Klimaziele in Deutschland bereits 2045 erreichbar

Stiftung Klimaneutralität, Agora Energiewende und Agora Verkehrswende legen gemeinsam neue und ambitioniertere Szenarienstudie vor

Deutschland könnte seine für 2050 gesteckten Klimaziele wesentlich früher erreichen und schon bis 2045 treibhausgasneutral werden. Dies geht aus einer neuen Studie dreier Klimaschutzorganisationen hervor, die am 26.04.2021 unter dem Titel Klimaneutrales Deutschland 2045 in Berlin veröffentlicht wurde. Das Gutachten zeigt, dass ein um fünf Jahre vorgezogenes Zieljahr knapp eine Milliarde Tonnen CO2-Emissionen einsparen würde. Dafür müssten Klimaschutztechnologien wie Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Elektrifizierung und Wasserstoff noch schneller hochgefahren werden (Bild: Klimaneutrales Deutschland 2045 – Titel © stiftung-klima.de/klimaneutralitaet). weiterlesen…

„Der Himmel ist das Maß“

Solar und Wind können Weltenergiebedarf weit mehr als 100mal decken

Erneuerbare Energien könnten die Welt bis 2050 vollständig mit Energie versorgen und alle fossilen Brennstoffe ersetzen – umso mehr, als die Preise schrumpfen. Enorme Kostensenkungen bei Solar- und Windenergie in den letzten Jahren haben eine Energiereserve erschlossen, die weit mehr als 100mal den Weltbedarf decken kann – und die Erneuerbaren sind im Vergleich zu fossilen Brennstoffen bereits wirtschaftlich, so ein am 23.04.2021 veröffentlichter Bericht der Denkfabrik Carbon Tracker unter dem Titel The Sky’s the Limit samt Medeinmitteilung vom gleichen Tag. weiterlesen…

Neues Röntgenmikroskop MYSTIIC in Betrieb

Auflösung unterhalb von 20 Nanometern

Ein neues Röntgenmikroskop am Energy Materials in situ Lab (EMIL) des Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialien und Energie hat in Zusammenarbeit mit der Abteilung Anorganische Chemie am BerlinerFritz-Haber-Institut am 22.04.2021 den Betrieb aufgenommen. Es handelt sich um ein Raster-Transmissions-Röntgenmikroskop, das darauf ausgelegt ist, sowohl Probenoberflächen als auch Probenvolumina zu untersuchen. Mit dem weichen Röntgenlicht von BESSY II lassen sich sogar einzelne Elemente und chemische Verbindungen lokalisieren; die räumliche Auflösung liegt unterhalb von 20 Nanometern. weiterlesen…

NGO kritisieren EU-Taxonomie: „Große Chance verschenkt“

„Bioenergie ist nicht nachhaltig“

„Die EU-Staaten wollen viel mehr Holz verbrennen, um die Klimaziele zu erreichen. Die Kommission findet das nachhaltig, doch Umweltschützer sind entsetzt. Sie fordern einen Vorrang für die stoffliche Nutzung und eine nachhaltige Waldwirtschaft“, fasst der Tagesspiegel-Background kurz und bündig die Auseinandersetzung zwischen NGO und EU zusammen. In ihrer neuen Taxonomie will die EU industriellen Holzeinschlag und Einsatz von Holz und Nutzpflanzen als Brennstoff zur Energiegewinnung als nachhaltige Investitionen einstufen. Dagegen wendet sich der WWF gemeinsam mit anderen NGO. weiterlesen…

70 Billionen pro Netto-Null-Emissionen

Neue Finanzallianz geht an den Start

Die von der Industrie geführte und von den UN einberufene Net Zero Banking Alliance (NZBA) wurde am 21.04.2021 von der UNEP Finance Initiative und der Financial Services Taskforce der Sustainable Markets Initiative ins Leben gerufen. Die Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ) unter dem Vorsitz von Mark Carney (Finanzberater Boris Johnsons für die COP26 und UN-Sonderbeauftragter für Klimaschutz und Finanzen) bringt über 160 Unternehmen (zusammen verantwortlich für ein Vermögen von fast 60 Billionen Euro1) aus den führenden Net Zero-Initiativen des gesamten Finanzsystems zusammen, um den Übergang zu Netto-Null-Emissionen bis spätestens 2050 zu beschleunigen (Bild: Internetseite – Header). weiterlesen…

35 Jahre Tschernobyl – 10 Jahre Fukushima

Kernsätze des Berichts der Ethik-Kommission „Sichere Energieversorgung“ vom 30.05.2011

Die Ethik-Kommission sieht den schrittweisen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie als eine außerordentliche Herausforderung für alle Beteiligten und zugleich als Quelle von neuen Chancen für das Mitwirken der Bürger bei dezentralen Entscheidungen.
Die Ethik-Kommission ist der festen Überzeugung, dass der Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie innerhalb eines Jahrzehntes abgeschlossen werden kann. Dieses Ziel und die notwendigen Maßnahmen sollte sich die Gesellschaft verbindlich vornehmen. Nur auf der Basis einer eindeutigen zeitlichen Zielsetzung können die notwendigen Planungs- und Investitionsentscheidungen getroffen werden. Für Politik und Gesellschaft ist es eine große Herausforderung, das Gemeinschaftswerk „Energiezukunft Deutschlands“, das mit schwierigen Entscheidungen und Belastungen, aber auch mit besonderen Chancen verbunden ist, innerhalb eines Jahrzehnts zu realisieren.
Der Ausstieg ist nötig und wird empfohlen, um Risiken, die von der Kernkraft in Deutschland ausgehen, in Zukunft auszuschließen. Er ist möglich, weil es risikoärmere Alternativen gibt. Der Ausstieg soll so gestaltet werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und des Wirtschaftsstandortes nicht gefährdet wird. Durch Wissenschaft und Forschung, technologische Entwicklungen sowie die unternehmerische Initiative zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle einer nachhaltigen Wirtschaft verfügt Deutschland über Alternativen: Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser, Geothermie, Biomasse, die effizientere Nutzung und gesteigerte Produktivität von Energie sowie klimagerecht eingesetzte fossile Energieträger. Auch veränderte Lebensstile der Menschen helfen Energie einzusparen, wenn diese die Natur respektieren und als Grundlage der Schöpfung erhalten. Der „Ausstieg“ bedeutet zunächst, Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen. Der Ethik?Kommission ist aber bewusst, dass die Atomkraftwerke nach diesem Zeitpunkt noch auf lange Zeit intensive Arbeiten von der Sicherung bis hin zum Rückbau erfordern.
Deutschland muss den Weg des Ausstiegs mit dem Mut zum Neuen, Zuversicht in die eigenen Stärken und einem verbindlichen Prozess der Überprüfung und Steuerung gehen. Mit Blick auf die lokale Ebene, in vielen Unternehmen, bei Initiativen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen sieht die Ethik-Kommission Deutschland in der ganzen Breite der Gesellschaft längst auf dem Weg in eine Zukunft, die die Nutzung der Kernenergie verzichtbar macht. Dies gilt es zu unterstützen. Die deutsche Wirtschaft erzielt ihre Stärke aus ihrer Kreativität und ihrer Fähigkeit, Produkte auf höchstem Qualitätsniveau herzustellen. Ein zunehmend größerer Teil der Unternehmen richtet seine Geschäftsfelder auf das nachhaltige Wirtschaften aus. Der Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie gibt ihr viele weitere Chancen. Die Wissenschaft in Deutschland ist in einer hervorragenden Position, aus der auch weiterhin mit wesentlichen innovativen und leistungsstarken Lösungen für die Energiewende zu rechnen ist.
Die Endlagerung von Atommüll muss bei höchsten Sicherheitsanforderungen rückholbar erfolgen, denn für zukünftige Generationen muss die Option sichergestellt bleiben, Gefahren und Umfang des Atommülls zu vermindern, wenn entsprechende Technologien verfügbar sein werden.
Die Sicherheit der Atomkraftanlagen und der Aufbau einer zukünftigen Energieversorgung sind ein Thema mit hoher Bedeutung für die europäische und internationale Politik und Zusammenarbeit. Die Ethik?Kommission empfiehlt der Bundesregierung europäische und internationale Vorstöße, um die Sicherheitsaspekte der nuklearen Energieversorgung global aufzugreifen und um die Fortentwicklung und Justierung der Arbeit der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) voranzutreiben. weiterlesen…

Leben mit Strahlung und Angst

35 Jahre Tschernobyl

Vor 35 Jahren explodierte das AKW Tschernobyl – das Unglück gilt als die größte Katastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft. Der GAU forderte Tausende Tote und Verletzte, Zehntausende Menschen wurden umgesiedelt, verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt. Inzwischen wurde zwar eine „Sarkophag“ genannte Schutzhülle gebaut; Aufräumarbeiten im Inneren sollen jetzt beginnen. Aber es wird Jahrzehnte dauern, bis die Arbeiten – wenn überhaupt je – abgeschlossen sind. Und wohl für immer wird Prypjat eine Geisterstadt bleiben. Denn die Sperrzone erstreckt sich über 4.300 Quadratkilometern. (Foto: AKW Tschernobyl 2013 – © Arne Müseler, www.arne-mueseler.com, CC BY-SA 3.0 de, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

Energiemodelle und Politik beeinflussen einander

Mehr Transparenz notwendig

Energiemodelle dienen dazu, verschiedene Möglichkeiten für unser zukünftiges Energiesystem in virtuellen „Laboren“ zu erforschen. Seit Jahren setzen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Energiemodelle in der Politikberatung ein. Damit beeinflussen sie politische Entscheidungen, wie eine neue, in Energy Research & Social Science veröffentlichte Studie zeigt, über die das Potsdamer IASS berichtet. Umgekehrt wirken Politiker und Politikerinnen aber auch auf die Arbeit der Modellierenden ein. Hier sei eine größere Transparenz notwendig, um die Forschung nicht unter das Primat der politischen Nützlichkeit zu stellen, fordern die Forschenden. weiterlesen…

Niedersachsen: Sechs Millionen Euro für grünen Wasserstoff

Minister Thümler: „Wir investieren in die Energiewende“

Mit sechs Millionen Euro fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ab Mai fünf Forschungsverbünde zu klimafreundlichem grünen Wasserstoff – rund 1,2 Millionen Euro jeweils in einem ersten Schritt für die kommenden drei Jahre. Die neuen Projekte bündeln als Innovationslabore zielgerichtet die verschiedenen Kompetenzen der Wasserstofftechnologien und werden die Wasserstoffforschung in Niedersachsen maßgeblich weiterentwickeln und stärken. weiterlesen…

Lesehinweis: Neue Batteriefabrik in Berlin-Marzahn?

Bis 380 neue Jobs

Kevin Hoffmann berichtet im Berliner Tagesspiegel über Pläne zum Bau „einer Fabrik für große Batterien, wie sie zum Beispiel in Gebäuden als Speicher für Solarstrom eingesetzt werden können.“ Der 1899 als Akkumulatorenfabrik-Aktiengesellschaft (AfA) gegründete Blei-Akku-Hersteller BAE Batterien will stationäre Energiespeicher herstellen, Bleibatterien für stationäre Anlagen, wie zum Beispiel für die Notstromversorgung in Datenzentren, Krankenhäusern, für Energieversorgungsanlagen und Telekommunikationseinrichtungen. Es gehe nicht um Lithium-Ionen-Batterien, wie sie oft in Elektroautos und Kleingeräten verbaut sind. Das Konsortium CSE (steht für Ceramic Salt Energy) setzt auf Natriumchlorid, also herkömmliches Kochsalz, als Ausgangsstoff. weiterlesen…