CO2-Anstieg “dank” Diesel-Skandals

Kaufzurückhaltung bei Diesel wirkt sich auf Kohlendioxid-Bilanz aus

Die infolge des Diesel-Skandals zunehmende Skepsis gegenüber dem Dieselmotor treibt bei Neuwagen den durchschnittlichen CO2-Ausstoß nach oben. Nach Angaben des Importeurverbandes VDIK ist der CO2-Emissionsdurchschnitt der in Deutschland zugelassenen Neuwagen im ersten Halbjahr 2017 innerhalb eines Jahres um 0,6 auf 127,6 g/km gestiegen.

Dazu trage auch die verstärkte Nachfrage nach Geländewagen und SUV bei, erklärte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel beim VDIK-Halbjahrespressegespräch 2017 in Frankfurt. Die Zahl von Elektrofahrzeugen nehme zwar zu, von 2013 bis 2017 gar um 119 Prozent, Hybride um 98 Prozent – dieser Zuwachs könne aber den vergleichsweise höheren CO2-Ausstoß durch Benziner und stärkere Motoren nicht wettmachen.

Zirpel wörtlich: “Die Übersicht lässt deutlich erkennen, dass Pkw mit Benzinmotor im ersten Halbjahr um 11 Prozent zugelegt haben, während Pkw mit Dieselmotor um 8 Prozent rückläufig sind, ihr Anteil beträgt aber immer noch 42 Prozent. Die Neuzulassungen mit alternativen Antriebsarten haben mit 77 Prozent die höchste Steigerungsrate zum Vorjahreszeitraum. Mit knapp 50.000 Pkw-Zulassungen beträgt ihr Anteil an den gesamten Neuzulassungen im ersten Halbjahr jetzt 2,8 Prozent. Fest steht, dass auch der Diesel auf viele Jahre hinaus unverzichtbar bleibt, um die strengen CO2-Vorgaben der EU erfüllen zu können.”

Steigender Marktanteil für Importe

Im ersten Halbjahr 2017 haben die Importeure mit mehr als 670.000 Autos ihren Marktanteil in Deutschland um zwei Punkte auf 37,7 Prozent gesteigert. Die privaten Käufer hätten sich deutlich häufiger für Modelle mit Benzinantrieb entschieden. Der Anteil von Pkw mit Benzinmotoren sei voraussichtlich auf 72 Prozent gestiegen, während der Anteil von Dieselfahrzeugen rückläufig gewesen sei und bei privaten Kunden aktuell bei 24,5 Prozent liege. Gegenüber dem
Vorjahreszeitraum sei der Anteil der Zulassungen von Pkw mit alternativen
Antrieben auf 3,6 Prozent gestiegen. Im Flottenmarkt seien zwar ähnliche Trends zu verzeichnen, allerdings mit anderer Ausprägung zwischen Benzin- und Dieselmotoren. Der Anteil der Zulassungen von Pkw mit Benzinmotoren sei auf 29 Prozent gewachsen. Diesel seien auch im Flottenmarkt rückläufig, allerdings schwächer spürbar als im Privatmarkt. Sie lägen aktuell bei 68 Prozent.

Nachrüstung noch unklar

Die ausländischen Hersteller haben nach Zirpels Worten noch nicht darüber entschieden, ob und wie sie sich an Nachrüstungen älterer Diesel beteiligen, um drohenden Fahrverbote in Städten zu begegnen. Die dafür ausschließlich in Frage kommenden Software-Lösungen würden aber noch mit den Mutterhäusern diskutiert. Die Ankündigungen von BMW und Audi, ihre Euro-5-Diesel umzurüsten, sind laut Zirpel “noch sehr vage”. Konkrete Zusagen seien beim Diesel-Gipfel in München nach seiner Einschätzung nicht gemacht worden.

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