1 t CO2 -> € 100

Führende Ökonomen fordern hohen Kohlendioxid-Preis

Joschua Katz, energiezukunft Redaktion - Foto © energiezukunftMit einem deutlichen Appell werben Top-Ökonomen für einen starken CO2-Preis, der auch langfristig den Klimaschutz vorantreiben kann. Eine ausgestoßene Tonne Kohlendioxid sollte demnach bis zu 90 Euro kosten, so die Forderung der Wissenschaftler, wie Joschua Katz am 01.06.2017 in energiezukunft schreibt.

Mit freundlicher Genehmigung von energiezukunft

Neben dem Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz und dem ehemaligen Chefökonomen der Weltbank, Nicholas Stern, fordern elf weitere Top-Ökonomen aus der ganzen Welt einen starken Preis für das Treibhausgas Kohlendioxid. Beim Think20-Gipfel in Berlin stellten die Wissenschaftler der „High-Level Commission on Carbon Prices“ ihren Report vor. Um die in Paris vereinbarten Klimaziele sowohl kosteneffizient als auch wachstumsfördernd erreichen zu können, müssten die knapp 200 Länder zügig entsprechende CO2-Preise einführen.

Joseph E. Stiglitz ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und war bereits Chefökonom der Weltbank sowie Präsident der International Economic Association. Im Jahr 2001 erhielt er den Wirtschaftsnobelpreis. (Foto: Abhisit Vejjajiva / flickr.com, CC BY 2.0)

[note US-Wirtschaftswissenschaftler Joseph Stiglitz war bereits Chefökonom der Weltbank sowie Präsident der International Economic Association. 2001 erhielt er den Wirtschaftsnobelpreis. (Foto © Abhisit Vejjajiva / flickr.com, CC BY 2.0)]

[note Interview mit Stiglitz und Lord Nicholas Stern, Vizevorsitzende der High-Level Commission on Carbon Prices – © High-Level Commission on Carbon Prices]

Unterstützt werden die Ökonomen von niemand geringeren als der Weltbankgruppe sowie der französischen Regierung. Als zukünftiges Ziel veranschlagen sie einen Preis pro emittierter Tonne Kohlendioxid zwischen 40 US-Dollar und 80 US-Dollar bis 2020, sowie 50-100 US-Dollar bis zum Jahr 2030. Damit fordern Wirtschaftswissenschaftler erstmals wissenschaftlich fundierte und realistische globale CO2-Preisspannen. Damit auch Entwicklungs- und Schwellenländer die daraus entstehenden Kosten stemmen können, wären Unterstützungen der G20-Staaten denkbar.

So gibt es zwar schon jetzt in einzelnen Ländern Systeme, die eine Bepreisung von CO2-Emissionen regeln, jedoch führen die meist noch nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Der europäische Emissionshandel dümpelt aufgrund eines Überangebots von Zertifikaten schon seit Jahren vor sich hin, der Preis ist permanent zu niedrig.

Wachstumsgeschichte dieses Jahrhunderts

„Der Übergang der Welt zu einer kohlenstoffarmen und klima-widerstandsfähigen Wirtschaft ist die Wachstumsgeschichte in diesem Jahrhundert“, sagen Stiglitz und Stern. „Wir sehen bereits das Potenzial, das diese Transformation in Bezug auf mehr Innovation, größere Stabilität, lebenswertere Städte, verbesserte Luftqualität und bessere Gesundheit haben kann.“

Ihr Bericht baue deshalb auf dem wachsenden Verständnis der Möglichkeiten der CO2-Preisgestaltung auf, um ein nachhaltiges Wachstum zu fördern und Armut zu bekämpfen. Das Pariser Klimaabkommen und die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung liefern dafür den Grundstein. jk

->Quelle: energiezukunft – Joschua Katz