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Archiv: Stromkosten

Was Strom wirklich kostet


Neue Studie belegt versteckte Milliarden-Kosten für Kohle und Atom

Die noch gar nicht existierende Regierung kann sich über Hausaufgabenmangel nicht beklagen: „Kommende Bundesregierung muss Marktverzerrung zugunsten konventioneller Energien beenden“, überschrieb der Grünstromversorger Greenpeace Energy eine am 11.10.2017 in Berlin vorgelegte gemeinsam mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) erstellte Studie, mit der Greenpeace Energy zeigt, „was Strom wirklich kostet„.


Kommentar von Thomas Seltmann

mit freundlicher Genehmigung
Wir stellen uns folgendes Szenario vor: Der Automobilkonzern Audi meldet Insolvenz an und 80.000 Mitarbeiter stehen auf der Straße. Die Bundesregierung reagiert darauf mit Häme: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt vor den versammelten Automobilverband und verkündet eine „Atempause“ für die zu schnell wachsende deutsche Automobilindustrie. Ein Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sekundiert mit der Aussage, die Autoindustrie brauche keinen Welpenschutz mehr. Absurde Vorstellung? Nicht ganz, genau das ist der deutschen Solarindustrie geschehen.


Mit Mikro-Dampfturbinen ressourcenschonend Strom produzieren

Ein wesentlicher Kostentreiber in der Industrie ist der hohe Energieverbrauch. Gerade für Unternehmen mit Dampfbedarf oder für Energieversorger gibt es jetzt eine neue kostengünstige und ressourcenschonende Lösung zur eigenen Stromproduktion: eine Mikro-Dampfturbine – entwickelt vom neu gegründeten Spin-off TURBONIK von Fraunhofer UMSICHT.


Photovoltaik-Zubau Deutschland 2014 – 2017

Die Stimmung in der deutschen Solarbranche ist so gut wie seit langem nicht mehr. Nach Jahren eines schrumpfenden Marktes geht man für 2017 wieder von einem deutlichen Wachstum aus. Das zeigt der aktuelle Photovoltaik-Geschäftsklimaindex des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) – wie Peter Knuth am 05.05.2017 im enerix-Blog schreibt.

Angesichts der notwendigen Erneuerung des deutschen Kraftwerksparks stellt sich die Frage, ob eine Modernisierung der Stromversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien zu höheren Kosten für die Verbraucher führt als der Bau neuer fossiler Kraftwerke. Eine wichtige Vergleichsgröße dafür sind die Stromgestehungskosten. In einer Metaanalyse stellt die AEE die aktuellen und bis 2050 prognostizierten Stromgestehungskosten fossiler und regenerativer Kraftwerke von 20 wissenschaftlichen Studien gegenüber.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE liefert einen aktuellen Kostenvergleich für die Umwandlung unterschiedlicher Energieformen in elektrischen Strom sowie eine Prognose für die weitere Kostenentwicklung bis zum Jahr 2030. Die Freiburger Wissenschaftler analysieren sowohl die Stromgestehungskosten für erneuerbare als auch konventionelle Energietechnologien. Sie präsentieren Vergleichszahlen für neue Kraftwerke auf Basis von Sonne, Wind und Biogas, sowie Braun-, Steinkohle und Gas in Deutschland.

Immer wieder klagt die Industrie (und mit ihr die FDP) über die angeblich mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien entstehenden Kosten. Erst jüngst behauptete Wirtschaftsminister Rösler: „Wir müssen ‘ran an den Hauptkostentreiber bei den Energiepreisen. Und das ist die überzogene Förderung der erneuerbaren Energien”. Was er dabei (wohl absichtlich) vergisst: Die Förderung der konventionellen Energieträger in Deutschland ist mehr als doppelt so hoch, wie eine Studie belegt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Regierungsparteien CDU, CSU und FDP aufgefordert, ihre Angriffe auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einzustellen. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist nicht hauptsächlicher Treiber der Stromkosten“, sagte die BUND-Energieexpertin Tina Löffelsend. Kostentreiber seien vor allem Rabatte, die der Industrie gewährt würden.

Verbraucher wollen Nachbesserung

Auch zwei Jahre nach dem Start stehen die deutschen Verbraucher in Deutschland hinter den Zielen der Energiewende: 82 Prozent befürworten den Ausstieg aus der Atomenergie und einen verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien. Skeptisch blicken sie auf die Art und Weise der Umsetzung: Die Zahl der Kritiker (48 Prozent) übertrifft die der Unterstützer (40 Prozent). Schuld daran sind insbesondere die steigenden Energiekosten. Das zeige eine repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), die am 12.08.2013 in Berlin vorgestellt wurde.

Was Strom wirklich kostet

Was Strom wirklich kostet, ist eine entscheidende Frage in der Debatte um die Zukunft der Energieversorgung. Die Antwort steht nur zum Teil auf der Stromrechnung. Zwar findet sich hier die Förderung der erneuerbaren Energien in Form der EEG-Umlage wieder. Wesentliche Kosten für die konventionellen Energien werden jedoch nicht auf der Stromrechnung abgebildet. Kosten, die bislang meist unbeachtet blieben – für welche die Gesellschaft aber gleichwohl aufkommen muss.