Auch RWE macht in CO2-to-Methanol

Mit Carbon2Chem vergleichbares Forschungsprojekt

“Mit Kohlendioxid den Lkw antreiben” oder “Kraftstoff aus Abgasen” lauteten die Überschriften einiger Veröffentlichungen eines RWE Power-Projekts am , das große Ähnlichkeiten mit dem vor zwei Jahren von der thyssen AG mit 17 weiteren wissenschaftlichen Instituten und Unternehmen gestarteten Großvorhaben Carbon-to-Chem (C2C) aufweist (siehe: solarify.eu/co2-als-rohstoff-carbon2chem).

 CCU (Carbon Capture and Utilization) nimmt nach dem Start von Carbon2Chem in Essen weitere Formen an: Jetzt will auch RWE PowerMethanol und weitere Kraftstoffe aus CO2 herstellen: Am Standort ihres Kohlekraftwerks Niederaußem,einer der größten diesbezüglichen Dreckschleudern, soll soll eine entsprechende Forschungsanlage in Betrieb gehen. An dem Projekt mit dem sperrigen Titel „MefCO2“ arbeiten neun Partner mit: Industrieunternehmen, Universitäten und Forschungsinstitute aus sieben europäischen Ländern. Die EU fördert das Gesamtprojekt mit 8,6 Millionen Euro.

Am Kraftwerksstandort Niederaußem steht in Kürze die Inbetriebnahme einer neuen Forschungsanlage an, die unter Verwendung von COMethanol herstellt– Foto © Franziska Vogt für Solarify

Methanol ist mit einer globalen Produktion von knapp 100 Millionen Tonnen pro Jahr eine der gebräuchlichsten Chemikalien. Rund 16 Prozent davon werden als Treibstoffzusatz verwendet – nun aber auch zur Produktion von wie Oxymethylenether (OME) oder n-Octanol.Bisher wird die Flüssigkeit mit dem alkoholischen Geruch vor allem aus Erdgas und Kohle hergestellt. Die neue RWE-Anlage zeigt nun einen anderen Weg. Einen Weg ohne die Nutzung fossiler Rohstoffe. Ausgangspunkt für diese Art der Methanol-Produktion ist Kohlendioxid, das aus dem Rauchgas von Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und Industrieanlagen abgetrennt wird.

„Kohlendioxid wird dabei nicht nur recycelt, sondern selbst zu einem Rohstoff“, betont Prof. Reinhold Elsen, Leiter Forschung und Entwicklung bei RWE Power. Um daraus Methanol zu machen, braucht es durch Wasserelektrolyse unter Verwendung von Grünstrom erzeugtem Wasserstoff. „Die Abtrennung und Nutzung von CO2 kann so im Zusammenspiel mit den Erneuerbaren Energien nicht nur helfen, die Kohlendioxid-Emissionen zu senken“, erläutert Elsen. „Gleichzeitig wird Strom aus erneuerbaren Quellen chemisch über lange Zeiträume speicherbar.“ Die neue Anlage stellt dank eines verbesserten Katalysators täglich aus 1,5 Tonnen Kohlendioxid bis zu einer Tonne Methanol her.

Die Kraftstoff-Produktion aus Kohlendioxid senkt nicht nur CO2-Emissionen – Flug-, Fern– und Schwerlastverkehr werden nie auf Elektrizität umgestellt werden können. Es fehlt an entsprechenden praxistauglichen Batterien. CCU-Treibstoffe wie die Methanol-basierten OME oder n-Octanol können Lkw, Flugzeuge und schwere Baumaschinen emissionsfrei antreiben. Allerdings kann mit Kohlendioxid hergestelltes Methanol noch nicht zu den gleichen niedrigen Preisen produziert werden wie die über Jahrzehnte optimierte Produktion aus Erdöl oder Erdgas, die noch dazu durch das Diesel-Privileg subventioniert wird. Elsen: „Letztendlich werden die politischen Weichenstellungen für die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten dieses Verfahrens entscheidend sein.“ Das heißt: Wenn die 7 Milliarden schwere Steuererleichterung für Diesel – sozialverträglich – abgeschafft wird, werden die Designer oder E-Fuels konkurenzfähig.

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