Info-Plattform zu Klimaschutz und Energie im Südwesten gestartet

Vier Kompetenzzentren der KEA unterstützen Kommunen und Unternehmen

Kommunen und Unternehmen im Südwesten können sich künftig kostenfrei über Energieeffizienz und Energieerzeugung informieren sowie zahlreiche Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen. Dafür sorgen die im vergangenen Jahr neu gegründeten Kompetenzzentren der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Sie sind seit dem 09.06.2016 mit einer neuen Internetpräsenz erreichbar. Die Experten der neuen Kompetenzzentren widmen sich zunächst den Themen „Kommunaler Klimaschutz“, „Energiemanagement“, „Contracting“ und „Wärmenetze“. Kommunale und betriebliche Entscheidungsträger profitieren von einer hersteller- und produktunabhängigen Impulsberatung, fundierten Informationsmaterialien und vielen Netzwerk- und Qualifizierungsveranstaltungen.

Viel Wissenswertes aus der Praxis, Informationen zum Angebot und Ansprechpartner bietet die neue Internetseite unter dem gemeinsamen Motto www.energiekompetenz-bw.de. Eine telefonische Kontaktaufnahme ist unter 0721 984 71-0 möglich.
Die neue Internetseite der KEA Kompetenzzentren: www.energiekompetenz-bw.de

Finanziert werden die Zentren mit Sitz bei der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg in Karlsruhe vom Umweltministerium Baden-Württemberg. Ziel ist, das Wissen der Energiefachleute in den Gemeinden und Betrieben auszubauen, sie zu Effizienzmaßnahmen zu motivieren und den Markt zu befördern.

Frischer Wind für die Energiewende im Land

Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind in den vergangenen Jahren für Städte, Gemeinden und Firmen immer wichtiger geworden. Entsprechende Maßnahmen senken die Energiekosten, sind häufig wirtschaftlich und machen unabhängiger vom Auf und Ab der Energiepreise. „Das eröffnet neue finanzielle Spielräume in den Kommunen und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen“, sagt Umweltminister Franz Untersteller. „Klimaschutz bringt nicht nur der Umwelt etwas.“

„Die neuen Kompetenzzentren vermitteln systematisches Wissen zu den zentralen Energiethemen der Zukunft“, ergänzt KEA-Geschäftsführer Dr. Volker Kienzlen. „Von dem Know-how der KEA werden nicht nur die Kommunen und Unternehmen in Baden-Württemberg noch stärker als bisher profitieren, sondern auch die Energiewende im Land.“

Die Kompetenzzentren wenden sich an Entscheidungsträger in Städten, Gemeinden und Landkreisen, Schulen, kirchlichen Einrichtungen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen. Auch Energieversorger, Genossenschaften, die Wohnungswirtschaft, Betriebe des Gesundheitswesens, lokale Agenda 21-Gruppen und engagierte Bürger sollen unterstützt werden.

Alle Kompetenzzentren arbeiten eng mit den Akteuren auf den Gebieten Energie und Energieeffizienz zusammen: Netzwerkpartner sind die regionalen Energieagenturen, die kommunalen Klimaschutzbeauftragten und die kommunalen Landesverbände. Auch die regionalen Kompetenzstellen für Energieeffizienz (KEFF) in den zwölf Regionen Baden-Württembergs und die Landesagentur Umwelttechnik BW (UTBW) gehören zu den Kooperationspartnern. Hinzu kommen Forschungsinstitute und weitere Verbände.

Neue Rolle für die Landesenergieagentur

Die KEA wird im Zuge des Ausbaus der Kompetenzzentren ihre kostenpflichtigen Angebote Schritt für Schritt zurückfahren und künftig zunehmend vom Umweltministerium finanzierte Leistungen erbringen.
Das Land hat die Absicht, seine Gesellschaftsanteile an der KEA bis 2018 von derzeit 58 auf 100 Prozent zu erhöhen. Auf diese Weise möchte sich Baden-Württemberg das Know-how und die Erfahrung der rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern. „Damit kann sich die KEA künftig noch stärker als bisher für die im Klimaschutzgesetz formulierten und im Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept IEKK konkretisierten Ziele des Landes einsetzen“, so Minister Untersteller.

Energiethemen der Zukunft: Die vier Kompetenzzentren

Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz
Kommunen in ihren Klimaschutzaktivitäten systematisch zu unterstützen ist die Aufgabe des „Kompetenzzentrums Kommunaler Klimaschutz“. Klimaschutz erhöht unter anderem die Wertschöpfung und die Lebensqualität in der Region, erhöht die Versorgungssicherheit und verhilft den Städten, Gemeinden und Landkreisen zu einer modernen, zukunftsfähigen Energieinfrastruktur. Das Kompetenzzentrum bietet Erstinformationen und Initialberatungen an und führt diverse Veranstaltungen im Land durch. Darüber hinaus verbreitet das von Harald Bieber geleitete Kompetenzzentrum das Werkzeug BICO2BW weiter, mit dem Kommunen eine CO2-Bilanzierung erstellen können. Geplant sind die Erarbeitung von Praxismaterialien und Checklisten.

Kompetenzzentrum Energiemanagement
Energiemanagement in Nichtwohngebäuden spart Energie, ohne zunächst in neue Technik investieren zu müssen. Es führt zu dauerhaften Energie- und Kosteneinsparungen von zehn Prozent und mehr. Wie Verwaltungsgebäude, Schulen, Kitas und auch Betriebe dieses Ziel erreichen können, zeigt das „Kompetenzzentrum Energiemanagement“. Es erstellt Informationsmaterialien und Arbeitsmittel und gibt Hilfestellungen für Multiplikatoren, etwa durch Schulungen, Vorträge und Telefonberatungen. Claus Greiser und sein Team werden künftig unter anderem Qualitätskriterien für gutes Energiemanagement erarbeiten, Informationen zu Fördermöglichkeiten verbreiten, Energieeffizienznetzwerke koordinieren und ein Internet-Wissensportal zum Thema pflegen.

Kompetenzzentrum Contracting
Das „Kompetenzzentrum Contracting“ zeigt, welche Vorteile die Durchführung einer investiven Maßnahme in Form von Contracting bieten kann. Bei Contracting sanieren private Unternehmen auf eigene Kosten und Risiko Heizungsanlagen, Warmwasserbereitung, Regelungstechnik und Lüftungsanlagen in meist größeren Gebäuden und werden aus der tatsächlich erreichten Energiekosteneinsparung oder über einen Grund- und Arbeitspreis entlohnt. Die Kommunen oder Unternehmen erhalten eine moderne Anlagentechnik, ohne mit eigenem Budget investieren zu müssen. Um das Instrument bekannter zu machen, erstellen Rüdiger Lohse und seine Kolleginnen und Kollegen Informationsunterlagen, zeigen Best-Practice-Beispiele und bieten Initialberatungen an. Künftig wird auch der bereits fest etablierte, jährliche Contracting-Kongress ein Element des Kompetenzzentrums Contracting. Weitere Aufgaben sind die Standardisierung von Vertragsunterlagen, die Erarbeitung eines umfassenden Contracting-Leitfadens und Qualifizierungsangebote für Contractoren.

Kompetenzzentrum Wärmenetze
Wärmenetze sind ein weiteres wichtiges Themenfeld, dem sich ein eigenes Kompetenzzentrum widmet. Wärmenetze erleichtern die Nutzung erneuerbarer Energien sowie von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Abwärme. Das Kompetenzzentrum Wärmenetze widmet sich diesem Themenkomplex. Wärmenetze sind meist auch ökonomisch sinnvoll – sowohl für Kommunen als auch für Gebäudebesitzer. Letztere müssen sich zudem nicht mehr um ihre Heizungsanlage kümmern. Leiter des „Kompetenzzentrums Wärmenetze“ ist Helmut Böhnisch. Zusammen mit seinem Team bietet er Erstinformation und Initialberatungen an, informiert über erfolgreiche Projekte im Land und unterstützt die vom Land geförderten regionalen Initiativen. Das Kompetenzzentrum führt außerdem am 29. September den Kongress „Nahwärme kompakt“ sowie „klimaschutz_konkret“-Veranstaltungen durch.

Über die KEA-Kompetenzzentren

Die vier Kompetenzzentren „Kommunaler Klimaschutz“, „Energiemanagement“, „Contracting“ und „Wärmenetze“ der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH sollen den Klimaschutz und die Energieeffizienz bei Kommunen und Unternehmen in Baden-Württemberg weiter voranbringen. Die Kompetenzzentren beobachten den Markt, erstellen Informationsmaterialien und verbreiten sie, bieten kostenfreie Impulsberatungen an und organisieren Veranstaltungen. Finanziert werden sie vom Umweltministerium Baden-Württemberg. Die Kompetenzzentren sind bei der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg  in Karlsruhe angesiedelt.

Über die KEA

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ist die Energieagentur des Landes. Aufgabe der KEA ist die aktive Mitwirkung an der Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg: Sie unterstützt die Landesregierung beim Vorantreiben von Energieeinsparung, rationeller Energieverwendung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Mehrheitsgesellschafter ist das Land Baden-Württemberg. Der Sitz der KEA ist in Karlsruhe.

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