Warmes Atlantikwasser taut größte schwimmende Gletscherzunge Grönlands auf

AWI-Forschende simulieren Ozeanzirkulation unter dem Eis des 79°-Nord-Gletschers in Nordostgrönland

Der Nioghalvfjerdsfjorden-Gletscher – auch bekannt als 79°-Nord-Gletscher – an der Nordostküste Grönlands fließt direkt in einen Fjord und bildet dort eine 80 Kilometer lange Zunge aus schwimmendem Eis. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Gletscherzunge zwar kaum kürzer, dafür aber immer dünner. Ein Studienteam des Alfred-Wegener-Instituts kann einer Medienmitteilung vom 20.02.2024 zufolge nun erklären, warum. Mithilfe eines Computermodells konnten sie zeigen, dass warmes Wasser aus dem Atlantik in das Europäische Nordmeer und schließlich in die Kaverne unter der Gletscherzunge strömt und das Eis dort von unten schmilzt. Die nun in Nature Communications veröffentlichten Erkenntnisse legen die Basis für genauere Prognosen zur Zukunft des grönländischen Eisschildes und zum weiteren Anstieg des globalen Meeresspiegels als Folge der globalen Erwärmung. weiterlesen…

PIK-Vorschlag zur Steuerung der CO2-Entnahme

EU-Klimapolitik nach Edenhofer

Damit in der EU in Zukunft in großem Umfang CO2 aus der Atmosphäre entnommen werden kann, braucht es neben technischen Gegebenheiten einen steuernden Rahmen. In einer neuen Studie legt ein Forschungsteam um PIK-Direktor Ottmar Edenhofer dafür ein ökonomisch fundiertes Konzept vor. Eine Schlüsselrolle spielt dabei laut einer Medienmitteilung des  Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) vom 28.03.2024 eine zu errichtende Europäischen Kohlenstoff-Zentralbank. weiterlesen…

Neubeurteilung der Risiken des Klimawandels für terrestrische Ökosysteme

Veränderungen von Natur, Ökologie und Evolution aus Sicht der Pflanzen beurteilen

Die Bayreuther Pflanzenökologen Prof. Dr. Steven Higgins und Dr. Timo Conradi plädieren dafür, die kommenden klimatischen Veränderungen aus der Sicht von Pflanzen zu interpretieren, um die Risiken des Klimawandels für Ökosysteme besser abschätzen zu können. Wenn Informationen über die physiologischen Reaktionen von Pflanzenarten auf veränderte Temperaturen, Bodenwassergehalte und atmosphärische CO2-Konzentrationen berücksichtigt werden, sind die Konsequenzen des Klimawandels für Ökosysteme besser vorhersagbar. Dies berichteten sie am 26.02.2024 gemeinsam mit Urs Eggli, Holger Kreft, Andreas H. Schweiger, Patrick Weigelt in Nature Ecology & Evolution. Solarify publiziert Auszüge. weiterlesen…

Alternative Reaktorkonzepte lösen Endlagerproblem nicht

Untersuchung im Auftrag des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung

Eine am 21.03.2024 veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung im Auftrag des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) zeigt: Die Markteinführung von alternativen Reaktorkonzepten (auch als „Generation IV“ bezeichnet) ist aktuell nicht absehbar. „Trotz teils intensiver Werbung von Herstellern sehen wir derzeit keine Entwicklung, die den Bau von alternativen Reaktortypen in den kommenden Jahren in großem Maßstab wahrscheinlich macht. Im Gegenteil: Wir müssen erwarten, dass aus sicherheitstechnischer Sicht die möglichen Vorteile dieser Reaktorkonzepte von Nachteilen und den nach wie vor ungeklärten Fragen überwogen werden“, sagt BASE-Präsident Christian Kühn und betont: „Die Konzepte lösen weder die Notwendigkeit, ein Endlager für die radioaktiven Abfälle zu finden, noch die drängenden Fragen des Klimaschutzes.“ weiterlesen…

Suffizienz als „Strategie des Genug“

„Eine Einladung zur Diskussion“ des Sachverständigenrats für Umweltfragen

Der menschliche Naturverbrauch muss schnell und drastisch verringert werden. Gleichzeitig haben viele Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Energie und Ressourcen. Anhand von 16 Thesen lädt der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) dazu ein, am 29.04.2024 über eine bisher vernachlässigte Dimension von Zukunftspolitik zu diskutieren: Suffizienz. (Titel: Suffizienz als „Strategie des Genug“- © Sachverständigenrat für Umweltfragen) weiterlesen…

Neues Mehrweg-Glossar bringt Klarheit in Begriffs-Dschungel der Circular Economy

Erläuterungen zu Begrifflichkeiten der Kreislaufführung von Verpackungen

Wie unterscheiden sich Wiederverwendung und Recycling? Wie ist der deutsche Begriff Mehrweg zu verwenden, wie grenzt er sich von Einweg ab? Für welche Bewertung sind Wiedereinsatzquoten sinnvoller als Recyclingquoten? Antworten auf diese nicht zuletzt durch die PPWR (Packaging & Packaging Waste Regulation der EU) aufgeworfenen Fragen und kurze Erläuterungen zu Begrifflichkeiten der Kreislaufführung von Verpackungen liefert das neue auf Deutsch und Englisch erschienene „Mehrweg-Glossar/Glossary on Reuse“. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT sowie das für Materialfluss und Logistik IML erstellten dies im Auftrag der Stiftung Initiative Mehrweg, um Klarheit in die oft nicht trennscharfen Begrifflichkeiten rund um Wiederverwendung und die Circular Economy zu bringen. (Titel: Fh-Mehrweg-Glossar- © Fraunhofer-UMSICHT) weiterlesen…

Umfassende Bestandsaufnahme des Forschungsstands beim Klimawandel

126 Wisenschaftler ziehen Bilanz

Womit müssen wir in Deutschland rechnen, welche Auswirkungen werden die Klimaveränderungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben und wie können wir uns wappnen? Diese Fragen stehen im Fokus des Buchs „Klimawandel in Deutschland – Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven“. Das Fachbuch stellt – so das Wuppertal-Institut in einer Medienmitteilung, als nationale Untersuchung einen umfassenden Forschungsstand zum Klimawandel für alle Themenbereiche und gesellschaftlichen Sektoren dar. In der zweiten Auflage des Buchs äußern sich 126 AutorInnen aus ganz Deutschland unter anderem zu bereits beobachteten und zukünftigen Veränderungen, Wetterkatastrophen und deren Folgen, den Projektionen für die Zukunft, den Risiken, möglichen Anpassungsstrategien sowie zur Kreislaufwirtschaft. Prof. Dr. Henning Wilts, Abteilungsleiter Klimawandel beim Wuppertal Institut, wirkte am Kapitel über Minderungsansätze in der Energie- und Kreislaufwirtschaft mit. (Buchtitel Klimawandel in Deutschland – © Springer open) weiterlesen…

Produktion von grünem Methanol in Rekordzeit möglich

Ein Jahrzehnt eingespart

Das Berliner Cleantech-Start-up C1 Green Chemicals revolutioniert mittels Quantenchemie die Produktion von grünem Methanol für eine fossilfreie Industrie: Mithilfe computergestützter Katalyse-Simulationen führte C1 einen vollständig autonomen und kontinuierlichen Methanolproduktionslauf durch – ein Prozess, der normalerweise viele Jahre dauern würde. Die Ergebnisse bestätigten jedoch die Erwartungen aus den Simulationen. Mit dem beschleunigten Verfahren setzt C1 nach eigenen Angaben auf dem Alt-Chemie-Gelände Leuna (Bild) „neue Maßstäbe für die Innovationsgeschwindigkeit in der nachhaltigen Chemie und legt damit einen Grundstein für eine skalierbare und kosteneffiziente Produktion von grünem Methanol für die Schifffahrt und andere Industriezweige.“ (Foto: VEB Leuna-Werke „Walter Ulbricht“, 1991 – © Bundesarchiv, B 145 Bild-F089027-0026_Thurn, Joachim F._ CC BY-SA 3.0 de) weiterlesen…

Keine besonders gute Idee: Kühlung der Erde durch Reflexion des Sonnenlichts zurück in den Weltraum ist eine gefährliche Ablenkung

Geoengineering umstritten

Die Umweltversammlung der Vereinten Nationen hat Ende Februar eine Resolution zur Veränderung der Sonnenstrahlung erörtert, die sich auf umstrittene Technologien bezieht, welche die Erwärmungswirkung von Treibhausgasen durch die Reflexion eines Teils des Sonnenlichts zurück in den Weltraum verringern sollen, berichten James Kerry und Terry Hughes von der James Cook University, Australien, sowie Aarti Gupta, Universität Wageningen am 01.03.2024 im Portal The Conversation. Befürworter argumentieren, dass die Technologien die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen werden. In Wirklichkeit besteht bei dieser Art von „Geoengineering“ die Gefahr, so die Autoren, dass das bereits stark gestörte Klimasystem noch weiter destabilisiert wird. Darüber hinaus sind die vollständigen Auswirkungen erst nach der Anwendung bekannt. weiterlesen…

SRU: 1,5-Grad-Grenze überschritten

Umweltrat aktualisiert Berechnungen des CO2-Budgets

Wo steht Deutschland beim Klimaschutz? In einem am 25.03.2024 veröffentlichten Kurzpapier aktualisiert der SRU seine Berechnungen zum verbleibenden deutschen CO2-Budget. Es umfasst die Menge an CO2-Emissionen, die Deutschland bei einer international gerechten Verteilung des globalen Budgets maximal noch ausstoßen dürfte. Für eine Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 °C ist dieses deutsche CO2-Budget fast oder sogar vollständig aufgebraucht – je nachdem, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Klimagrenze eingehalten werden soll. Der SRU wörtlich. „Es stellt sich die Frage nach dem Umgang damit.“ weiterlesen…