ist es, das mittels einer alkalischen Flüssigkeit (Kalilauge) im Luftaustauscher absorbierte CO2 in feste Pellets umzuwandeln, die dann leicht getrocknet und nachgeordnet in einen sogenannten Kalzinierofen zur CO2-Freisetzung und Reinigung verbracht werden.
Das System besteht aus einem ‘Wirbelbett’ von Pellets, die von der langsam nach oben strömenden Lauge bewegt werden. Von unten werden CO2-reiche Flüssigkeit aus dem Luftaustauscher und Chemikalien zugeführt. Es findet eine chemische Reaktion statt, in deren Verlauf Carbonat in die festen Pellets ausfällt und an der Spitze CO2-arme Lauge austritt, von wo diese dann wieder zurück in die Luftaustauscher geleitet wird, um erneut CO2 zu absorbieren. Die festen Pellets werden regelmäßig entnommen, gewaschen und dem Kalzinierofen zugeführt, wo die Feststoffe erwärmt werden, um CO2 freizustzen, wonach die zurückbleibende feste Chemikalie zur Wiederverwendung ins Pellet-Reaktorsystem (s.u.) verbracht wird.”]

Die Investitionen für  die erste kommerzielle Anlage, die 2017 in Betrieb gehen soll, veranschlagt  „Carbon Engineering“ auf weniger als 175 Millionen Euro. Dort sollen die Pellets unter Zugabe von Wasserstoff zu Treibstoff weiterverarbeitet werden. Die Anlage soll 200 bis 400 Liter Benzin oder Diesel täglich erzeugen. Keith will schon 2018 mit dem künstlichen und umweltfreundlichen Kraftstoff auf den Markt gehen.

[note Solarify fragt sich: Wir leiden unter gefährlicher CO2-Überproduktion. Wenn wir nichts ändern, wird sich die Tür 2017 schließen und wir bleiben “locked-in”, sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol bereits am 11.11.2011 in Berlin bei der Vorstellung des World Energy Outlooks. Schon 2017 wird weltweit die Zahl an Kraftwerken, Gebäuden und Industrieanlagen errichtet sein, die erst 2035 erreicht sein dürfte, wenn wir die Zwei-Grad-Grenze einhalten wollen. Die Kippschalter von Edenhofer und Schellnhuber werden im Laufe des Klimawandels irreversibel umgelegt. Die Diskussion um CCS und CCU ist in vollem Gange. Warum nutzen wir dann nicht das täglich in unzähligen Kraftwerken oder Stahlkochern menschengemachte CO2 und sparen uns den teuren Prozess von Professor Keith? Es ist doch genügend da und müsste nicht erst teuer aus der Luft gefangen und gereinigt (das CO2 aus der Luft ist stark verunreinigt) werden (offenbar so teuer, dass Zweifel angebracht sind, ob das Verfahrfen eine relle Marktchance hat.). Schließlich: siehe den folgenden Text…]

Folgt: Im Gegensatz zu CCS: CO2 Rohstoff – nicht “Abfall”