Switch 2: Wie EU-Akkupflicht die Konsole umbaut

Mehr als 30 Schrauben und ein verklebter Akku: Bisher war der Akkutausch bei der Switch 2 nur etwas für Profis. Eine EU-Pflicht zwingt Nintendo nun zum Umbau seiner Konsole.

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Der Akkutausch ist jetzt kinderleicht: Eine EU-Pflicht zwingt Nintendo, die Switch 2 in Europa umzubauen. Foto: Alvaro Reyes

Die Switch 2 ist Nintendos beliebte tragbare Spielkonsole. Laut dem Youtuber Austin Evans muss man beim Modell von 2025 mehr als 30 Schrauben lösen, um den Akku selbst zu wechseln. Und dazu ist er noch fest im Gerät verklebt. Das Reparaturportal iFixit gab der Konsole nur 3 von 10 Punkten.

Seit diesem Oktober verkauft Nintendo in Europa ein neues Modell. Laut Nintendos eigener Anleitung müssen jetzt nur noch neun Schrauben gelöst werden. Danach wird die Rückseite abgenommen, und der  Akku kann einfach mit dem Finger herausgenommen werden. Kleber und Kabel gibt es nicht mehr. Den passenden Schraubendreher legt Nintendo dem Wechsel-Set bei.

Verantwortlich dafür ist die EU?Batterieverordnung. Demnach müssen Akkus in neu verkauften Geräten ab dem 18. Februar 2027 so eingebaut sein, dass die Besitzer sie einfach mit handelsüblichem Werkzeug, ohne Hitze und ohne Lösungsmittel, tauschen können. Zudem müssen Ersatzakkus noch fünf Jahre nach dem letzten verkauften Gerät erhältlich sein.
Die EU-Kommission begründet die Pflicht mit zwei Zielen. Ein neuer Akku verlängert die Lebensdauer des Geräts. Und lässt sich leichter sammeln und recyceln. Beim Sammeln liegt Deutschland zurück: Laut Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe wurden 2025 nur 25 Prozent der Lithium-Akkus gesammelt. Für Gerätebatterien insgesamt schreibt die EU bis Ende 2027 eine Quote von 63 Prozent vor. Laut Kommission lösen zudem immer mehr falsch entsorgte Lithium-Akkus Brände in Entsorgungsanlagen aus. Auch Nintendos Anleitung warnt: Der alte Akku darf nicht in den Hausmüll gelangen und muss abgeklebt werden.

Für viele Alltagsgeräte gilt diese Pflicht allerdings nur eingeschränkt. Smartphones und Tablets fallen unter eigene Ökodesign-Regeln, die fest eingebaute Akkus erlauben, sofern diese lange genug halten. Im Juli hat die Kommission zudem sechs weitere Produktgruppen ausgenommen, darunter Elektrospielzeug, Smartwatches und Fitnesstracker. Wenn der Selbsttausch dort zum Beispiel die Sicherheit gefährdet, reicht es, wenn Fachleute den Akku wechseln können.

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