Spar-Trick für PET-Recycling durch Bakterien

Einbau eines neu entdeckten Stoffwechselwegs macht  Bakterien CO2-effizienter

WissenschaftlerInnen des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie, Marburg haben einen effizienteren, kohlenstoffdioxidsparenden Weg für die bakterielle Verwertung von Ethylenglykol, Bestandteil des Kunststoffs PET, entwickelt und am 08.02.2023 veröffentlicht. Sie rüsteten das Bakterium Pseudomonas putida mit einem neuen, in Meeresmikroben entdeckten Stoffwechselweg aus, was zu einem verbesserten Wachstum führte. Ihre Erkenntnisse bieten neue Chancen für den mikrobiellen Abbau von PET, aber auch die Weiterentwicklung nachhaltiger Materialkreisläufe. weiterlesen…

15 Verbände fordern Gesetz zur Energieeffizienz

Gemeinsamer Brief an Bundeskanzler Scholz

Ein breites Bündnis an Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsverbänden fordert in einem gemeinsamen Brief von der Bundesregierung endlich ein ambitioniertes Gesetz zur Energieeffizienz. Seit vier Monaten hängt der bereits im Herbst angekündigte Entwurf fest. Mit ihrem Brief machen das Umweltinstitut München und weitere 14 Verbände auf die Verschleppung des längst überfälligen Gesetzes aufmerksam. Eine Bildaktion von Umweltverbänden am 16. Februar vor dem Bundeskanzleramt unterstreicht die Forderung nach dem versprochenen Energiespar-Gesetz. weiterlesen…

Die Klimazweifel-Investitionen der Ölkonzerne

von Christian Downie und Robert Brulle in The Conversation

„Der Ölgigant Shell erzielte 2022 einen Gewinn von 39,9 Mrd. US-Dollar (37,37 Mrd. Euro) – den höchsten seit 155 Jahren und doppelt so viel wie im Jahr zuvor. BP verdoppelte seine Gewinne im vergangenen Jahr ebenfalls und nahm 27,7 Milliarden US-Dollar (26 Milliarden Euro) ein. Unterdessen hat sich die Zahl der britischen Haushalte, die von Energiearmut betroffen sind, seit 2020 mehr als verdoppelt und könnte bis April sogar 8,4 Millionen erreichen.“ So beginnen die beiden Hochschullehrer Robert Brulle und Christian Downie ihren Artikel in The Conversation über die von Erdölkonzernen ausgegebenen Riesensummen, mit denen sie Klimazweifelkampagnen oder – leugnungen finanziert haben. weiterlesen…

Energiepreisbremse: „Alle Kunden erhalten finanzielle Entlastung“

VKU zum aktuellen Stand der Energiepreisbremsen

Die Umsetzung der Energiepreisbremsen für Gas, Wärme und Strom läuft auf Hochtouren und ist für Energieversorger und Stadtwerke eine Mammutaufgabe. „Alle Unternehmen arbeiten seit Monaten gemeinsam mit ihren IT-Dienstleistern mit Hochdruck an einer fristgerechten Umsetzung. Selbst im Falle einer ungewollten Verzögerung ist unterm Strich klar: Alle Verbraucherinnen und Verbraucher werden ihre finanzielle Entlastung erhalten“, betont Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) laut einer Medienmitteilung vom 16.02.2023 in Berlin. weiterlesen…

Energie- und Rohstoffsouveränität durch regionale Kreislauftechnologien sichern

Sächsische Initiative zur Erschließung regionaler CO2-Quellen für eine resiliente Chemie- und Kraftstoffindustrie

Der Ausbau regionaler Stoffkreisläufe ist ein zentrales Element, um die mitteldeutsche Industrie unabhängig von fossilen Rohstoffen zu machen. CO2 aus nachhaltigen Quellen, wie Biogas, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Der darin enthaltene Kohlenstoff kann über katalytische und elektrochemische Verfahren sowie den nachfolgenden Stoffsynthesen in wesentliche Grundstoffe für die Chemieindustrie sowie in grünes Kerosin für die Luftfahrt umgewandelt werden. Ein schlagkräftiges Konsortium bestehend aus den Forschungseinrichtungen Fraunhofer IKTS, TU Bergakademie Freiberg und TU Dresden mit den sächsischen Unternehmen Ökotec-Anlagenbau GmbH, Sunfire GmbH und DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH hat in mehreren Projekten bereits erfolgreich nachgewiesen, wie dies im industrienahen Maßstab funktionieren kann. Gemeinsam mit der EDL Anlagenbau Gesellschaft mbH ist nun die Skalierung in den großindustriellen Maßstab geplant. Das Fraunhofer IKTS bringt dabei unter anderem seine langjährigen Kompetenzen bei keramischen Elektrolysezellen und der Entwicklung von Anlagenkonzepten ein, die seit 2019 in der Biogasanlage Thallwitz validiert werden. weiterlesen…

Das Politische Buch: Abrechnung mit „Fossilen“

Claudia Kemferts „Schockwellen“

Die Energie-Ökonomin Claudia Kemfert, Professorin für Energieökonomie und Leiterin der DIW-Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt, Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung und zudem noch – neben zahlreichen weiteren Ämtern – Buchautorin sowie ubiquitäre Kritikerin fossiler Energie und damit auch sogenannter Brückentechnologien wie Gas, hat mit „Schockwellen. Letzte Chance für sichere Energien und Frieden“ ein neues, lehrreiches und kämpferisches Buch zur Energiewende geschrieben, eine Abrechnung mit der deutschen Energiepolitik der vergangenen beiden Jahrzehnte. Sie nimmt den Angriff Russlands auf die Ukraine und dessen Folgen zum Anlass, mit „den Fossilen“ (und einigen ihrer Verfechter) abzurechnen und wendet sich vor allem gegen die „Kräfte der Vergangenheit“, den russischen Machthaber Putin und alle, die auf dessen billiges Erdgas und -öl hereinfielen. weiterlesen…

„Dach-Solar muss neues Normal werden“

LEE NRW fordert mehr Förderprogramme für Solartechnik – Essen verdreifacht Fördermittel

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) begrüßt die Entscheidung des Essener Stadtrates, für dieses Jahr die Gelder für das kommunale Solarförderprogramm auf 2,4 Millionen Euro zu verdreifachen. „Das ist ein richtiges Signal“, kommentiert LEE NRW-Vorsitzender Reiner Priggen das Ratsvotum, „für die notwendige landesweite Solaroffensive brauchen wir jedes Dach.“ Die Städte und Gemeinden in NRW leisteten mit solchen Förderprogrammen nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur Energieversorgungssicherheit. weiterlesen…

Plastikabfall durch neu entwickelte Biokatalysatoren abbaubar

Enzyme statt hoher Temperaturen und Druck

Die Kunststoffe Polyurethan (PUR) und Polyvinylalkohol (PVA) machen immerhin acht Prozent der Kunststoffproduktion in Europa aus, können aber inzwischen mit Hilfe von Enzymen als Biokatalysatoren unter milden Bedingungen abgebaut werden. Ein Team der Universität Greifswald hat zusammen mit dem deutschen Unternehmen Covestro und Teams aus Leipzig und Irland zwei neue Verfahren dafür entwickelt. Dies wurde jetzt in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie in zwei Publikationen (DOI: 10.1002/anie.202216220 und DOI: 10.1002/anie.202216962) veröffentlicht. Somit wurde die Voraussetzung geschaffen, beide Kunststoffe ressourcenschonend zu verwerten und umweltfreundliche Verfahren zu deren Recycling zu entwickeln, um das weltweite Problem des Plastikmülls für diese beiden industriell in großen Mengen hergestellten synthetischen Polymere zu verringern. weiterlesen…

Luftqualitätsgrenzwerte 2022 zwar eingehalten…

…aber Schutz der Gesundheit dennoch nicht sichergestellt

Luftmessstation in Wiesbaden - Foto © Franziska Vogt für Solarify2022 wurden das fünfte Jahr in Folge die Feinstaubgrenzwerte in Deutschland nicht überschritten. Der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 µg/m3 Luft wurde nach aktueller Datenlage nur noch an zwei verkehrsnahen Messstationen in München und Essen überschritten. Das zeigt die vorläufige Auswertung der Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes (Stand 31.01.2023) von bislang rund 500 Messstationen am 13.02.2023. UBA-Präsident Dirk Messner: „Trotz der erzielten Fortschritte muss berücksichtigt werden, dass die geltenden Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid vor mehr als 20 Jahren festgelegt wurden und nicht mehr den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Luftverschmutzung entsprechen. Die EU-Kommission schlägt daher in ihrem Entwurf für eine neue Luftqualitätsrichtlinie schärfere, sich stärker an den Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation orientierende Grenzwerte vor.“ weiterlesen…

50 Mrd. Euro unnötige, leicht vermeidbare Energiekosten in den vergangenen 10 Jahren

Effizienz von Gebäuden stärken

Aktuell arbeitet die Bundesregierung an einer Novelle des Gebäudeenergiegesetzes. Im Kern geht es darum, dass ab 2024 nur noch der Einbau von neuen Heizungen erlaubt sein soll, die mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden. Im Zuge dieses Gesetzgebungsverfahrens fordern Umwelt-, Verbraucherschutz- und Unternehmensverbände gemeinsam die Bundesregierung auf, auch den Betrieb von Gebäuden in den Blick zu nehmen. Neben der notwendigen, umfassenden Sanierungswelle gebe es hier ein großes, einfach und schnell zu hebendes Einsparpotenzial von zig Milliarden Euro in den nächsten Jahren. Damit befasst sich die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz in einem Policy Brief und einem Brief an Bauministerin Geywitz und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. weiterlesen…