Klimapaket der Bundesregierung verfehlt Ziele – Frage: wie weit?

Gutachten für zwei Ministerien senken Daumen

Reichstag - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify„Ungenügend“ (in Schulnoten „sechs – Versetzung gefährdet“) wäre die Benotung des mit großem Buhei im September vergangenen Jahres von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Klimapakets. Denn auch nach den „Klimaschutzmaßnahmen“ (die keineswegs alle diesen Namen verdienen) würden immer noch 46 Millionen Tonnen CO2 mehr ausgestoßen als nötig, angestrebt und verkündet, so SPIEGEL-Online und zahlreiche Umweltschutzorganisationen. Das prophezeien gleich zwei regierungsamtliche Gutachten – das oben ausführlicher behandelte für das Umwelt- und eines fürs Wirtschaftsministerium. weiterlesen…

EU – bis 2050 klimaneutral

Kommission schlägt EU-Klimagesetz vor und startet Konsultation zum Europäischen Klimapakt

Sonnenblumen - Foto © Agentur Zukunft für Solarify„Die Kommission hat am 04.03.2020 einen Vorschlag vorgelegt, um die politische Zusage der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden, rechtlich zu verankern und so unseren Planeten und die Menschen zu schützen. Mit dem Europäischen Klimagesetz wird 2050 als Ziel gesetzt und der Kurs für die gesamte EU-Politik festgelegt. Außerdem gibt das Klimagesetz Behörden, Unternehmen und Bürgern die nötige Planungssicherheit. Gleichzeitig startet die Kommission eine Konsultation zum geplanten Europäischen Klimapakt, um die Öffentlichkeit an der Konzeption dieses Instruments zu beteiligen“ – so eine Medienmitteilung aus Brüssel. weiterlesen…

Reaktionen auf EU-Klimagesetz

FAZ: „Erste Raketenstufe auf dem Weg zum Mond“

Rauch und CO2 - Kohlekraftwerk Schkopau, Uniper - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyTrotz der vollmundigen Überschrift in der FAZ kritisierten – ebenso wie Greta Thunberg („Kapitulation“) – auch Umweltverbände und Grüne am EU-Klimagesetz, es gehe nicht weit genug. „Der Entwurf für das EU-Klimagesetz ist eine Enttäuschung“, erklärte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bei der Vorstellung ihres Green Deal die Klimaschutz-Ambitionen der Europäischen Union mit der Mondlandung verglichen. Doch statt des großen Schritts für die Menschheit bleibt es bei zaghaftem Getrippel.“ Laut PIK-Direktor Ottmar Edenhofer ist es „an der Zeit, nicht mehr herum trippeln, sondern sich in Bewegung zu setzen. Es genügt aber nicht, die richtigen Ziele zu setzen. Wir brauchen klar definierte Wege und kurzfristige Einstiegspunkte, um die Ziele tatsächlich zu erreichen.“ weiterlesen…

Fragen und Antworten zum Klimagesetz

Überprüfbare Festlegungen für 30 Jahre

CO2-Ausstoß, Rauch und Wasserdampf im Nordwesten Berlins - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für SolarifyDie EU-Kommission hat auf ihrer Webseite ec.europa.eu einen Fragen- und Antworten-Katalog zum neuen Klimagesetz zusammengestellt. Da die bisherigen Politiken nicht ausreichen würden, bis 2050 Klimaneutralität zu erzielen, bedürfe es eines ehrgeizigen Ansatzes, des EU-Klimagesetzes eben. Mit dem Klimagesetz werde das Ziel der EU rechtlich verankert, außerdem festgelegt, dass bestehende Strategien und sechs Rechtsvorschriften daraufhin zu überprüfen seien, ob sie mit dem Ziel der Klimaneutralität und dem festgelegten Zielpfad im Einklang stehen, damit der Übergang fair verlaufe und niemand zurückbleibe. Alle fünf Jahre werde die Kommission prüfen, ob der Zielpfad noch angemessen ist oder aktualisiert werden muss. Der Europäische Klimapakt werdedie Anstrengungen bündeln und Regionen, lokale Gemeinschaften, die Zivilgesellschaft, Schulen, die Industrie und Privatpersonen einbinden. Mit ihren Antworten hat die EU-Kommission allerdings auch Pflöcke eingeschlagen, an denen sie sich messen lassen wird müssen. weiterlesen…

Luftverschmutzung unter den weltweit führenden Gesundheitsrisiken

Durchschnittlich drei Jahre verloren – „gefährlicher als Rauchen“

Mainzer Forscher haben berechnet und in Cardiovascular Research publiziert: Die Folgen der Luftverschmutzung verkürzen das Leben der Menschen weltweit statistisch um durchschnittlich fast drei Jahre. Wird der Mensch langfristig der Luftverschmutzung ausgesetzt, erhöht sich das Risiko von Herz- und Atemwegserkrankungen – so Medienmitteilungen aus Mainz. Aus vielen Kohortenstudien wurde ein neuartiges Global Exposure Mortality Model (GEMM) abgeleitet, das eine deutlich verbesserte Erfassung der Exposition gegenüber Feinstaub ermöglicht. Die Forscher haben das GEMM angewandt, um die auf die Luftverschmutzung zurückzuführende gestiegene Sterblichkeit im globalen Maßstab zu bewerten und mit anderen Risikofaktoren zu vergleichen. weiterlesen…

Zwölf Empfehlungen für Gestaltung des EE-Systems

Umfangreicher Vorschlag der Reiner Lemoine Stiftung für neues Energiemarktdesign

PV und Windgeneratoren bei Berge, Brandenburg - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für SolarifyDie Reiner Lemoine Stiftung (RLS) hat einen umfangreichen Vorschlag für ein neues Energiemarktdesign vorgelegt: In zwölf Punkten erklärt sie einer Medienmitteilung vom 27.02.2020 zufolge, wie Versorgung, Netze, Handel und Erzeugung zukünftig gestaltet werden sollen. Sie fordert einen energiepolitischen New Deal, der das Korsett des Konventionellen Energiesystems aufbricht und die Grundlogiken des Energiemarkts von der Zukunft her denkt. Fundamental sind dafür der massive Ausbau von Solar- und Windkraftwerken, die Etablierung von vernetzten Versorgungszellen und ein Kapazitätsmechanismus für die netzgebundene Stromerzeugung. weiterlesen…

DAM-Auftakt in Ber­lin

„Nach­hal­ti­gen Um­gang mit den Küs­ten, Mee­ren und Ozea­nen stär­ken“

Wolken überm Mittelmeer - Foto © Agentur Zukunft für SolarifyAm 03.03.2020 hat die Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM) sich im FU­TU­RI­UM – Haus der Zu­künf­te vor rund 200 Gäs­ten prä­sen­tiert und ihre Auf­ga­ben und Zie­le vor­ge­stellt, aus­ge­hend von ih­rem Mis­si­on State­ment: “Wir stär­ken den nach­hal­ti­gen Um­gang mit den Küs­ten, Mee­ren und Ozea­nen durch For­schung, Da­ten­ma­nage­ment und Di­gi­ta­li­sie­rung, In­fra­struk­tu­ren und Trans­fer.” weiterlesen…

BMU fördert verstärkt Fahrradinfrastruktur

75 bis 90 Prozent der Kosten für neue Projekte werden übernommen

Fahrräder und Roller, Berlin - Foto © Agentur Zukunft für SolarifyKünftig wird das Bundesumweltministerium die Fahrradinfrastruktur in Deutschland noch stärker fördern. Bis zu 75 Prozent der Kosten für neue Projekte werden übernommen. Finanzschwache Kommunen können mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. Mit dem novellierten Förderaufruf „Klimaschutz durch Radverkehr“ reagiert das Ministerium einer Medienmitteilung folgend auf die große Nachfrage nach mehr und besserer Radverkehrsinfrastruktur. So wurden die Fördertatbestände konkretisiert, eine höhere Förderquote und ein zweites Skizzenfenster eingeführt. Mit der finanziellen Unterstützung aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) sollen attraktive Angebote für einen nachhaltigen Radverkehr entwickelt werden. weiterlesen…

Schweiz investiert in Energieforschung

Berner Bundesrat beschließt neues Programm

Stromverteilung - Foto © Agentur Zukunft für SolarifyDie Schweiz setzt ein neues Forschungsprogramm auf. Seine Laufzeit beträgt zwölf Jahre. Es soll zentrale Themen der Energiewende 2050 bearbeiten. Am 26.02.2020 verabschiedete der Berner Bundesrat den Bericht zum neuen Energieforschungsprogramm an das Parlament. Das Programm trägt den Namen SWEET (Swiss Energy Research for the Energy Transition). Seine Laufzeit beträgt zwölf Jahre, von 2021 bis 2032. Die Programmleitung von SWEET liegt beim Bundesamt für Energie (BFE). weiterlesen…

In Sekundenschnelle laden und entladen

Schnell und stark: Neue 2D-Materialien mit Talent zur Energiespeicherung

BESSY II-Speicherring - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für SolarifyEine neue Materialklasse kann elektrische Energie sehr schnell speichern: Zweidimensionale Titankarbide, so genannte MXene. Wie Batterien speichern sie durch elektrochemische Reaktionen große Mengen elektrischer Energie – aber im Gegensatz zu ihnen können sie in Sekundenschnelle geladen und entladen werden. Ein Forscherteam des Helmholtz-Zentrums Berlin hat in Zusammenarbeit mit der Drexel-Universität in Philadelphia, USA, gezeigt, dass die Einlagerung von Harnstoffmolekülen zwischen den MXene-Schichten die Kapazität solcher „Pseudokondensatoren“ um mehr als 50 Prozent erhöhen kann. weiterlesen…