„Wir brauchen einen Welthandel für erneuerbare Energie“

Max-Planck-Direktor Robert Schlögl im Interview über grünen Wasserstoff und nachhaltiges CO2-Recycling

Die Flutkatastrophe in Deutschland, die extreme Hitze und die Waldbrände in Teilen Südeuropas, nicht zuletzt der jüngste Bericht des Weltklimarats machen deutlich, dass wir unseren CO2-Ausstoß schnell und drastisch reduzieren müssen. Dafür wird viel Strom aus Erneuerbaren Quellen benötigt, auch für die Erzeugung von Wasserstoff durch Wasser-Elektrolyse. Auf diesen grünen Wasserstoff setzen viele Wirtschaftsbereiche bei ihrem klimafreundlichen Umbau. Damit kann sogar unvermeidbares CO2 in Methanol als Treibstoff und als Grundstoff der chemischen Industrie umgewandelt werden – im Fachjargon Carbon Capture and Use, kurz CCU genannt. Peter Hergersberg (MPG) sprach für die Internetseite der MPG mit Robert Schlögl, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr und am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin darüber, wo der Wasserstoff für die bevorstehende Transformation herkommen kann und wie sinnvoll CCU-Techniken sind. (Foto: Elektrolyseur – hinter Schutzscheiben in Bildmitte – im Duisburger Technikum von thyssenkrupp – Foto © thyssenkrupp) weiterlesen…

Die neue Alchemie der Kohlenstoffneutralität

Verfahren zur Herstellung von “grünem Ammoniak” ohne Kohlenstoffemissionen: Umwandlung von Wasser in Ammoniak allein mit erneuerbarer Energie

Unter der Leitung von Dae Hoon Lee ist es einem Forschungsteam in der Abteilung für Plasmatechnik des Korea Institute of Machinery and Materials (KIMM) gelungen, ein innovatives, kohlenstofffreies Verfahren zur Herstellung von Ammoniak zu entwickeln. Das innovative Verfahren nutzt Erneuerbare Energie zur Herstellung von Ammoniak bei Raumtemperatur und Normaldruck und könnte einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung von Kohlenstoffneutralität leisten – so eine Medienmitteilung auf der KIMM-Internetseite vom 19.08.2021. Bereits am 05.08.2021 waren die Forschungsergebnisse in ACS Energy Letters unter dem Titel: “Plasma Catalyst-Integrated System for Ammonia Production from H2O and N2 at Atmospheric Pressure” (Plasma-Katalysator-integriertes System für die Ammoniakproduktion aus H2O und N2 bei atmosphärischem Druck) veröffentlicht worden. weiterlesen…

Neuartiges Verfahren wandelt Ammoniak problemlos in grünen Wasserstoff um

Aufsehen in der akademischen Forschung

Ein Forschungsteam unter Leitung von Professor Guntae Kim von der School of Energy and Chemical Engineering am Ulsan National Institute of Science and Technology (UNIST) hat einen Durchbruch in der Technologie der effizienten Umwandlung von flüssigem Ammoniak in Wasserstoff bekannt gegeben, schreibt Joo Hyeon Heo am 05.08.2021 auf der UNIST-Webseite. Ihre Ergebnisse haben in der akademischen Forschung große Aufmerksamkeit erregt, da das neue Analyseprotokoll in der Lage ist, optimale Prozessbedingungen zu finden. weiterlesen…

Australiens neuartiger grüner Stahl

Fortescue Metals erwägt nachhaltige Stahlproduktion – Ammoniak im Vormarsch

Geschmolzener Stahl - © Erdenebayar auf pixabayNoch ist nicht endgültig erwiesen, ob die Produktion von Stahl aus Eisenoxid per Direktreduktion (ohne Kohle oder Wasserstoff) funktioniert – stromintensiv wird das Verfahren auf jeden Fall sein. Zu einem Pionier bei der Herstellung derartigen grünen Stahls will sich der australische Eisenerzmagnat Andrew Forrest, Gründer und Eigentümer von Fortescue Metals (FMG, drittgrößter Eisenerzproduzent Australiens), aufschwingen. Bereits 2021 soll mit dem Bau einer Pilotanlage begonnen werden. Innerhalb der nächsten fünf Jahre ist in der Eisenerzregion Pilbara der Bau einer kommerziellen Anlage geplant. (Foto: Geschmolzener Stahl – © Erdenebayar Bayansan auf pixabay) weiterlesen…

Fortschritte in kostengünstiger elektrochemischer Ammoniak-Synthese

Wissenschaftler entwickeln leistungsstarken Elektrokatalysator zum Ersatz von Haber-Bosch

Ammoniak (NH3) gehört zu den wichtigsten (und meisten) vom Menschen produzierten Chemikalien und wird in großen Mengen für den Einsatz in der Landwirtschaft, der Pharmazie und der nachhaltigen Energieerzeugung hergestellt. Leider ist bisher die einzige realistische Möglichkeit, Ammoniak in industriellem Maßstab zu produzieren, das Haber-Bosch-Verfahren. Diese im 19. Jahrhundert entdeckte Technik ist sehr energieintensiv und umweltschädlich: sie sind für etwa 2 % der jährlichen weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Kürzlich haben Wissenschaftler des Gyeongbuk Institute of Science and Technology in Daegu, Korea, einen neuen kostengünstigen und langlebigen Elektrokatalysator entwickelt, der ein natürliches Enzym zur Herstellung von NH3 aus Luftstickstoff nachahmt. weiterlesen…

Uniper: Wilhelmshaven soll Knotenpunkt für klimafreundlichen Wasserstoff werden

Terminal soll Ammoniak-Cracker erhalten und an künftiges Wasserstoff-Netz angeschlossen werden – 10 Prozent des gesamtem deutschen Bedarfs

Der Energiekonzern Uniper will unter dem Namen „Green Wilhelmshaven“ den Standort seine Ende 2022 vom Netz gehenden Steinkohlekraftwerks (Foto © Martina Nolte, CC BY-SA 3.0 de, commons.wikimedia.org) zu einem nationalen Knotenpunkt für Wasserstoff machen und arbeitet eigenen Angaben zufolge an einer entsprechenden Machbarkeitsstudie. Zum einen soll dort ein Importterminal für grünes Ammoniak entstehen. Das Terminal soll einen Ammoniak-Cracker zur Herstellung von Wasserstoff erhalten und an das zukünftige Wasserstoff-Netz angeschlossen werden. Darüber hinaus ist eine Elektrolyse-Anlage in der Größenordnung von 410 Megawatt geplant. weiterlesen…

Schiffsverkehr ohne Treibhausgase möglich

Weltweit erste Hochtemperatur-Brennstoffzelle mit Ammoniak

Der Seeverkehr stößt jedes Jahr viele hundert Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid aus. Weltweit erproben Wissenschaftler neue Antriebskonzepte, die Schweröl als Treibstoff ablösen könnten. Fraunhofer-Forschende arbeiten in einem internationalen Konsortium an Brennstoffzellen auf Basis von Ammoniak. Als Treibstoff für elektrische Schiffsmotoren ist Ammoniak ebenso “grün” wie Wasserstoff, dabei aber weniger gefährlich und einfacher in der Handhabung, sagt das Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM in Mainz am 01.03.2021 in einer Medienmitteilung (Foto: Die Viking Energy der Reederei Eidesvik, das weltweit erste Schiff mit Brennstoffzelle auf Ammoniak-Basis – © Eidesvik, IMM). weiterlesen…

Regierung pusht Wasserstoff

Karliczek: Neue Leitprojekte Innovationsbeschleuniger für Wasserstofftechnologien

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht im Grünen Wasserstoff eine Jahrhundertchance für Deutschland. Dazu hat das BMBF am 13.01.2021 in Berlin drei großangelegte Leitprojekte zur Entwicklung einer Grünen Wasserstoffwirtschaft vorgestellt. Sie sind das Ergebnis des im Juni 2020 gestarteten BMBF-Ideenwettbewerbs “Wasserstoffrepublik Deutschland”. Die Leitprojekte sollen Lösungen für die Überwindung der technologischen Hürden beim Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft finden helfen. weiterlesen…

Russland und Japan wollen Blaue Ammoniak-Wertschöpfungskette entwickeln

Vereinbarung über Beginn gemeinsamer Machbarkeitsstudie zwischen Ostsibirien und Japan

Eine Vereinbarung über die gemeinsame Machbarkeitsstudie einer kommerziell tragfähigen Ammoniak-Wertschöpfungskette zwischen Ostsibirien und Japan zur Erreichung einer dekarbonisierten Gesellschaft haben die Toyo Engineering Corporation (TOYO), die Irkutsk Oil Company (IOC), die Japan Oil, Gas and Metals National Corporation (JOGMEC) und die Itochu Corporation (ITOCHU) am 24.12.2020 getroffen. Mittels der Untersuchung wollen sie die anvisierte blaue Ammoniak1-Wertschöpfungskette zwischen Ostsibirien und Japan prüfen. (Karte: Ammoniak-Linie Sibirien-Japan © Toyo Engineering Corporation)
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PtX-Projekt „Element One“: Wasserstoff statt Erdöl

BMWi fördert internationales Projekt für grünen Wasserstoff in Saudi-Arabien

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am 16.12.2020 einen Förderbescheid für die Weiterentwicklung von Elektrolysekomponenten in einem Projekt für grünen Wasserstoff in Saudi-Arabien an die Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp AG, Martina Merz, übergeben. Damit ist das PtX-Projekt neben “Haru Oni” in Chile (solarify.eu/altmaier-uebergibt-foerderbescheid-fuer-ptx-projekt-haru-oni) bereits das zweite internationale Wasserstoff-Vorhaben, das im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) aus Mitteln des Konjunkturpaketes gefördert wird. weiterlesen…