Zauberwort Methan-Cracking

11. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz in Potsdam 2018

Mit mehr als 500 Teilnehmern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft beider Länder eröffnete Bundesminister a.D. Klaus Töpfer als Schirmherr des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums am 06.11.2018 in Potsdam die 11. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz. Die Konferenz bot eine wichtige Plattform, um Fachthemen der Energie- und Rohstoffwirtschaft zu diskutieren und bilaterale Kooperationsprojekte anzustoßen. Auch die Themen Klimaschutz und Dekarboniserung spielten eine Rolle.

Schwerpunktthemen:

  • Rohstoffregionen im Wandel: Folgen rohstoffbedingter Strukturentwicklungsprozesse
  • Russlands Herausforderung Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Chance für eine neue Modernisierungspartnerschaft?
  • Digitalisierung der Rohstoffwirtschaft
  • Hightech-Nutzung von traditionellen Energieressourcen
  • Technologien zur Entwicklung nicht-rentabler Lagerstätten
  • Perspektiven der deutsch-russischen universitären und Forschungszusammenarbeit

Experten aus Deutschland und Russland setzen sich für eine stärkere Kooperation beider Länder bei nachhaltigem Wirtschaften und beim Klimaschutz ein. Die Diskussion hierüber stand im Zentrum der Rohstoff-Konferenz in Potsdam – darunter fast 100 Nachwuchswissenschaftler und Studenten aus beiden Nationen (Die Russen waren mit einem Bus aus Moskau gekommen). Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und der stellvertretende Ministerpräsident der Russischen Föderation, Alexej Gordejew, nahmen mit Redebeiträgen an der Konferenz teil.

Klimaschutz stärken

Ziel des diesjährigen Zusammentreffens – des 11. – war es, einen Konsens zu nachhaltigem Wirtschaften zu erzielen, um damit perspektivisch gemeinsam den Klimaschutz zu stärken. Zu den weiteren inhaltlichen Schwerpunkten zählen insbesondere der regionale Strukturwandel, die zukünftige Versorgung mit Rohstoffen, die Digitalisierung der Rohstoffwirtschaft für Zukunftstechnologien sowie die universitäre und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Nationen im Rohstoffbereich.

Am Dienstagabend (06.11.2018) wurde die Rohstoff-Konferenz unter der Schirmherrschaft Woidkes offiziell eröffnet: „Partner­schaftlicher Dialog ist die Gründungsidee des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums. Es hat sich als Plattform einer langfristigen strategischen und vertrauensvollen Zusammen­arbeit etabliert. In Zeiten einer Außenpolitik via Twitter und der Wiederkehr nationaler Egoismen sind Formate des kontinuierlichen Dialogs von wachsender Bedeutung und unverzichtbar. Es zeichnet das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum seit seiner Gründung aus, dass es die gemeinsamen, aber auch die unterschiedlichen Interessen des ‚Rohstoffgiganten Russland‘ und der ‚Industrienation Deutschland‘ klar und offen zur Sprache bringt, um diese Interessen dann zum Ausgangspunkt der gemeinsamen Suche nach Win-Win-Situationen zu machen“.

In seiner Eröffnungsrede betonte Töpfer die Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Rohstoffwirtschaft: „Der Klimawandel und Veränderungen im Rohstoffbedarf durch neue Technologien, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien, sowie die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft verlangen als globale Herausforderung gemeinsames Handeln. Wir können die Pariser Klimaschutzziele nur erreichen, wenn wir länderübergreifend an einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft arbeiten. Deutschland und Russland verbindet seit vielen Jahren eine enge wirtschaftliche Partnerschaft – insbesondere im Rohstoffbereich. Diese Partnerschaft wollen wir durch eine stärkere wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit weiter ausbauen.“ Dafür regt das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum an, die bestehenden Rohstoffkooperationen zwischen beiden Ländern stärker auf Nachhaltigkeit auszurichten. Die Erweiterung der bisherigen deutsch-russischen Beziehung durch diese Initiative sei ein wesentlicher Eckpfeiler, um die Klimaschutzziele zu erreichen, ergänzte Töpfer.

Stellenwert von Gas in der Wertschöpfungskette zu erhöhen

Ein der Haupt-Herausforderungen ist laut Töpfer der Klimawandel, verursacht durch die CO2-Emissionen. Jetzt könne man zwar sagen: “Die anderen emittieren doch auch! Aber wir haben als technologisch führendes Land eine besondere Verpflichtung”. Töpfer regte an, den Stellenwert von Gas in der Wertschöpfungskette zu erhöhen, beispielsweise, indem man durch sogenanntes Methan-Cracking (siehe solarify.eu/wasserstoff-aus-methan-co2-frei) grünes Gas daraus mache. Das riesige Russland seie “eine Schatzkammer von Rohstoffen, Mineralien und anderer notwendigen Grundstoffe – er erinnerte an die Seltenen Erden als “neues Aufgabenfeld für die E-Mobilität”. Schließlich betonte Töpfer die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für den Klimaschutz: “Jede weggeworfene Ressource ist einmal mit Energie hergestellt worden. Sie ist zu schade zum Wegwerfen, kann wieder genutzt werden.”

Ziel einer stärkeren Nachhaltigkeitskooperation sollte es weiter sein, die Zusammenarbeit beider Länder im Klimaschutz, im Bereich von High-Tech-Rohstoffen und der Digitalisierung zu stärken. Getragen werden könnte die Nachhaltigkeitskooperation durch einen intensiveren wissenschaftlich-technischen Austausch – vor allem unter Nachwuchswissenschaftlern. So findet erstmals in diesem Jahr im Rahmen der Rohstoff-Konferenz ein eigenes deutsch-russisches Nachwuchswissenschaftler-Kolloquium sowie eine „Poster-Session“ statt, bei der fast 100 Nachwuchswissenschaftler und Studenten aktuelle Forschungsthemen vorstellen.

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