Stromkostenvergleich 2019

Wissenschaftliche Strompreis-Analyse von 6.400 Städten

Was kostet Strom in Deutschland? Wie haben sich die Strompreise in den letzten Monaten  entwickelt? Und wo zahlen Haushalte am meisten bzw. am wenigsten für Strom? Regelmäßig analysiert das Verbraucherportal StromAuskunft die Strompreise für 6.400 Städte in Deutschland und veröffentlicht diese in der Studie “Strompreise in Deutschland”. Dabei werden die Erkenntnisse tabellarisch sowie grafisch ausgewertet und auf der Seite Strompreise in Deutschland veröffentlicht.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  1. Verbraucher zahlen in der Grundversorgung im bundesweiten Durchschnitt 32,2 Cent pro kWh. Damit sind die Strompreise für Haushalte so hoch wie nie.
  2. Die Stromkosten für Verbraucher sind regional sehr unterschiedlich. Haushalte in Düsseldorf zahlen z.B. rund 200 Euro weniger für Strom als Haushalte in Frankfurt oder Berlin. Zwischen der günstigsten Stadt (Lippstadt) und der teuersten Stadt (Hersbruck) beträgt der Preisunterschied 444 Euro.

zu 1: Strompreisentwicklung in Deutschland

Die Strompreise für Privathaushalte in Deutschland sind so hoch wie noch nie. In der Grundversorgung zahlen Verbraucher in Deutschland im Durchschnitt 32,2 Cent pro kWh. Beim günstigsten Alternativanbieter kostet die kWh 27,5 Cent. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres haben etwa zwei Drittel der 826 Grundversorger in Deutschland die Strompreise erhöht – und zwar um durchschnittlich rund 5 Prozent.

Stand 18.04.2019 – Grafik © StromAuskunft.de.jpg

„Mittlerweile haben wir in Deutschland die höchsten Strompreise in Europa. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die hohen Umlagen und Steuern. Die reine Stromerzeugung ist nicht die Ursache für die hohen Kosten. Auch wenn die Preise gestiegen sind, kostet eine Kilowattstunde im Großhandel weniger als fünf Cent ,“ sagt  Jörg Heidjann, Herausgeber der Strompreis Studie.

So addieren sich die Netzentgelte, EEG-Umlage, Steuern und Umlagen auf einen Strompreis von über 30 Cent je Kilowattstunde.

zu 2: Atlas für Strompreise zeigt regionale Preisunterschiede

Wie viel Geld Verbraucher für Strom in Deutschland ausgeben hängt neben dem Verbrauch auch vom Wohnort ab. Im Durchschnitt bezahlt ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh 1127 Euro pro Jahr in der Grundversorgung und 959,- Euro beim günstigsten Alternativanbieter. Deutlich sichtbar werden die regionalen Preisunterschiede im Atlas für Strompreise. Dort werden deutschlandweit die aktuellen monatlichen Strompreise für 6400  Städte, Landkreise und kreisfreie Städte visualisiert. Die Strompreise sind farblich unterschiedlich dargestellt (rot = teuer, grün = günstig), so dass die Karte auf einen Blick zeigt, wo Strom in Deutschland eher günstig oder teurer ist. Grundlage ist ein Jahresverbrauch von 3500 kWh.

Stand 01.03.2019 – Grafik © StromAuskunft.de.jpg

Analyse der Stromkosten nach Bundesländern

Betrachtet man die Strompreise nach Bundesland, so zahlen Verbraucher in Thüringen (1217 €), Schleswig Holstein (1207 €), Hamburg (1197 €) , Mecklenburg – Vorpommern (1184 €) und Brandenburg (1164 €) besonders viel für Strom. Günstiger hingegen sind die Strompreise in Bremen (1020 €), Niedersachsen (1080 €), Sachsen (1098 €), Rheinland – Pfalz (1106 €) und Nordrhein Westfalen (1107 €). Einwohner in Bremen zahlen also im Durchschnitt 200 Euro weniger für Strom als Einwohner in Thüringen.

Analyse der Stromkosten in den Großstädten

Betrachtet man die Strompreise der 20 größten Städte in Deutschland, so ergibt sich folgendes Bild:

Haushalte in Düsseldorf zahlen also im Durchschnitt rund 200 € weniger für Strom als Haushalte in Frankfurt oder Berlin.

Besonders deutlich wird der regionale Unterschied der Strompreise in Deutschland, wenn man die Strompreise der günstigsten Stadt Lippstadt mit 940 € und der teuersten Stadt Hersbruck mit 1384 € betrachtet. Das ist ein Preisunterschied von 444 €.

Solarify weist auf den kürzlich veröffentlichten Artikel von Robert Schlögl “Energie.Wende.Jetzt” hin und zitiert daraus: “Strompreise sind trotz ihrer Spitzenwerte in der EU der relativ geringste Anteil im Energiebudget deutscher Privathaushalte.”

->Quelle und weitere Informationen: