Vorteile einer CO2-Dividende

“Es muss schnell gehandelt werden”

Obwohl der menschengemachte Klimawandel für die allermeisten ein Faktum ist, versuchen immer noch viele, das Problem zu verdrängen oder zu leugnen. Da es jedoch akut ist, muss schnell gehandelt werden. Aber wie? Helmut Dietl, Professor für Services & Operations Management am Institut für Betriebswirtschaftslehre der Universität Zürich, schrieb dazu am 07.04.2019 im Finanzportal cash, warum er eine CO2-Steuer – und die daraus resultierende CO2-Dividende – richtig findet.

“In den USA haben Mitte Januar diesen Jahres 45 der einflussreichsten Ökonomen eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Einführung einer nationalen CO2-Dividende zur Verringerung des CO2-Ausstoßes fordern. Bei dieser Erklärung, die mittlerweile von über 3.500 Ökonomen unterzeichnet wurde, handelt es sich um die größte öffentliche Erklärung von Ökonomen, die es je gab. Durch die CO2-Steuer verbessert sich die Kostenwahrheit, indem fossile Brennstoffe teurer werden. Zugleich fordern die Ökonomen, dass die CO2-Steuer jährlich solange ansteigen soll, bis die Klimaziele erreicht sind. Dieser kontinuierliche Anstieg der CO2-Steuer begünstigt langfristige Investitionen in technologische Innovationen und umfangreiche Infrastrukturentwicklungen. Durch die CO2-Steuer kann auf umfangreiche Regulierungsmassnahmen verzichtet werden, wodurch Unternehmen Bürokratiekosten einsparen und eine hohe Regulierungssicherheit gewährleistet wird. Beides wirkt sich wachstumsfördernd auf die Wirtschaft aus.

Da es sich bei der CO2-Steuer um eine nationale Maßnahme handelt, müssen Importgebühren auf Waren aus Ländern ohne eine entsprechende CO2-Steuer erhoben werden. Andernfalls könnte die einheimische CO2-Steuer durch Importe umgangen werden. Schließlich soll die CO2-Steuer zu keinen zusätzlichen Staatseinnahmen führen. Vielmehr sollen alle Einnahmen aus der CO2-Steuer in Form einer CO2-Dividende an die Bevölkerung ausbezahlt werden….”

Die amerikanische CO2-Steuerforderung – Mehrheit würde profitieren

Ökonomen fordern eine  bereits seit Juli 2018 eine Klimasteuer (solarify.eu/2018/07/31/339-diese-steuer-kann-das-klima-retten/). Sie wollen Firmen stärker in die Pflicht nehmen. Die Idee einer CO2-Steuer als der wirksamste und direkteste Weg zur Bekämpfung des Klimawandels gibt es zwar bereits seit einiger Zeit. Doch bisher konnte sie in kaum einem Land der Welt umgesetzt werden – aufgrund fehlender politischer Mehrheiten; nun hat die frühere US-Notenbankchefin Janet Yellen eine Initiative angeschoben, der sich mittlerweile mehr als 3.500 internationale Ökonomen angeschlossen haben.

Zu den ursprünglichen Mitunterzeichnern gehören:

  • 27 Wirtschafts-Nobel-Preisträger
  • 4 Ehemalige US-Bundesbank-Präsidenten
  • 15 Ehemalige Vorsitzende des Rates der Wirtschaftsberater
  • 2 Ehemalige US-Finanzminister

“Der globale Klimawandel ist ein ernsthaftes Problem, das ein sofortiges nationales Handeln erfordert. Ausgehend von soliden wirtschaftlichen Grundsätzen sind wir uns in den folgenden politischen Empfehlungen einig:

I. Eine CO2-Steuer bietet den kostengünstigsten Hebel, um die CO2-Emissionen in dem Umfang und der Geschwindigkeit zu reduzieren, die erforderlich sind. Durch die Korrektur eines bekannten Marktversagens wird eine CO2-Steuer ein starkes Preissignal aussenden, das die unsichtbare Hand des Marktes nutzt, um die Wirtschaftsakteure in eine CO2-arme Zukunft zu führen.

II. Eine CO2-Steuer sollte jedes Jahr erhöht werden, bis die Ziele zur Emissionsreduzierung erreicht sind, und sie sollte steuerneutral sein, um Debatten über die Größenordnung zu vermeiden. Ein ständig steigender CO2-Preis wird technologische Innovationen und den Ausbau großer Infrastrukturen fördern. Es wird auch die Verbreitung von kohlenstoffeffizienten Gütern und Dienstleistungen beschleunigen.

III. Eine ausreichend robuste und allmählich steigende CO2-Steuer wird die Notwendigkeit verschiedener weniger effizienter CO2-Regelungen ersetzen. Die Substitution schwerfälliger Vorschriften durch ein Preissignal wird das Wirtschaftswachstum fördern und den Unternehmen die notwendige Regulierungssicherheit für langfristige Investitionen in saubere Energiealternativen bieten.

IV. Um die Verlagerung von CO2-Emissionen (carbon leakage) zu verhindern und die Wettbewerbsfähigkeit der USA zu schützen, sollte ein System zur Anpassung der CO2-Emissionen an den Grenzen eingerichtet werden. Dieses System würde die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Unternehmen verbessern, die energieeffizienter sind als ihre globalen Wettbewerber. Es würde auch einen Anreiz für andere Nationen schaffen, ähnliche CO2-Preise einzuführen.

V. Um die Fairness und politische Tragfähigkeit einer steigenden CO2-Steuer zu maximieren, sollten alle Einnahmen direkt an die US-Bürger zurückgegeben werden, und zwar durch gleiche Pauschalrabatte. Die Mehrheit der amerikanischen Familien, einschließlich der am stärksten gefährdeten, wird finanziell davon profitieren, indem sie mehr “Kohlenstoffdividenden” erhält, als sie für höhere Energiepreise zahlen.”

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