“Every day we hear the worn-out phrases…”

Irene Schöne: Klimakrise und ökonomische Theorie – 2. Vortrag vor “Scientists for Future” am 22.02.2021

In ihrem zweiten Vortrag (nach: solarify.eu/klimakrise-und-oekonomische-theorie1) begründet Irene Schöne, “dass wir nachhaltig nicht werden wirtschaften können, ohne dass wir die bisherige Wirtschaftstheorie, mit der wir unser Handeln bisher begründen und legitimieren, modernisieren”. Denn die aktuellen Probleme der Menschheit gehen mit dem Verlust an Biodiversität und Umweltzerstörung weit über die Klimakrise hinaus. (Foto: Irene Schöne – © boell.de ) weiterlesen…

Buch: Emission Free Energy from the Deserts

Emissionsfreie Energie aus den Wüsten – von Paul van Son & Thomas Isenburg.

Noch vor zwanzig Jahren klang die Idee, dass Solar- und Windenergie in Wüstengebieten zu einer wichtigen Energiequelle für die Welt werden könnte, eher verrückt. Die deutsche Industrie und eine deutsche NGO starteten damals Desertec 1.0 und gründeten die Dii GmbH (Desertec Industrial Initiative), um elektrischen Strom mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) aus den nordafrikanischen Wüsten nach Europa, auch nach Deutschland zu bringen. Ein Buch (“Emission Free Energy from the Deserts” – zunächst als deutsche Version “Energiewende in der Wüste” von Paul van Son und Thomas Isenburg) zeichnet die wechselvolle Geschichte der Desertec-Vision nach. ( Titel: Emission free energy from the deserts – © smartbookpublisher.com) weiterlesen…

Gegen das Spiel mit gezinkten Karten

Handbuch Klimaschutz – gelesen von Walter Tauber

Mit Statistiken kann man jede und jeden erschlagen. Das geht ganz einfach: Wähle einen Standpunkt, suche dazu passende Fakten und blende alles andere sorgsam aus. Tabellen und Grafiken werden Diskussionspartner, die sich nicht oder ungenügend vorbereitet haben, geschwind zum Schweigen bringen. Ob im Familienkreis, am Stammtisch oder im Rat der Gemeinde, sorgsam ausgewählte Fakten und ein selbstsicheres, ja forsches Auftreten plätten jeglichen Widerspruch. Wer hat das nicht schon erlebt? Wen haben noch nie Zweifel befallen am eigenen Standpunkt? Und wer hat Zeit und Energie, um dann immer wieder neu zu recherchieren? weiterlesen…

Stromspiegel 2021: Milliarden Stromkosten und Millionen Tonnen CO2 einsparen

Großes Sparpotenzial beim Stromverbrauch privater Haushalte

Ein Zwei-Personen-Haushalt in einem Mehrfamilienhaus kann pro Jahr bis zu 320 Euro Stromkosten einsparen. Das geht aus dem neuen Stromspiegel für Deutschland hervor, den die co2online gemeinnützige GmbH am 10.03.2021 veröffentlicht hat. Das Bundesumweltministerium veröffentlicht im Rahmen seiner Online-Klimaschutzberatung den Stromspiegel 2021. (Grafik: Stromverbrauch Sparpotenzial 2021 – © stromspiegel.de) weiterlesen…

Atom-Hybris —————————–

“Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand”, lässt Theodor Fontane in seinem Gedicht “Die Brück’ am Tay” eine der von Shakespeares Macbeth “ausgeliehenen” Hexen sagen – Warnung des Dichters vor technikgläubiger Überheblichkeit… Die Reaktorkatastrophe von Fukushima ist auch nach zehn Jahren keineswegs unter Kontrolle: Tausende von Säcken mit strahlender Erde und Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers in hunderten Tanks stehen auf dem Gelände herum – letztere sollen demnächst ins Meer abgelassen werden (Atommächte wie USA, Großbritannien und die Sowjet-Union haben es vorgemacht: Bis 1991 haben sie mehr als 200.000 Tonnen teils hoch radioaktiven Atommüll in den Ozeanen verklappt – sogar mehrere Atom-U-Boote inklusive nuklearer Munition. Auch Deutschland, Belgien, die Schweiz, die Niederlande und Frankreich waren mit von der Partie.) Die Wiederaufbereitungsanlage in La Hague leitet pro Jahr ganz legal 33 Millionen Liter radioaktive Flüssigkeiten ins Meer (in Fässern ist das seit 1993 verboten). Weil außer der skandalösen Verklappung die Endlagerung aber bis heute völlig ungeklärt ist, verbietet sich die Nutzung der Atomenergie schon aus ethischen Gründen: Wir dürfen unseren Nachkommen kein strahlendes Erbe hinterlassen, das hunderttausende Jahre verwitterungs- und terrorsicher aufbewahrt werden muss. Nicht nur deshalb rentiert sich Kernkraft nicht mehr, nur für autoritäre Regime mit militärischen Interessen. Würden AKW seriös gegen Unfälle versichert, müsste die Kilowattstunde je nach Vertragsdauer mehrere Euro kosten. Wie auch immer sind extreme Geldspritzen aus Steuermitteln nötig. Kurz: Atomkraft ist zu teuer, zu gefährlich – und gegen den Klimawandel taugt sie nichts – Tand eben. weiterlesen…

Carbon Leakage

Der Begriff „Carbon Leakage“ bezeichnet eine Situation, die eintreten kann, wenn Unternehmen aufgrund der mit Klimamaßnahmen verbundenen Kosten ihre Produktion in andere Länder mit weniger strengen Emissionsauflagen verlagern. Dies könnte zu einem Anstieg ihrer Gesamtemissionen führen. weiterlesen…

CO2 verteuern wirksamer als EE-Förderung

Ökonom hat berechnet, welche Strategie CO2-Ausstoß am effizientesten reduziert

Bis 2030 will Deutschland 55 Prozent weniger klimaschädliche Treibhausgase ausstoßen und bis 2050 sogar weitgehend treibhausgasneutral sein. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, setzt die Bundesregierung vorrangig auf die Förderung regenerativer Energiequellen, vor allem Wind und Sonne. Energiemarktforscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg (FAU), der Wirtschaftsuniversität Wien und der Fachhochschule Graubünden haben untersucht, mit welchen Maßnahmen der Ausstoß von Kohlendioxid bei der Stromproduktion am effizientesten gesenkt werden kann. (Grafik © FAU – CO2-Bepreisung) weiterlesen…

Biden: Schwere Last Hoffnung ————
Der neue US-Präsident Joe Biden ist mit einer schweren Bürde namens Hoffnung ins Weiße Haus eingezogen – an seinem ersten Amtstag trat er wieder dem Pariser Klimaschutzabkommen bei – mit den Worten. “Wir werden den Klimawandel auf eine Weise bekämpfen, wie wir es bislang noch nicht gemacht haben.” Biden unterschrieb 17 Dekrete, die eine Abkehr von der Politik seines Vorgängers einleiten, darunter der Weiterbau der umstrittenen Keystone XL-Pipeline von Kanada in die USA. Auf der Internetseite des Weißen Hauses erschien eine Liste der wichtigsten Aufgaben, darunter: “Präsident Biden wird schnell handeln, um den Klimanotstand zu bekämpfen. Die Biden-Regierung wird sicherstellen, dass wir die Anforderungen der Wissenschaft erfüllen und gleichzeitig amerikanische Werktätige und Unternehmen befähigen, eine umweltfreundliche Energiewende voranzutreiben.”

Scientific American schlägt vier Maßnahmen vor, wie Biden den Rang der Wissenschaft wieder herstellen kann:

1. Wissenschaft öffentlich hervorheben und mit transparenten Mechanismen sicherstellen, dass sie Teil jeder wichtigen Entscheidung ist.

2. Durch neue Richtlinien zur wissenschaftlichen Integrität Bedingungen wiederherstellen, dass Wissenschaft gedeihen und Entscheidungen treffen kann.

3. Modernisierung des Einsatzes von Wissenschaft, ganzheitliche Ansätze sollen sich auf komplexes adaptives Systemdenken und integrierte sozioökonomische Ansätze stützen. Offensichtliches Beispiel: Der Klimawandel und Bidens neues behördenübergreifendes Team im Weißen Haus.

4. Entpolitisierung der Wissenschaft – sie ist nicht parteiisch. Beharrliche, intelligente Anstrengungen sind nötig, um ihre Wesentlichkeit, ihre Bedeutung und Relevanz demonstrieren.

Biden muss verlorene Zeit aufholen, denn die USA sind immer noch der zweitgrößte CO₂-Emittent der Welt, hinter China. Biden wird die ursprüngliche Zusage der USA, ihre Treibhausgasemissionen bis 2025 auf 26 bis 28 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken, verschärfen müssen, da sich die Erderwärmung – und ihre Auswirkungen – seit dem Pariser Abkommen weiter beschleunigt hat. Biden will eine Verordnung erlassen, die Netto-Null-Emissionen bis 2050 fordert, aber er wird spezifische Zwischenziele setzen müssen. Obwohl Dutzende unrentabel gewordener Kohlekraftwerke, die schlimmsten Verursacher von Kohlendioxid, den Marktkräften folgend abgeschaltet wurden, drohen noch 1,8 Mrd. t CO₂ bis 2035 emittiert zu werden, wenn nicht radikal umgesteuert wird. Aber der Verkehr ist nun Top-CO₂-Schleuder. Die schnellstmögliche Maßnahme für Biden ist die Wiedereinführung der kalifornischen Ausnahmeregelung zum Clean Air Act: damit kann jeder Bundesstaat eigene Advanced Clean Cars-Vorschriften durchsetzen und strengere Standards als die Bundesvorschriften für Kraftstoffeffizienz festlegen. Geschätzte 573 Mio. t CO₂ könnten so bis 2035 eingespart werden. Biden muss die von seinem Vorgänger stark ausgedünnte Umweltbehörde EPA umkrempeln und personell wiederbeleben. Er hat als ehrgeiziges Ziel gesetzt, dass der Stromsektor bis 2035 Netto-Null-Emissionen erreicht – dann würden der Ausstoß bis 2030 um 1,38 und bis 2050 um 1,51 Mrd. t CO₂ pro Jahr sinken. Die aufgeweichten Regeln für Methan-Emissionen müssen – gerichtsfest – extrem verschärft werden. Fluorkohlenwasserstoffe müssen bis 2035 um 85 % reduziert werden. Pandemiebezogene Konjunkturpakete müssen Erneuerbare Energien und klimafreundliche Antriebe für Autos, Flugzeuge und Schwerlastverkehr fördern, etwa durch Steuer-Anreize für synthetische Treibstoffe. Alle Aktivitäten von Bundesstaaten und Zentralregierung müssen auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft werden. Die Liste ist unvollständig. Auf Biden und Harris ruhen große Hoffnungen. weiterlesen…

Laschet Hoffnungsträger? Jein! ———Unter dem Motto “Klimaschutz mit Industriepolitik verbinden” gratulierte der Bundesverband Erneuerbare Energie Armin Laschet am 16.01.2021 umgehend herzlich zur Wahl zum CDU-Chef. Man setze “auf gute Zusammenarbeit für Klimaschutz und Wertschöpfung”. Politische Freunde und Gegner folgten in unterschiedlicher Wortwahl. Laut BEE muss die CDU jetzt die Energiewende angehen, Klimaschutz- mit Industriepolitik, heutige weiterlesen…