China frackt

Umweltzerstörung, Wassermangel, Erdbeben, Proteste

China verfügt in der Provinz Sichuan im Westen über die größten Schiefergas-Vorräte der Welt – im ganzen Land ca. 30 Billionen Kubikmeter (1 1/2 so viel wie die USA). Die Regierung will die CO2-Emissionen senken und deshalb das Fracking vorantreiben – mit Umwelt- und anderen Risiken: Experten warnen vor Wasserverknappung, Artenschwund und Erdbeben – in Sichuan hat 2008 ein solches Beben 70.000 Opfer gefordert, mehr als fünf Millionen Gebäude beschädigt, 5,8 Millionen Menschen wurden obdachlos. Entsprechend protestieren die Bürger (energiezukunft.eu und andere).

Um den Energiehunger von Wirtschaft und Städten zufreiden zu stellen, sucht China nach neuen Energiequellen. Denn Hunderte von Kohlemeilern vergiften die Menschen in den  Metropolen Ostchinas. Wenig hindert die Energiekonzernen des Landes daran, den Energieträger „Unkonventionelles Gas“ mittels Fracking zu fördern – auch nicht Natur- und Umweltschutz: Der Großteil der Vorkommen findet sich allerdings in einer Region mit Wäldern und Bergflüssen, mit seltenen Vögeln, nur dort heimischen seltenen Bäumen wie zum Beispiel dem Urweltmammutbaum und dem Taubenbaum, den 1.800 letzten wild lebenden Pandabären – schließlich insgesamt sechs UNESCO-Welterbestätten.

Energiekonzerne nehmen Probleme nicht Ernst

[note Arbeiter bohren auf einer Sinopec Bohrstelle in Huaibei, Provinz Anhui, nach Gas. Chinas zweitgrößter Ölkonzern ist in Gesprächen mit der britischen BP über eine mögliche Kooperation bei der Erforschung und Entwicklung von Shale Gas in China. (Quelle: china.org.cn/China Daily)]

In China bremsen kaum Umweltgesetze den unternehmerischen Tatendrang: In Sichuan werden schon seit einem Jahr an Hunderten Stellen beim Fracking Chemikalien, Sand und Wasser unter hohem Druck in die Erde gepresst, um Schiefergas zu fördern. Eigentlich müsste das aus den Bohrlöchern wieder austretende kontaminierte Wasser Probleme machen: es müsste getrennt und entsorgt werden. Doch weil es keine Vorschriften dafür gibt – bis zu deren Einführung dürfte es Jahre dauern – nehmen die Energiekonzerne die Probleme nicht Ernst. Schon heute sind viele Flüsse und Wasservorkommen Chinas vergiftet.

Jede Fracking-Bohrstelle braucht vier Hektar, mit Tanks für Wasser, Chemikalien und Abwasser; Straßen und Pipelines müssen gebaut werden – ein Flächenkonflikt im dem stark bevölkerten Land. Experten fürchten, dass Menschen und Fracking-Konzerne bald um Wasservorräte ebenso konkurrieren werden. Rund 600 Zusatzstoffe und viel Wasser werden fürs Fracking benötigt. Doch China hat jetzt schon zu wenig Wasser – in den Regionen mit Wasserknappheit lagert auch der Großteil der Schiefergasvorräte.

Folgt: Keine Umweltgesetze, Bürger blockieren Förderanlagen