Energiewende International: Europäische Perspektiven

Wasserkraft-Speicherung: bedeutender Beitrag

Für die Stromversorgung sagte Rolle aufgrund von statistischem Material wesentlich stärkere Fluktuationen (bis zu negativen Werten) als heute auf Grund höherer Volatilität voraus. Die Energiebalance werde wesentlich anspruchsvoller. Rolle sieht daher in der Wasserkraft-Speicherung einen möglichen bedeutenden Beitrag zur Energiewende: Sie sei „eine effiziente Möglichkeit zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage – auch über mehrere Tage oder Wochen. Lokal (200 km) kann auch ein Beitrag zu den Systemdienstleistungen erbracht werden. Die heutigen Speicherkapazitäten in Skandinavien übersteigen diejenigen von Deutschland um den Faktor 2.300 und die der Alpen um den Faktor 10. 7 bis 12 Gigawatt neuer Interkonnektoren zwischen Deutschland und Skandinavien dürften nach Schätzung der Prognos AG wirtschaftlich sein. Ca. 10 bis 20 TWh (ein Viertel bis Hälfte) des deutschen Überschussstroms könnten damit genutzt werden. Die Speicherkapazitäten in den Alpen können bis etwa 2020 helfen, Überschussstrom aus süddeutscher Photovoltaik aufzunehmen. Wettbewerb und Versorgungssicherheit sowie die Integration der erneuerbaren Energien werden verbessert, Strompreisspitzen reduziert. Internationale Wasserkraft-Speicher sind relevant für die Energiewende, empfehlenswert sei ein stufenweises Vorgehen beim Ausbau.“

Nachfragespitzen sollten durch europäische Kooperation gesenkt werden – Rolle nannte 5 Prozent. Mögliche weitere Beiträge: HGÜ-Leitungen, Leistungsharmonisierungen, Offshore-Wind als Versorgungssicherung – alles seien aber nur Bausteine – „eine Lösung wird es nicht geben“. Klimapolitik werde in Deutschland eher national betrieben, obwohl des Thema doch global sei. Der BDI sieht für die kommende deutsche G20-Präsidentschaft eine Chance, beim Carbon-Prizing weiter zu kommen.

Energieforschung: Budgets sinken weltweit

Zum Schluss seines Vortrags ging Rolle noch auf die Forschungsförderung ein. Seit den 70er Jahren sänken die Forschungsaufwendungen in den OECD-Ländern. Deutschland habe zwar seinen Betrag verdoppelt, liege aber im Mittelfeld. Immer noch sei das Gesamt-Forschungs-Budget Deutschlands lediglich so hoch wie der Forschungsaufwand beispielsweise der BASF.

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