CO2 als Rohstoff:
“Carbon2Chem” als “Technologie-Brüller”

Viel mehr Erneuerbare Energien nötig

250 Großelektrolyseure nötig: Robert Schlögl mit Bild eines Groß-Elektrolyseurs - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify 20160627“Der eigentliche Gag von Carbon2Chem ist die Wasserspaltung durch Groß-Elektrolyseure”, erläuterte Schlögl im Rahmen einer Präsentation von Carbon2Chem, “wir brauchen 250 davon (s. Foto), dazu ist viel Strom  nötig – C2C benötigt so viel Strom, wie die Deutsche Bahn verfährt – aber diese Menge ist bisher nicht in den Energiewende-Plänen enthalten – heute schon deshalb nicht, weil es noch gar nicht so viel Erneuerbare gibt. Daher müssen die Erneuerbaren Energien erst zusätzlich kräftig ausgebaut werden. Das bedeutet etwa 400 neue Windräder, oder entsprechenden PV-Zubau.”

Schon zuvor hatte Schlögl in der Pressekonferenz auf die Frage, ob denn die EEG-Novelle mit ihren Deckelungen nicht eine angezogene Handbremse für C2C bedeute, geantwortet:  “Nach der Novelle ist vor der Novelle: Jetzt reicht der Erneuerbare Strom noch aus; wenn wir aber in die wirtschaftliche Produktion eintreten, müssen wir zur sogenannten Sektorenkopplung kommen. Dann werden wir deutlich mehr Erneuerbare Energien auch in unserem Land brauchen.” Gesetzestechnisch müsse noch  einiges passieren – “man stelle sich bloß vor, man müsste dafür eine EEG-Umlage zahlen, dann kann man es vergessen.”

Ziel sei die Alkoholsynthese, man wolle nicht – wie die Natur – zuerst Zucker produzieren und diesen dann zu Alkohol (Ethanol) vergären, dabei würde zu viel CO2 emittiert – bisher gab es aber noch keinen Prozess, um Ethanol chemisch-anorganisch herzustellen (denn Ethanol hat im Gegensatz zu Methanol zwei Kohlenstoffatome): “Das ist der Technologie-Brüller – dazu darf aber nicht Strom aus K0hlekraftwerken verwendet werden, sonst wird zweimal CO2 emittiert, daher bringt nur der Einsatz Erneuerbarer Energien echten Klimafortschritt.”

C2C-Steckbrief - Grafik © Robert Schlögl, CEC

Bayers ausgegliederte Kunststoffsparte Covestro sei mit seiner eben begonnenen Kunstoffproduktion aus CO2 für Matrazen bereits einen Schritt vorausgegangen (vgl. solarify.eu/schaumstoff-aus-co2). Die Kritik der Umweltschützer daran teilt Schlögl nicht, denn die gingen von falschen Voraussetzungen aus. Mit C2C wolle man nicht Benzin oder Dieselöl herstellen, sondern beispielsweise Oxymethylenether. Schlögl auf die Frage, warum er das mache: “Ich möchte einen Beitrag leisten, dass wir über die Energiewende nicht immer nur reden, sondern endlich etwas tun”.

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