38.000 verlorene Lebensjahre könnten vermieden werden

Horizont-2020-Projekt COMBI präsentiert Ergebnisse

Energie einsparen wirkt sich positiv auf Luftreinheit, Gesundheit, Ökosystem, Ressourcenverbrauch, auf Wirtschaft und Energiesicherheit aus – und trägt so zum Klimaschutz bei. Ein europäisches Forscherteam unter Leitung des Wuppertal Instituts fand nun heraus: Solche zusätzlichen Effekte summieren sich auf mindestens ein Drittel der Energiekosteneinsparungen. Während der Abschlusskonferenz in Brüssel präsentierten sie am 17.05.2018 die Analyse-Ergebnisse von mehr als 20 Effizienztechnologien in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten des Horizont-2020-Projekts „Calculating and Operationalizing the Multiple Benefits of Energy Efficiency in Europe” (COMBI) und ein neues Online-Tool*).

[note Das Projektteam stellt in der Generaldirektion Energie der EU-Kommission in Brüssel die Ergebnisse des COMBI-Projekts vor – v. l.: Giulia Pizzini (EASME), Ágnes Jeszensky und Souran Chatterjee (ABUD), Bjarke Modvig Lumby (Copenhagen Economics), Jana Rasch, Stefan Thomas, Jens Teubler und Johannes Thema vom Wuppertal Institut sowie Dr. Johan Couder (Universität Antwerpen) – Foto © Wuppertal Institut]

Wenn Treibhausgasemissionen reduziert werden sollen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, sind Energieeinsparungen notwendig. Deshalb folgen viele europäische Mitgliedsstaaten dem Prinzip „Energieeffizienz zuerst“. Auch die EU-Kommission stützt sich bei den neuesten Entwürfen für EU-Richtlinien und Energieeinsparziele auf dieses Prinzip. Zahlreiche Studien, wie etwa die der EU-Kommission oder des Fraunhofer-Instituts für Innovations- und Systemforschung ISI zeigen, dass sich die meisten zusätzlichen Investitionen in Energieeffizienz-Maßnahmen mit Kosteneinsparungen über die technische Lebensdauer auszahlen. Es gibt darüber hinaus jedoch weitere positive Effekte, die in der öffentlichen Diskussion und damit auch in der politischen Entscheidungsfindung noch nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Im Rahmen des Forschungsprojekts COMBI untersuchte das Wuppertal Institut zusammen mit den Universitäten Antwerpen und Manchester, Copenhagen Economics, sowie Advanced Building and Urban Design (ABUD) umfassend die Konsequenzen von Energieeffizienz-Szenarien. Das Europäische Forschungsprogramm Horizont 2020 finanzierte das Projekt mit rund einer Million Euro über drei Jahre. Die Forscherinnen und Forscher erstellten zunächst detaillierte Szenarien, mit denen die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen aus unterschiedlichen Sektoren modelliert wurde. Hierbei entwickelten sie ein Referenz- und ein ambitioniertes Effizienzszenario bis zum Jahr 2030, wie es auch derzeit in den EU-Institutionen diskutiert wird. Die daraus resultierenden Energieeinsparungen und korrespondierenden Investitionskosten flossen als Ausgangsgrößen in weitere spezialisierte Modelle ein, um differenzierte Aussagen über die Konsequenzen des Energieeffizienz-Programms machen zu können.

Folgt: Effizienzbeispiel: Gebäudesanierung